Rückenwind

Reisezeit: Januar 2010 - März 2011  |  von Marco Burkhart

Suedafrika: Kapstadt

Kapstadt stand eigentlich nicht auf meiner Liste. Aber eine ausgedehnte Autoreparatur laesst Jan und mich einen Umweg in die beste Stadt der Welt machen. Ich behaupte das nicht von vielen Staedten, genauer gesagt nur von einer: Kapstadt. Es ist fast wie Hamburg, nur mit gutem Wetter und entspannten Menschen, die das Glueck haben an einer grossartigen Kueste zu wohnen. Die Stadt liegt am malerischen Tafelberg, der fruehmorgens von einer Wolkenwelle ueberflogen wird, die langsam ueber die Haeuser absinkt.

Blick vom Tafelberg

Blick vom Tafelberg

Kapstadt

Kapstadt

Roter Tafelberg

Roter Tafelberg

Noch bekannter als der Tafelberg ist der Kap der Guten Hoffnung. Der suedlichste Punkt des afrikanischen Kontinents. Dort, wo Atlantik und Indischer Ozean aufeinander treffen. Das kannst du tatsaechlich sehen, ob du es glaubst oder nicht. Der Atlantik ist deutlich kaelter und anders gefaerbt als der warme indische Strom. Die Kueste ist ein absoluter Traum. Da willst du gar nicht mehr wegfahren, dir ein Haus kaufen und bei einem Rotwein aufs Meer blicken.

Kap der Guten Hoffnung

Kap der Guten Hoffnung

Cape Point

Cape Point

Rotwein gibts hier ja in Huelle und Fuelle. Eine kleine Weintour fuehrt mich mit Jan nach Stellenbosch. Dort, wo suedafrikanischer Wein waechst. Eine lustige Verkaeuferin bei Spier versteht es uns den Wein in Fuelle naeherzubringen. Eigentlich darfst du dort nur fuenf Weine probieren. Aber sie bietet uns noch einen letzten, einen allerletzten und einen-den-muesst-ihr-unbedingt-noch-probieren und zum Abschluss einen Dessertwein an. Da kannst du auch als Quasi-Fachmann nichts mehr unterscheiden. Die Eigendynamik einer Weinprobe hat zugeschlagen.

Es hat mir in Kapstadt so gut gefallen, dass ich drei Wochen spaeter nochmal hinfahre. Mal wieder steht ein groesses Ereignis auf dem Programm. Meine Mama kommt mich in Suedafrika besuchen und macht zwei Wochen Urlaub im afrikanischen Sommer. Wir machen die Tour an den Kap und ueber die Weingueter Stellenboschs nochmal gemeinsam. Fuer meine Mama als Frau vom Fach ein absolutes Muss. Wir besuchen das Weingut des Sockenherstellers Peter Falke. Allerdings schmecken die Weine weder wollig noch muffig noch kaesig noch loechrig. Dass dieser Falke der Inhaber ist, erfahren wir quasi am Ende der Fuehrung. An meine Fuesse lasse ich seit Jahren nur Falke Socken und bin ich vollauf begeistert, wie hervorragend auch noch die Weine schmecken. Das kleine, kultige Weingut kommt sehr modern und loungig daher. Fuer den normalsterblichen Winzer schwer finanzierbar.

Sockengut Falke

Sockengut Falke

Das kleinste private Weingut in der Region mit 2,2 ha wird vom schweizer Ehepaar Bein bewirtschaftet. Die Beins haben sich in den 90ern vor den ersten freien Wahlen in Suedafrika fuer eine Auswanderung entschieden und als Quereinsteiger von Tierarzt auf Weinbau umgesattelt. Im Bein Wine Cellar werden ausschliesslich Merlots an- und ausgebaut, die in ihrer Qualitaet so ziemlich jeden Merlot in Stellenbosch hinter sich lassen. Einfach ganz grosse Klasse. Die Weinberge werden per GPS und Infrarot auf Wuechsigkeit kontrolliert und kartiert. Dinge, die im deutschen Weinbau noch relativ fremd sind.

© Marco Burkhart, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am Donnerstag, 28. Januar früh fuhr ich mit dem geliehenen Citroen "Jolly" Jumper, über die Elbbrücken Richtung Freiburg. Auf Delta Radio lief "Rückenwind" von Thomas D. Ich dachte nur, was gibt es passenderes als Titel für dieses Kapitel?
Details:
Aufbruch: 31.01.2010
Dauer: 14 Monate
Heimkehr: 31.03.2011
Reiseziele: Argentinien
Chile
Antarktis
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Panama
Costa Rica
Botsuana
Sambia
Mosambik
Südafrika
Namibia
Ruanda
Tansania
Der Autor
 
Marco Burkhart berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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