Namibia August/September 2008

Reisezeit: August / September 2008  |  von Daniel Möhler

Oranje, Fish River und Köcherbäume

Denn am nächsten Tag brechen wir auf um noch weiter in den einsamen Süden zu reisen. Wir wollen zum Oranje-Fluss fahren, die Grenze zu Südafrika. Zunächst geht es sogar auf Teer bis nach Rosh Pinah, durch wilde, zerklüftete, graue Berge. Kurz vor der südafrikanischen Grenze erreichen wir den Oranje, der einzige Fluss mit Wasser den wir innerhalb von 4 Wochen in Namibia sehen. Eine kleine Straße schlängelt sich zwischen Fluss und Gebirge entlang, ein paar Paviane begleiten uns und immer wieder schauen wir rüber nach Südafrika.

In der Nähe von Rosh Pinah

In der Nähe von Rosh Pinah

Wir wollen heute in Norotshama übernachten, einer Lodge direkt am Fluss, inmitten von Weinbergen. Das mag sich jetzt romantisch und schön anhören, ist aber eigentlich mehr als hässlich. Denn die schwarzen Arbeiter leben (wenn man es tatsächlich "leben" nennen kann) in armseligen, dreckigen Hütten etwas außerhalb der Weinberge, es sieht aus wie eine große Müllhalde. Die Lodge dagegen strotzt nur so vor Luxus und dieser extreme Gegensatz kommt uns schon etwas komisch vor. Als uns dann die Lodgebesitzerin noch erzählt, dass sie nicht auf dem Campingplatz bleiben würde, denn da wären ja nur Schwarze und die würden sich ja im Regelfall nicht benehmen, entscheiden wir uns den Ort schnell wieder zu verlassen. Man sieht im ganzen Land noch sehr große Unterschiede bei der Behandlung zwischen Schwarz und Weiß, aber das Bestreben nach Gleichberechtigung ist deutlich erkennbar. An diesem Ort wird aber scheinbar Wert auf Rassentrennung gelegt und wir sind froh als wir später einen ruhigen, friedlichen, schwarzweißen Campingplatz direkt am Fluss finden. Hier gefällt es uns mehr als gut, wir leihen uns ein Kanu aus und baden im Fluss, was unbedenklich ist, denn hier leben keine wilden Tiere, wie Krokodile. Da der Oranje so wenig Wasser führt, geht es einem meist nur bis zum Knie und so können wir durch den Fluss nach Südafrika spazieren. Und so können wir jetzt auch behaupten mit dem Kanu nach Südafrika gereist zu sein .

Blick nach Südafrika

Blick nach Südafrika

Leider müssen wir am nächsten Tag das Abiqua Camp verlassen, denn in 5 Tagen fliegen wir schon wieder zurück nach Deutschland, dabei sind wir noch mehr als 800 Kilometer von Windhoek entfernt - und das bei diesen Straßen. Erstes Ziel ist heute der Fish River Canyon, der zweitgrößte Canyon der Welt. Dort genießen wir die fantastische Aussicht in die 500 Meter tiefe Schlucht. Schade ist allerdings, dass man nicht hinunterwandern kann, denn der Abstieg gilt als lebensgefährlich und im Tal erwarten einen Temperaturen von 50 Grad. Eine Wanderung ist nur als geführte ca. 4 Tagestour möglich und die Zeit haben wir nicht mehr, mal abgesehen davon, dass uns das gerade auch zu anstrengend ist.

Da man außer Aussicht-genießen nicht so arg viel machen kann geht unsere Reise weiter über Seeheim und Keetmanshoop zum Köcherbaumwald-Camping, ein kleiner, sehr einfacher aber idyllischer Campingplatz. Wer jetzt denkt wir hätten in/bei einem Wald gecampt, der irrt, denn Wald bedeutet hier nur die Ansammlung von einigen Pflanzen mit großen Abständen dazwischen. Nichtsdestotrotz bieten die Köcherbäume ein tolles Fotomotiv in der Abendsonne. Während wir kochen, taucht plötzlich ein großer weißer Skorpion zwischen Susis Beinen auf und setzt sich genau neben Daniel. Zum Glück hat das Tier noch mehr Angst als wir und verzieht sich schnell im Steppengras. Es wird wieder Zeit etwas vorsichtiger zu sein und vor allem mal wieder festes Schuhwerk anzuziehen.

© Daniel Möhler, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Bericht der 30-tägigen Reise per Mietwagen durch Namibia von Susi und Daniel. Namibias Highlights von Etosha, Swakopmund zum Sossusvlei zum Süden des Landes
Details:
Aufbruch: 19.08.2008
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 18.09.2008
Reiseziele: Namibia
Der Autor
 
Daniel Möhler berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.