Am Titikakasee

Peru: Titikakasee

Der Ausgangspunkt fuer Ausfluege auf den See ist Puno. Puno ist selbst fuer peruanische Verhaeltnisse eine arme Stadt. Das Stadtbild ist gepraegt von halbfertigen Haeusern und Muell. Momentan wird hier der Hafenbereich umgebaut, vielleicht gewinnt die Stadt dadurch etwas an Attraktivitaet.

Puno

Puno

Wirklich lohnenswert fanden wir den Ausflug auf die Inseln im Titikakasee. Die erste Sation waren die Uros, die bekannten schwimmenden Inseln. Hier leben die Familien auf selbstgemachten, schwimmenden Schilfinseln. Basis der Inseln sind Schilfwurzeln, auf denen sie dann jedes Monat eine neu Schicht getrocknetes Schilf auflegen. Unten verrottet das Schilf langsam und oben kommt neues dazu. Auch die Haeuser und die Boote werden aus Schilf gebaut.
Die Menschen hier leben vom Fisch- und Vogelfang. Erst seit ein paar Jahren ist der Tourismus als neue Einnahmequelle dazu gekommen. Taeglich werden hunderte Touristen in kleinen Booten zu den Inseln gebracht. Es war sehr
interessant, aber leider ist hier auch schon das vorrangige Ziel, Souveniers zu verkaufen.

Im Schneckentempo ging es dann weiter auf die Insel Amantani. Hier verbrachten wir auch die Nacht. Hotels gibt es hier keine, sondern viele Familien haben Zimmer als Gaestezimmer hergerichtet und nehmen so 2-5 Touristen auf. Martina, Piedro und ihre 3 Kinder haben uns 2 sehr nett
aufgenommen. Die Unterkunft und das Essen waren sehr einfach. Aber das Ganze war eine interessante Erfahrung. Die Familien hier leben vom Fischfang und der Landwirtschaft. Ein paar Schafe, vielleicht auch 1,2 Schweine und Felder zum Gemuese- und Getreideanbau reichen einer Familie zum Ueberleben. Gekocht hat Martina am offenen Feuer. Zum Mittagessen gab es eine sehr gute
traditionelle Quinuasuppe und Kartoffeln mit Spiegelei. Die Insel hat steile Kuesten und so sind die kleinen Wege im Dorf auch hier meist steil bergauf oder bergab.
Nach dem Mittagessen wurden wieder alle Touristen von einem Familienmitglied zum allgemeinen Treffpunkt gebracht. Wir wanderten auf einen Huegel, um den alten Inkatempel Pachatata zu besichtigen. Von dort oben konnten wir auch
einen sehr schoenen Sonnenuntergang geniessen.
Gut dass uns Martina wieder abholte und uns zurueck zum Haus brachte, denn im Dunkel den richtigen Weg zu finden ist nicht so einfach. Meist sind es nur ausgetretene Pfade und nur selten wird der Weg von Steinwaenden begrenzt.
Nach dem Abendessen, Quinuasuppe und Reis mit Kartoffelgulasch, steckte uns Piedro in ein traditionelles Gewand und auf ging es zu einem Tanzabend mit heimischer Musik und Taenzen. Einer nach dem anderen wurden wir zum Tanzen geholt und ohne viel Erklaerungen waren wir schon mitten drinnen!

Am naechsten Morgen fuhren wir gleich nach dem Fruehstueck wieder ab. Die dritte Insel Taquile wartete auf uns. Diese Insel ist fuer ihre strickenden Maenner und die ausgezeichneten Webarbeiten bekannt. Vom Hafen aus mussten
wir ein kleines Stueck den Huegel hinauf wandern. Am Hauptplatz wurde gerade alles fuer den anstehenden Feiertag (25. Juli) hergerichtet. Die Menschen waren traditionell gekleidet und verkauften ihre selbstgemachten Waren. Und an manchen Ecken standen die Maenner herum und strickten, fuer uns eher ein ungewoehnliches und lustiges Bild! Leider nimmt
hier der Tourismus schon seine schlimmen Zuege an: von allen Seiten wird man angesprochen um etwas zu kaufen. Besonders die Kinder weichen nicht mehr von der Seite und bedraengen uns richtig. Auch kommt immer wieder die Frage nach einem Foto: fuer ein paar Muenzen stellen sich die 'verkleideten' Kinder vor die Kamera.
Es war sehr interessant, um etwas von der Lebensweise der Menschen auf den sehr schoenen Inseln zu lernen, leider ist es hier doch schon sehr touristisch.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
In einem Jahr um die Welt: Südostasien, Australien, Neuseeland, Mittel- und Südamerika, Afrika. Nur um zu sehen, ob die Welt wirklich rund ist ...
Details:
Aufbruch: 02.05.2005
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 12.04.2006
Reiseziele: Ecuador
Chile
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Der Autor
 
Iris Lumetzberger und Stefan Pointner berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Iris Lumetzberger und sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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