Mit dem Wohnmobil nach Marokko 2018

Marokko-Reisebericht  |  Reisezeit: März - Mai 2018  |  von B. & F. S.

Die Kaskaden von Ouzoud


Sonntag, 15. April: مراكش (Marrakesch) ► شلالات أوزود (Ouzoud-Kaskaden), 178 km

Bei strahlendem Sonnenschein verabschieden wir uns herzlich von Aicha, Reinhard und von Peter, dem Stadtbusreisenden.
Durch langgestreckte Vororte von Marrakesch fahren wir wieder den Schneebergen entgegen. Ein direkt vor uns fahrender PKW überfährt eine kleine Katze.
Lang ziehen sich die Wohnviertel und Industrieflächen. Dann intensiv landwirtschaftlich genutzte Gegenden.
Als wir in die Berge des Mittleren Atlas kommen wird es wieder unbewohnter mit großen Kakteenpolstern in der Landschaft.

Unser Ziel das Zebra-Camp von Ouzoud ist erreicht. Der von einem Holländer geführte Platz ist schön gepflegt, mit Zeltrestaurant, Bungalows und liebevoll gestalteten Waschräumen im Zebra-Look. Wir stehen auf einem Plateau im Garten. Man kann ins Tal und auf die gegenüber liegenden Berge schauen. Farben über Farben.
Neben uns stehen Briten und eine Deutsche Radlerin mit Zelt.
Nach einer kurzen Stärkung machen wir uns auf zu den Wasserfällen. Als wir die Straße hinunterlaufen sehen wir an den großen Parkplätzen schon die Verkaufsstände und jede Menge Menschen. Genau im dichten Menschengewühle vor den Verkaufsständen sehen wir die französische Familie, die wir in der Oase Tighmert getroffen hatten. Wenn man bedenkt, dass Marokko doppelt so groß ist, wie Deutschland, dann sind das schon enorme Zufälle. Wir wechseln mit ihnen darüber ein paar Worte.
Den Weg zu den Aussichtspunkten säumen zahlreiche Restaurants und Imbissbuden.
Dann sehen wir den Wasserfall. Was die Natur hier hervorgebracht hat, ist schon atemberaubend. Das Wasser schießt mit Getöse an mehreren Stellen über einige Stufen über hundert Meter in die Tiefe. Das Sonnenlicht bringt im Wasser und in der aufstiebenden Gischt viele Farben hervor. Lange stehen wir wie gebannt und machen schöne Fotos.
Man könnte auch über viele Treppen und glitschige Pfade bis auf den Grund des Tales, da wo das Wasser aufschlägt hingelangen. Das ist sicherlich ein sehr nasses Vergnügen.

Es gibt viele Berberaffen hier, die von den Touristen mit Erdnüssen gefüttert werden.
Abend sitzen wir in der Sonne, und lassen uns dann von der Köchin des Platzes im Restaurantzelt verwöhnen. Es gibt Kefte-Tajine und Berberomlett, dazu frisch gepressten Orangensaft. Später schließt der Chef das Zelt und heizt den Ofen an, denn draußen wird es kalt bei traumhaftem Sternenhimmel.


Montag, 16. April: شلالات أوزود (Ouzoud-Kaskaden) ► أزرو (Azrou), 310 km

Wir frühstücken gemütlich in der Sonne und brechen dann auf. Im Ort Ouzoud ist schon wieder geschäftiges Treiben. Ich kaufe frisches Brot. Wir fahren aus dem Ort. Die Straße schraubt sich hoch in die Berge, immer entlang einer spektakulären Felsenschlucht.

Immer wieder müssen wir anhalten wegen der traumhaften Ausblicke. Als die Straße dann in großen Serpentinen bergab führt, können wir weit ins Land blicken. Über eine mit klappernden Stahlblechen belegte Brücke queren wir die Felsenschlucht und kommen in eine weite Talebene.
Die Landschaft wird lieblicher mit viel grünem Wiesenland mit Frühjahrsblumen in allen Farben. Menschen am Straßenrand winken uns zu. Es sind wieder viele Schaf- und Ziegenherden unterwegs. Nun sind wir wieder auf der vielbefahrenen N8 in einer dichter besiedelten und intensiv landwirtschaftlich genutzten Gegend unterwegs. Die Bohnenernte ist gerade in vollem Gange. Berge davon liegen an den Feldrändern. Wir kommen durch Beni Mellal und an Kasba Tadla vorbei. Die Straße führt wieder in die Berge.

Einen langen Stausee mit bizarr ausgezackten Ufern passieren wir zur Linken. Eigentlich sind wir für heute weit genug gefahren an einem Restaurant wollen wir übernachten. Aber das ist zur Bauarbeiterunterkunft umfunktioniert und auf dem Platz stehen Straßenbaumaschinen und lagert Material. Die Straßenbaustelle begleitet uns schon eine längere Wegstrecke.

© B. & F. S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Schon einmal in Marokko unterwegs, waren wir fasziniert von Land und Leuten. Wir werden wiederkommen schworen wir damals. Das haben wir nun getan und haben mehr Zeit mitgebracht als auf der Reise von 2014. In zwei Monaten nahmen wir 10.682 Kilometer mit unserer blauen Zitrone unter die Räder.
Details:
Aufbruch: 06.03.2018
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 01.05.2018
Reiseziele: Marokko
Frankreich
Spanien
Deutschland
Der Autor
 
B. & F. S. berichtet seit 32 Monaten auf umdiewelt.