Mit dem Wohnmobil nach Marokko 2018

Marokko-Reisebericht  |  Reisezeit: März - Mai 2018  |  von B. & F. S.

Moulay Idris und Chefchaouen


Mittwoch, 18. April: مصطفى الحمدوشي (Zerhoun) ► مولاي إدريس (Moulay Idriss) ► شفشاون (Chefchaouen), 211 km

Auch heute ist erst Teezeremonie bevor wir loskommen. Inzwischen waren wir, einschließlich der vorigen Reise, das dritte Mal hier zu Gast. Nun möchten wir uns die unweit auf einem Hügel vor dem Berg Zerhoun gelegene heilige Stadt Moulay Idriss ansehen. Steil führt die Straße innerhalb der Stadt hinauf. Wir sind kaum ausgestiegen, da bietet schon ein Einheimischer seine Dienste an: Stadtführung mit Panoramablick. Wir gehen mit ihm.

Er verschafft uns in einer versteckten Gasse hoch oben einen bemerkenswerten Blick über die Stadt, führt uns durch die engen Gassen, über den Markt und wieder zurück zum Auto. Wir bezahlen ihm 50 Dirham. Früher durfte die ganze Stadt von Ungläubigen nicht betreten werden.

Jetzt gibt es noch einen Sperrbezirk um das Mausoleum die Moschee und die Koranschule, hier ist der Zutritt für Nichtmuslime auch heute noch nicht gestattet. Mehrsprachige Tafeln in der Gasse weisen darauf hin.
Wir kehren nicht zur Hauptstraße zurück, sondern fahren auf der schmalen schlechten Straße durch die Berge, kommen durch ein Dorf mit Höhlenwohnungen in einer Steilwand und haben dann einen großartigen Blick über die weite Ebene mit Feldern und Olivenhainen.

Am Fuße des Berges treffen wir auf die gut ausgebaute N13. Sie führt durch große Getreide und Gemüsefelder. Auch hier hat es anscheinend in der letzten Zeit viel geregnet. Der Fluss Sebou führt soviel Wasser, das es auch für die Menschen hier nicht alltäglich ist. Sie haben sich mit ihren Autos am Ufer und an den Brücken versammelt und schauen in den Fluss.
Nun sind rechts und links fast ausschließlich Orangenplantagen. Wir kaufen auch gleich welche, dieser Duft!
Vor Quazzane verlassen wir die Ebene und folgen der Ausschilderung „Panorama-Camping“ in die Ausläufer des Rif-Gebirges. Das letzten Kilometer sind sehr schmal und unwahrscheinlich steil, so dass wir nur im ersten Gang fahren können. Um uns ist sehr schöne grüne Gebirgslandschaft mit weiten offenen Ausblicken. Nach diesem Aufstieg ist die Zufahrt zum „Panorama-Camping“ erreicht, er macht diesem Namen wirklich alle Ehre. Aber leider ist die Einfahrt so verwachsen und seitlich geneigt, dass hier nicht einmal ein Kastenwagen hineinfahren kann. Das bedauern wir wirklich. Es ist jetzt 14.⁰⁰Uhr und wir hätten gerne den Rest des Tages hier oben verbracht und den herrlichen weiten Ausblick genossen. So müssen wir leider umkehren. Nach ein paar Metern winkt uns plötzlich ein Mann an der Straße zu und wir halten. Er telefoniert und reicht uns das Handy weiter. Am anderen Ende ein deutsch sprechender Marokkaner dem der Platz gehört. Er bietet uns an, bei seinem Bruder am Haus zu stehen. So folgen wir dem netten Bruder bis zu seinem Anwesen, stellen dort fest, dass wegen der Gräben mit unserem Auto ein Verlassen des Weges nicht möglich ist. Dann fahren wir heute bis Chefchaouen. Wir finden unterwegs noch einen schönen Platz für die Mittagspause und sehen, auch auf den Gipfeln des Rif-Gebirges liegt Schnee. Wegen der Ausblicke haben wir noch etliche Fotostopps.

Nach einer Kurve liegt die Stadt am gegenüberliegenden Berghang vor uns. Alle Häuser blau und weiß kleben am Steilhang. Wir sind nicht die einzigen die an dieser Stelle Fotos machen. Die direkte Anfahrt können wir nicht nehmen, eine Brücke ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Behellfsumfahrung knickt so steil ab, da kommt selbst unsere robuste blaue Zitrone nicht drüber. Also müssen wir von der anderen Seite her in den Ort fahren. In der Stadt führen die Straßen in Serpentinen mit extremer Steigung nach oben. Hoch über den letzten Häusern ist der Campingplatz. Von unserem Standplatz aus haben wir einen wirklich sensationellen Ausblick.
Lange unterhalten wir uns mit zwei netten Schweizern, mit Knaus Kastenwagen. Sie treten ihre Zweimonatsreise gerade erst an, wir hingegen sind schon auf dem Heimweg. Übrigens gleich als wir ankamen, sahen wir den Dänen-VW mit der roten Sandschaufel auf dem Dach, den wir schon vorher zwei Mal auf dieser Reise getroffen haben, in Zagora und in Agdz. Wir gehen hinauf zu ihnen und begrüßen sie. Sie bieten uns gleich Stühle und Wein an. Eine Ganze Zeit reden wir mit Inge und Peter.


Donnerstag, 19. April: شفشاون (Chefchaouen)

Gleich nach dem Frühstück laufen wir hinab in die Altstadt. Mir graut es jetzt schon vor dem wieder hochlaufen. Ein wenig suchen wir nach dem rechten Weg, dann sind wir inmitten den warengefüllten engen blauen Altstadtgässchen. Viele schöne kleine Plätze, versteckte Durchgänge und Treppen sind zu erkunden.

Wir schauen mal hier und mal da rein. Ein Schreiner zeigt uns seine Holzwaren, teilweise ausgeklügelte Systeme, Schatzkisten mit Geheimschlössern aus ganz aus Holz. Zuvor haben wir uns einen Fruchtsaft pressen lassen aus Orangen und aus so aprikosenmandelähnlichen Tomatenpflaumen. Den Namen der Früchte haben wir schon wieder vergessen. Vom Markt nehmen wir einige von diesen Dingern mit, und kaufen auch noch für das Abendessen Kartoffeln, grüne Bohnen und lassen uns von einem Marktfleischer Lammkefte machen. Wegen unsere schweren Marktbeute entscheiden wir uns für ein Petit-Taxi, das uns mit Speed für 20 Dirham die steilen Straßen hochbringt.
Den Rest des Nachmittags sitzen wir in unseren blau-weißen Stühlen und lassen uns von der Sonne bescheinen. Abends gibt es ein leckeres Kefteessen mit den Zutaten vom Markt.
Abends treffen wir hier auch noch die Deutschen vom Bellevue Zerhoun.

© B. & F. S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Schon einmal in Marokko unterwegs, waren wir fasziniert von Land und Leuten. Wir werden wiederkommen schworen wir damals. Das haben wir nun getan und haben mehr Zeit mitgebracht als auf der Reise von 2014. In zwei Monaten nahmen wir 10.682 Kilometer mit unserer blauen Zitrone unter die Räder.
Details:
Aufbruch: 06.03.2018
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 01.05.2018
Reiseziele: Marokko
Frankreich
Spanien
Deutschland
Der Autor
 
B. & F. S. berichtet seit 32 Monaten auf umdiewelt.