Madagaskar - wo der Pfeffer wächst oder die Pest ausgebrochen ist

Madagaskar-Reisebericht  |  Reisezeit: Dezember 2014  |  von Herbert S.

von Antsirabe nach Sahambavy: Teeplantage Sahambavy

Vor dem Frühstück breche ein erstes Stück Frangipani ab, nachdem der Oberkehrboy verschwunden ist. Auf meinem Vorfrühstücksspaziergang laufe ich ein wenig durchs Dorf, besuche die Frauen beim Waschen, ein kleiner Kiosk hat auch schon geöffnet und die Jungen am See versuchen mit einem Bambusstöckchen zu angeln - aber ohne Erfolg.

die Hütten des Lac-Hotels

die Hütten des Lac-Hotels

Obstkiosk in Sahambavy

Obstkiosk in Sahambavy

Zum Frühstück gibt es heute keine Eier, obwohl genügend Hühner über die Wege laufen oder im Kochtopf landen.

Gefrühstückt wird im fantastischen Garten - auch wenn das Restaurant innen ausgesprochen attraktiv ist - inmitten von Blumenrabatten und neben einem nostalgischen Waggon der Eisenbahnlinie, der als Luxusappartement eingerichtet ist.

Innenraum des Restaurants

Innenraum des Restaurants

Frühstück im Gartenpavillon

Frühstück im Gartenpavillon

außer den Hütten im See bietet das Lac-Hotel auch diesen Waggon als Luxusappartement an

außer den Hütten im See bietet das Lac-Hotel auch diesen Waggon als Luxusappartement an

Als Rina kommt, sehe ich schon im Anflug, dass unser Zug nicht fährt. Er ist gestern erst um 01.00 Uhr in der Nacht angekommen und muß in Fianarantsoa erst repariert werden. Eine Abfahrt nach 11.00 Uhr läßt unser Zeitplan nicht zu und daher wird das Ersatzprogramm gestartet.
Schon der KnowHow berichtet: Sollte die Eisenbahn an die Ostküste gerade mal wieder "en panne" sein, sollte man die Chance nutzen, um die Teeplantagen (350 ha) von Sahambavy zu besuchen.

Zunächst geht es wenige hundert Meter zurück, wo ein Weg, der den Namen kaum verdient, zur einzigen Teeplantage Madagaskars führt. Dort läuft gerade eine Führung, so dass wir zunächst zu einem Aussichtspunkt fahren, von dem wir den Überblick über die Teeplantage haben.

Den Weg zurück wollen wir zu Fuß zurücklegen und nach Ankunft beginnt die Führung. Dabei ist für uns die Eigenkonstruktion zum Entfernen der unerwünschten Stängel neu - ein Transportband läuft bergauf und rotierende Rollen werfen die Stängel durch Adhäsion in die untere Schale, der feine Tee läuft durch in Behältnisse.

Antriebsmaschinen stammen aus England

Antriebsmaschinen stammen aus England

Die Qualität des bei Sahambavy produzierten Tees ist gut genug, dass er sich auf dem Weltmarkt auch gegen die etablierte Konkurrenz aus China, Indien und Sri Lanka behaupten kann. Etwa 85% der 500 Tonnen Tee, die hier produziert werden, gehen in den Export, nur maximal 20% werden in Madagaskar konsumiert - der schon lange in Madagaskar produzierte Kaffee lässt sich nicht so leicht als Frühstücksgetränk verdrängen.

es gibt fünf Qualitätsstufen - wie auch auf Sri Lanka

es gibt fünf Qualitätsstufen - wie auch auf Sri Lanka

Wie es sich bei einer Fabrikbesichtigung gehört, gibt es im Anschluß der Führung natürlich eine Probe und eine Verkaufsstelle. Mir gefällt der kleine Beutel mit Baobab-Bäumen, der alle vier Sorten à 50g enthält. Es gibt inzwischen auch grünen Tee und solchen mit Minz- oder auch Vanillegeschmack, dem pro Tonne Tee 6 kg einheimische Vanille beigemischt werden.

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der Plan steht schon länger - in den zweitgrößten Inselstaat der Welt. Aber sollen uns die Moskitos stechen, hilft die Malariaprophylaxe? Nun ist auch noch die Pest ausgebrochen. Die USA haben aber Levofloxacin als Beulenpest-Medikament freigegeben. Die Entscheidung ist gefallen - wer was sehen will, muß fühlen? Außerdem geht es aus dem deutschen Schmuddelwetter raus.
Details:
Aufbruch: 12.12.2014
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 31.12.2014
Reiseziele: Madagaskar
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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