Urlaub 2010 in Südafrika

Südafrika-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2010  |  von Manfred Billert

Im September 2010 waren meine Freundin (K) und ich (M) gemeinsam im Urlaub in Südafrika. Wir sind von Berlin nach Kapstadt geflogen, haben dort ein Auto gemietet und sind dann fast durch das ganze Land gefahren. Dieser Reisebericht ist für alle, die einen ähnlichen Urlaub planen und für alle die gern wissen möchten, was man auf so einer Reise erleben kann. Es gab wirklich eine Menge zu sehen und wir haben viel erlebt. Es war mit Abstand der schönste Urlaub seit vielen Jahren.

Von Berlin nach Kapstadt.

Mit KLM nach Südafrika.

Mit KLM nach Südafrika.

Ankunft in Südafrika

Schon sehr früh am Morgen des 2. 9. 2010 hat der Wecker geklingelt. Um 3 Uhr sind wir aufgestanden, haben unser Gepäck geschnappt und sind mit der ersten S-Bahn zum Flughafen Tegel gefahren. Wir waren etwa 2 Stunden vor dem Check-in an unserem Schalter. Das war keine Minute zu früh, denn es standen bereits ein paar Leute dort. Kurz nach unserem Eintreffen wurde es sehr voll und eine lange Warteschlange bildete sich hinter uns. Nach nicht all zu langer Zeit waren wir an der Reihe und gaben unser Gepäck auf. Wir hatten unsere großen Koffer zuvor auf einer Haushaltswaage gewogen und so brauchten wir kein Übergepäck bezahlen. Wir hatten nur sehr kleines Handgepäck, alle anderen Fluggäste nahmen dagegen riesige Gepäckstücke mit in das Flugzeug. Einige verstauten sogar Rollkoffer in den Gepäckfächern über den Sitzen. Wir kamen uns ein wenig dämlich vor, mit unserem kleinen Handgepäck und schworen uns, bei der nächsten Reise ebenfalls kleine Rollkoffer als Handgepäck zu nehmen. Wir flogen von Berlin mit einem Stopp über Amsterdam nach Kapstadt. Unsere Boing hatte beim Start eine halbe Stunde Verspätung. Da wir jedoch genügend Zeit zum Umsteigen in Amsterdam hatten, machte uns die Verspätung nichts aus. Es gab einen kleinen Snack an Bord des KLM Flugzeuges. Das Personal war freundlich und sehr zuvorkommend. In Amsterdam stiegen wir in eine andere Boing und flogen von dort nach Süden. Um unsere aufgegebenen Koffer mussten wir uns nicht kümmern. Die wurden automatisch in das neue Flugzeug weiter geleitet. Ohne weiteren Aufenthalt überquerten wir die Alpen, das Mittelmeer und den ganzen afrikanischen Kontinent. Eigentlich hatten wir einen Fensterplatz gebucht. Allerdings waren unsere Sitzplätze genau am Flügelansatz. Das ist die Stelle in der 747, an der zwei Rumpfteile der Maschine an einander getackert hat. An dieser Nahtstelle hat die Maschine kein Fenster. Vor uns und hinter uns konnten die anderen Passagiere locker hinaus schauen, während wir auf die Wand ohne Fenster schauten. Dafür hat uns KLM mit einem tollen Essen entschädigt. Auch in diesem Flugzeug waren die Stewardessen schnell, aufmerksam und sehr freundlich. Bis auf ein paar Turbolenzen war der Flug angenehm und ruhig. Allerdings ziehen sich die Stunden auf einem so weiten Flug doch sehr in die Länge. Das Klügste ist es, die meiste Flugzeit einfach zu verschlafen. Doch so viel man auch schläft, irgendwann drückt die Blase. Die Flugzeugtoilette fand ich total beeindruckend. Die Schüssel war innen mit Teflon beschichtet und so blieb sie immer sauber. Nach mehr als der Hälfte der Flugzeit bekam K starke Kopfschmerzen, die sich bald zu einer Migräne steigerten. Als die Tabletten ihr nicht halfen, verkroch sich K mit dem Kopf unter eine Decke und litt tapfer vor sich hin. Ich testete den Bordlikör und befand ihn für sehr gut. Die Stewardessen waren mit dem Zeug überhaupt nicht geizig und kippten die Plastikbecher immer bis zur Hälfte voll. Wer es darauf anlegte, konnte sich in kürzester Zeit besaufen. Pünktlich um 22.00 Uhr setzte unsere Maschine in Kapstadt zur Landung an. In der Warteschlange zur Passkontrolle mussten wir einen Zettel ausfüllen. Ich kann ein wenig englisch, doch dieses Bürokratenzeug konnte ich nicht übersetzen. So ließ ich mir von anderen Fluggästen helfen. Mühsam haben wir den Zettel Zeile für Zeile ordentlich ausgefüllt, nur um dann fest zu stellen, dass die Dame in der Passkontrolle alle Zettel einfach auf einen Haufen warf, ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen. Gleich nach diesem bürokratischen Empfang erwarteten uns unsere Koffer auf dem Gepäckband. Mit einem voll gepackten Gepäcktrolley fuhren zum Zoll. Merkwürdiger Weise wurden nur dunkelhäutige Afrikaner vom Zoll kontrolliert. Weiße Touristen wie wir, wurden einfach hin durch gewunken. Wir hatten für die erste Zeit in Afrika ein paar Lebensmittel geschmuggelt und waren froh, als wir den Zoll hinter uns hatten. Die Autovermietung war nur wenige Schritte entfernt. Alle unsere Papiere waren in Ordnung und so bekamen wir anstandslos unsere Autoschlüssel. Der Parkplatz war nicht sehr gut beleuchtet und so haben wir unser Auto eine Weile gesucht. Als wir es endlich gefunden hatten, waren wir zu dumm den Kofferraum zu öffnen. Erst nach dem uns ein freundlicher Südafrikaner zeigte, wie der Funkschlüssel funktionierte, konnten wir endlich unser Gepäck verstauen. In Deutschland hatten wir einen VW Polo gebucht. In Südafrika erhielten wir einen KIA, etwa so groß wie ein VW Passat. Wie alle Autos dort unten, hatte der KIA das Lenkrad auf der falschen Seite. Das war schon sehr gewöhnungsbedürftig! Noch schlimmer war es, mit der linken Hand zu schalten. Den Blinker hatten die Autobauer mit dem Scheibenwischer vertauscht. (Wahrscheinlich mit Absicht!) Nur Gas, Bremse und Kupplung hatten sie richtig angeordnet. Mit Mühe fand ich den ersten Gang, nach dem ich zuerst im dritten Gang los gefahren war. Als das Auto dann rollte, suchten wir das Flughafenhotel. Eigentlich mussten wir nur herunter von dem Parkplatz, über die Strasse und das Auto vor dem Hotel abstellen. Aber das dauerte fast eine halbe Stunde. Wir drehten mehrere Runden auf dem Flughafenparkplatz bis wir die Ausfahrt endlich gefunden hatten. Für das Flughafenhotel hatte ich bereits in Deutschland reserviert. Das Zimmer war klein, aber sauber. Wir ließen uns todmüde in die Betten fallen und waren kurz darauf eingeschlafen.

© Manfred Billert, 2011
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 02.09.2010
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 21.09.2010
Reiseziele: Südafrika
Der Autor
 
Manfred Billert berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.