Westafrika: 17 Tage in Ghana / Togo / Benin

Benin-Reisebericht  |  Reisezeit: März 2003  |  von Uwe Decker

Parakou


Freitag, 14.03.2003:

Auszeit. Ich schlafe zwar nicht sehr lange, aber ich liege auf dem Bett, schaue irgendwelche dämlichen afrikanischen Soaps bzw. französischen Schmuddel-Talkshows, die mir noch schlimmer erscheinen als die, die man seit Jahren bei uns auf den Privaten nachmittags sehen kann. Zur Beschäftigung mit sinnvolleren Dingen wie Bücher oder Reiseführer lesen fehlt mir die Energie.

Dass ich die Zeit hier vergammle, ist nicht schlimm. Der Weg ist das Ziel, nach Parakou wollte ich nur, weil es zufällig die Endstation der Bahnlinie ist. Meine Güte, was für ein Kaff ! Dabei ist Parakou doch Hauptstadt der Provinz Borgou, mit 100.000 Einwohnern. Aber das Einzige, was mir bei meinem kurzen Stadtrundgang nachmittags reizvoll erscheint, ist die größere Vielfalt der Menschen, hier sieht man auch mehr Bewohner der Sahelzone, viele Mohammedaner, auch einige Tuareg. Der Einfluss des Islam ist hier deutlicher zu spüren. Aber sonst ? Kaum Restaurants, Straßencafes, Geschäfte, selbst der Markt wirkt wenig anziehend. Wenige geteerte Straßen, nur Sand und Staub.

Der neue Hotelmanager ist ein umtriebiger und freundlicher lustiger Mensch. Er hat vorher ein Hotel in Cotonou geleitet, war auch 10 Jahre in Ghana. Was für eine Strafversetzung, nun hier leben zu müssen! Er macht mir die Disco des Ortes schmackhaft, gleich neben dem Hotel, zeigt sie mir tagsüber. Klein und schnuckelig, gemütlich und geschmackvoll eingerichtet. Heute ist ja Freitag, Wochenende, ich müsse unbedingt kommen. Tue ich auch, aber es ist nur wenig Betrieb, ein paar Jugendliche, später die Upper Class des Ortes, ein paar Ehepaare älteren Jahrgangs, schwache Musik.

© Uwe Decker, 2004
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Reise durch Ghana, Togo und Benin im Frühjahr 2003.
Details:
Aufbruch: 08.03.2003
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 25.03.2003
Reiseziele: Ghana
Lome
Benin
Der Autor
 
Uwe Decker berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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