Äthiopien 2017 - Zum ersten Mal Afrika

Äthiopien-Reisebericht  |  Reisezeit: April / Mai 2017  |  von Ines Buchholz

14.04.2017 - Ankunft in Addis Abeba

Ankunft

Nach 7,5 Stunden Flug sind wir gut in Addis Abeba gelandet. Am Flughafen läuft alles reibungslos. Das Visum erhalten wir für 50 US-DOLLAR.
Addis Abeba heißt soviel wie Neue Blume. Die Stadt wurde 1886 im Herzen des Landes gegründet und liegt auf einer Höhe von ca. 2300m.

BOLE

BOLE so heißt der Flughafen. Da stehen wir nun vor dem Gebäude zwischen all den Einheimischen und warten darauf von unserem Guest House abgeholt zu werden. Es dauert nicht lang und wir werden freundlich mit :"Can I help you?" angesprochen. Wir erklären kurz die Situation und schon telefoniert der junge Mann. Er versichert uns das unser Fahrer gleich kommt und so war es dann auch

Unser Guesthouse

Unsere Unterkunft liegt ausserhalb des Zentrums. Alle Straßen sind staubig und wir fahren durch enge Gassen. Viele Häuser sind von hohen Mauern und Stacheldraht gesichert, so auch unser Guesthouse. Wir werden höflich empfangen und man zeigt uns unser Zimmer im dritten Stock. Im Hof sitzen stets zwei junge Männer die das "Anwesen" bewachen.

Ein Blick von unserem Balkon

Ein Blick von unserem Balkon

Erste Eindrücke von Addis Abeba

Mit dem hauseigenen Shuttle lassen wir uns dann zum National Museum fahren. Wir wollen Lucy unsere Vorfahrin besuchen. Sie wurde in der Danakil Wüste gefunden und wird auf ein Alter von ca. 3 Millionen Jahre geschätzt.

Das National Museum

Das National Museum

Lucy  sie wurde 1974 entdeckt und hat ihren Namen nach einem Song der Beetles, der im gleichen Jahr erschienen ist, erhalten.

Lucy sie wurde 1974 entdeckt und hat ihren Namen nach einem Song der Beetles, der im gleichen Jahr erschienen ist, erhalten.

Wir erleben Ostern und einiges mehr

Wir wollen weiter zur St. George Church. Da wir den Weg nicht kennen, halten wir Ausschau nach einem Taxi. Nach kurzem verhandeln fährt uns schließlich eines für 100 BIRR zum gewünschten Ziel.
Die Stadt ist furchtbar staubig. Auf den Straßen sind unzählige Menschen unterwegs. Die meisten sind ganz in Weiß gekleidet.
An der Kirche sind unzählig viele Gläubige. Rund um die Kirche wird alles mögliche verkauft und alle sind am beten. Über Lautsprecher der Kirche können wir die Gebete hören.
Wir fallen auf in unserer bunten Kleidung. Wir werden beäugt, aber ansonsten nimmt kaum jemand wirklich Notiz von uns.
Bis uns schließlich ein junger Mann anspricht und sich vorstellt: er heißt Daniel und erzählt, dass er einen deutschen Paten hatte, der ihm seine Schulbildung finanziert hat. Tatsächlich spricht er etwas Deutsch.
Er erzählt uns, dass hier die Osterfeiertage mit viel beten und bitten um Vergebung verbracht werden.
Wir fragen ihn nach dem Weg zur "Holy Trinity Cathedral".
Er beschreibt kurz den Weg und schon marschieren wir los.
Plötzlich steht er wieder neben uns, weil er uns begleiten möchte. Wir sollten uns den großen Markt anschauen, den würde er uns gern zeigen. So kommt es, das wir nun zu dritt unterwegs sind.

St Georgs Kirche

St Georgs Kirche

Überall sehen wir Gläubige.

Überall sehen wir Gläubige.

Auf gehts zum Markt

Wir sind zu Fuß unterwegs und bekommen einen ersten Eindruck von dieser Stadt.

Hier kaufen wir Wasser. Das Mädchen hat dunkle Tattoos im Gesicht, das ist typisch für Menschen aus Gondar. so erklärt uns Daniel.

Hier kaufen wir Wasser. Das Mädchen hat dunkle Tattoos im Gesicht, das ist typisch für Menschen aus Gondar. so erklärt uns Daniel.

Am Straßenrand werden Hühner verkauft für das Festessen zu Ostern.

Am Straßenrand werden Hühner verkauft für das Festessen zu Ostern.

Hier wird Gras verkauft. Es dient als Teppich, um das Zuhause für die Festtage herzurichten.

Hier wird Gras verkauft. Es dient als Teppich, um das Zuhause für die Festtage herzurichten.

Das ist Daniel. Noch sind wir unbeschwert mit ihm unterwegs.

Das ist Daniel. Noch sind wir unbeschwert mit ihm unterwegs.

Ach ja, der gute alte Käfer

Ach ja, der gute alte Käfer

Diese Familie gehört zur Volksgruppe der Tigray.

Diese Familie gehört zur Volksgruppe der Tigray.

Das Leben findet auf der Straße statt, im Staub und oft auch im Müll.

Das Leben findet auf der Straße statt, im Staub und oft auch im Müll.

Holy Trinity Cathedrale

Jetzt besuchen wir die "Holy Trinity Cathedrale"
Wieder unzählige Gläubige und laute Gebete über Lautsprecher. Die Menschen knien nieder und beten. Wir sind mittendrin und sehr ergriffen von der Zeremonie.

Holy Trinity Cathedrale

Holy Trinity Cathedrale

Dann sind wir am Rande der Stadt unterwegs. Kaum zu glauben in welch einfachen Hütten die Menschen hier leben.

Dann sind wir am Rande der Stadt unterwegs. Kaum zu glauben in welch einfachen Hütten die Menschen hier leben.

So werden die weißen Tücher gewoben. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns  jeder ein  Schultertuch gekauft.

So werden die weißen Tücher gewoben. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns jeder ein Schultertuch gekauft.

Abzocke - Noch mal gut gegangen

Es ist fast 14 Uhr als wir total platt in einen Kleinbus steigen, den Daniel für uns angehalten hat. Es scheint ein Sammelbus zu sein. Aber alle Passagiere steigen aus und wir sitzen plötzlich allein mit Daniel im Bus.
Daniel meint, wir würden bis zu unserem Guesthouse gefahren werden und die Fahrt würde 400 Birr kosten. Wir schütteln den Kopf, denn es ist uns zu teuer.
Nach einiger Diskussion meint Daniel, dass er den Busfahrer auf 300 runtergehandelt hat. Es scheint uns immer noch viel, aber wir willigen trotzdem ein.
Plötzlich erhebt Daniel eine Forderung: er will sich ein Buch für 60 US$ kaufen und das sollen wir ihm für seine Dienste heute bezahlen.
Wir sind sprachlos und mit der maßlosen Forderung nicht einverstanden.
Wir diskutieren lange hin und her. Daniel wird immer lauter. Irgendwann fängt er auch an mit dem Fahrer zu streiten.
Alle Freundlichkeit ist verschwunden und er droht mit Polizei. Als ich sage, dass wir da gern hinfahren können lenkt er ein.
Der Bus fährt inzwischen im Kreis, so unser Gefühl. Auch der Fahrer fühlt sich nicht wohl in seiner Haut, das können wir spüren.
Irgendwann willigt Daniel ein, sich mit 800 Birr zufrieden zu geben und wir atmen tief durch.
Nun suchen er und der Fahrer noch unser Guesthouse. Sie scheinen den Weg nicht zu kennen und fragen immer wieder Passanten.
Ein paarmal wollen sie uns schon raussetzen indem sie nach vorn zeigen und behaupten da wäre das Guesthouse. Aber wir bleiben stur sitzen, bis wir schließlich tatsächlich am Ziel sind. Als wir dem Fahrer die 300 Birr geben schaut er uns mit großen Augen an, er will mehr!!
Die jungen Männer unseres Guesthouses haben inzwischen den Tumult bemerkt und das Tor geöffnet. Schnell schlüpfen wir rein und überlassen den Männern die Diskussion.

Injera

Nach etwas Ruhe und einer Dusche gehen wir zur Rezeption um etwas zu essen.
Dort lernen wir Augustin aus Argentinien kennen,
Er spricht gut Deutsch und erzählt uns viel über Äthiopien, leider viel negatives.
Essen gibt es heute nicht mehr im Guesthouse, da alle in den Kirchen zum Beten sind.
Augustin schlägt vor , dass er uns begleitet zu einem Imbiss vorn an der Straße.
Er bestellt für uns Injera mit Fleisch. Das ist eine Art säuerliches Fladenbrot. Dazu bestellt er Bier.
Wir bekommen Injera mit Spaghetti und 3 Glas Wasser.
Da eine Umbestellung zu umständlich ist versuchen wir die scharfen Spaghetti zu essen. Aber das Wasser geht zurück. Das ist aus Hygiene Gründen zu gefährlich es zu trinken, Bakteriengefahr, meint Augustin.
Nach einigem Hin-und Her bekommen wir eine Sprite, eine Cola und ein Bier.
Wir schaffen etwa 1/3 der Portion und zahlen dafür 81 Birr, etwa 3,50 Euro.
Augustin gibt uns viele Tipps für unsere Weiterreise und dann trennen sich auch schon unsere Wege.

Unsere erste Injera. Ich bin nicht sonderlich begeistert.

Unsere erste Injera. Ich bin nicht sonderlich begeistert.

© Ines Buchholz, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich war erst skeptisch als meine Freundin Christine mir Äthiopien als Reiseziel vorschlug. Aber sie kennt mich und wusste wie ich zu begeistern bin. Sie schickte ein paar Informationen und einige tolle Bilder des Landes und schon fing ich Feuer. Egal, wem wir von unserem Vorhaben erzählten, jeder schüttelte mit dem Kopf und erklärte uns für verrückt. Doch ich wollte unbedingt meine Füße auf die rote Erde setzen, ich wollte auf das Dach von Afrika.
Details:
Aufbruch: 13.04.2017
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 01.05.2017
Reiseziele: Äthiopien
Der Autor
 
Ines Buchholz berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.
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