Äthiopien 2017 - Zum ersten Mal Afrika

Äthiopien-Reisebericht  |  Reisezeit: April / Mai 2017  |  von Ines Buchholz

Resümee

Resümee

Noch nie hat mich ein Land so sehr fasziniert und ergriffen wie Äthiopien. Dieses Land ist so vielfältig hinsichtlich seiner Natur, Kultur und Menschen. Das alles hat mich tief berührt und begeistert.
Nach stundenlangen, anstrengenden Wanderungen im Simien Gebirge und in den Bergen von Lalibela habe ich nicht selten mit Tränen in den Augen wunderschöne Aussichten genossen. Der Anblick der Berge, Felder und Dörfer und die Begegnungen mit den Menschen ließ alle Anstrengungen vergessen.

Noch nie habe ich so viele wirklich arme Menschen gesehen. Kinder in Lumpen, die verschmutztes Wasser trinken und sich über unsere Essensreste freuen. Kinder die auf dem Feld arbeiten statt zur Schule zu gehen. Es gibt zwar die Schulpflicht, aber dennoch gehen nicht alle, den sie werden als Arbeitskraft in den Familien gebraucht.

Menschen wie Happy, die sich bemühen Bildung zu erlangen um ihren Lebensunterhalt als Fremdenführer zu verdienen, aber gleichzeitig ihr Hab und Gut mit den Armen teilen.

Die große Gastfreundlichkeit der Äthiopier ist bemerkenswert.

Auszug aus den Hinweisen des Auswärtigen Amtes:
".....Der Versand von elektronischen Nachrichten (SMS), Nachrichten über soziale Netzwerke und E-Mails kann vorübergehend eingeschränkt sein. In weiten Teilen des Landes war das mobile Internet wochenlang abgeschaltet. Mit temporären Einschränkungen bei der Verfügbarkeit mobiler Daten und dem Internet ist weiterhin zu rechnen."
Diese Einschränkungen traten tatsächlich einige Male ein, obwohl Internet vorhanden war, wurde z.B. "WhatsApp" geblockt"

Die Geschichte eines jungen Mannes aus Gondar hat uns besonders berührt:
Während der Unruhen 2016 kam die Polizei in seinen Wohnort um alle Männer abzuholen. Sie alle standen unter Generalverdacht an den Unruhen beteiligt gewesen zu sein. Er wurde von seiner Mutter in ein großes Wasserfass mit Deckel versteckt. Dort musste er über Stunden ausharren. Aber er hatte Glück und wurde nicht gefunden. Anschließend konnte er fliehen. Nun traut er sich aber nicht in seine Heimatstadt zurück.

Dann ist da noch die Geschichte mit dem kleinen Waisenhaus. Ein junger Mann (Happy, unser Guide und inzwischen auch Freund) und zwei seiner Freunde geben sechs Kindern und einer jungen Frau mit Baby ein Dach über den Kopf, indem sie die Hälfte ihres Einkommens dafür hergeben um z.B. die Miete für das bescheidene Haus zu zahlen. Kleine Kinder die ohne ihre Hilfe verhungern und verwahrlosen würden. Kinder die sich zu viert eine Matratze auf dem Boden zum schlafen teilen. Kinder die sich nun auf ihre neuen Betten freuen. Wir sind froh und dankbar, das wir ein wenig helfen konnten und werden es weiter tun.

Äthiopien ist arm und reich zugleich. Reich an unglaublicher Menschlichkeit und Natur und doch so arm, das Menschen und Tiere kaum überleben können.
Uns hat es so stark berührt, das wir wieder kommen wollen!

See you again in Lalibela!

See you again in Lalibela!

© Ines Buchholz, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich war erst skeptisch als meine Freundin Christine mir Äthiopien als Reiseziel vorschlug. Aber sie kennt mich und wusste wie ich zu begeistern bin. Sie schickte ein paar Informationen und einige tolle Bilder des Landes und schon fing ich Feuer. Egal, wem wir von unserem Vorhaben erzählten, jeder schüttelte mit dem Kopf und erklärte uns für verrückt. Doch ich wollte unbedingt meine Füße auf die rote Erde setzen, ich wollte auf das Dach von Afrika.
Details:
Aufbruch: 13.04.2017
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 01.05.2017
Reiseziele: Äthiopien
Der Autor
 
Ines Buchholz berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.
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