12 (?) Monate in Benin - ein Leben in einer anderen Welt

Benin-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober 2007 - Oktober 2008  |  von Johanna Hoffmann

Es weihnachtet tatsächlich... 29.11.-19.12.

So endlich mal wieder was von der afrikanischen Seite. Man kommt hier komischerweise tatsaechlich nicht zu viel. auch is das internet wie leider auch das handynetz welches ich benutze, zZ nich sooo funktionsfaehig. mais ça ira!

Ich hab angefangen mit ein paar Leuten vom collège SOS mehr KOntakt zu haben. das is toll, weil ich so auch mehr erleben kann. bei meiner family is alles ja eher un...freizeitlich. einer meiner kumpels is so hiphopmässig. morgen is ein tanzwettbewerb, hiphop und breakdance, den er organisiert hat. er macht auch selber musik und mit dem werd ich vielleicht das eine oder andere konzert erleben; Juhuu

Naja, aber jetz mal lieber zum Bericht des bereits GEschehenen
war mit mireille im Marché Dantokpa. fuer den der sich nicht erinnert, das ist der grose markt, groesste in benin, in cotonou. wir sind um 13 Uhr daheim los und waren um 8UHr abends wieder zurueck. vollgepackt mit tollen sachen... (halt schleichwerbung). war auf jeden fall ein erlebnis. am naechsten tag hab ich dann zimmer, bad und kuecke geputzt. wuerde gerne sagen auf hochglanz. aber das waere geloge, den der harmattan, ein trockener von der wueste herwehender wind, hat bereits angefangen und es ist NICHTS mehr staubfrei. du wischtst drueber und sofort ist wieder eine keine stuabschicht drauf. das is v.a. schlimm wenn man zém faehrt. dauf der strasse wird der wind ja ohnehin aufgewirbelt, plus Harmattan, da kann man schon oefter mal augenschmerzen haben.
Den nachmittag hab ich dann mit meinem Schatz am strand verbracht. das war toll!! das erste mal, dass wir ein paar stunden wirklich alleine hatten und uns auch mal kuessen koennen ohne angst, dass jemand von der familie kommen koennte. denn die eltern und die grosseltern duerfen von der beziehung ja nichts wissen. es ist hier naemlich so, dasss zwar jeder schon frueher beziehungen hat, dass aber vor den eltren verheimlicht. denn es ist eigentlich so, dass man erst dann eine beziehung anfaengt, wenn man was hat, wer ist, die frau gegebenenfalls unterstuetzen koennte. naja, ein abiturient kann das hal eher nicht... Aber bisher haben wir es noch gu geheimhalten koennen.

jedenfalls war der strand grosartig. ich hab nich baden duerfen, weil carin auch nicht schwimmen kann und mich nicht retten koennte falls was passieren wuerde. hehe ich hab es dann aber am donnerstag nachgeholt. da war wieder schwimmen mit SOS und wir sind ja inzwischen nicht mehr im olympiastadion sondern in einem bad am strand das mit meerwasser gespeist wird (höhö was'n ausdruck!). da hab ich dann das Schwimmba schwimmbad sein lassen und bin bisscehn wellenreiten gegangen. juppieh aber hab escho eine ganz schoene kraft...

Auch haben wir seit Anfang Dezember den Weihnachtsbaum im Klassenzimmer stehen. Dazu eine nette geschichte: der weihnachtsbaum ist aus draht und daran sind so aus plastik tannennadeln drangemacht. man kann also die aeste hin und herbiegen und dann mit wundervoll kitschigem pinken und blaumetallenen girlanden und goldenen plastiksternen schmuecken.
jetzt hat also die maitresse den schmuck im plastikbeutel und den zusammengefalteten tannenbaum ins klassenzimmer gebracht und wurde dabei von axel, unserem kleinen traeumer, aufgehalten: "maitresse, qu'est-ce que vous allez faire avec tout ce disordre?" (Maitresse, was was weden sie mit dieser ganzen unordnung machen?) jaja, kinder... genial.
auch sonst wachsen mir die kleinen immer und immer mehr ans herz. das wochenende, 2 tage ohne sie, ist schon zu lang. sie fehlen mir schon!!! ach, es ist echt schwer zu beshreiben. man kann das eigentlich nicht in worte fassen, was diees kinder einem jeden einzelnen tag geben!!! gestern und vorgestern haben wir die lieder und gedichte geuebt, die sie fuer den weihnachtsmann singen werden. wenn ich den text nich kennen wuerde wuerde ich nix verstehen. aber trotzdem ist mir selten ein gesang (oder wohl eher geschrei) naeher ans herz gegangen als das...

ach ja, neben zahlreichen kakerlaken, die sich bevorzugt zu haufen in meinem zimmer aufhalten, was meinen herrn freund veranlasst, mit einem besen bewaffnet auf die pirsch zu gehen weil ich meine lieben freunde nicht allzugern im bett habe; neben kakerlaken also kennen die beniner auch michael jackson. das mah euch crass erscheinen, dass ich das in einem satz erwaehne. aber mir wurde, als sein videoclipim TV kam, knallhart erklaert, dass "seine musik gut ist, aber er ist ein monster." jaja, die welt ist klein...

oh ja, und die geschichte der weihachtsgeschenke... mao, vraiment... also, ich bin dann mit mireille nochmal auf den markt gegangen um geschenke fuer meine familie in D zu besorgen. naja, finde da mal was... und der markt ist eh so anstrengend... okay, besorgt. dann: wer kann das jetzteinpacken und verpacken fuer die post? v.a. weil der durchschnittsbeniner keine pakete verschickt und sich damit also gar nicht auskennt. naja, ich habe also 4mal vom Karton angefangen und immer nur ein "oui oui" zur antwort gekriegt. natuerlich standen sie am ende ahnungslos da.

einpacken tut eine frau bei der friseurin. am samstag is dann aber was dazwischen gekommen, also sonntag. sonntag: ja, aber die kommt doch gar nicht am sonntag! was tun? vielleicht finden wir wen anders?! gesucht gefunden. der friseurlehrling. fuer 4 geschenkeuber eine stunde. mao!! (auf fon "Gott"). und es ist hier die regel, das geschenk in nen kartin zu packen unddann den karton einzupacken. das is dann halt glatt und schoen. ich wollte keine kartins, weil dann das paket noch groesser wird. das ist unmoeglich, madame. ich hab beinahe mit ihr gestritten. okay, also ohne karton. "madame, je viens." klar, dann kam sie mit kartons an. aber so klein wie moeglich, das nimmt keinen platz weg. na gut, um sie nicht voellig zu verzweifeln hab ichihr das dann gestattet. dann eben einpacken und heim. okay, daheim dannn erpackung gesucht, ausgestopft: paket fertig. okay, wie kommt das jetz zur post? bin dann mit dem chauffeur zur post, er hat mich dort abgesetzt. die wollte es nicht nehmen, zu gross. ich soll bitte nach cotonou gehen. also wieder hiem mit dem paket im arm. mit papa serge geredet ob er mich mitnimmt, da er ja in cotonou arbeitet. wieder 2 tage spaeter. nach stundenlangem rumkurven dank des morgendlichen verkehrs wurde mir, an der post angekommen, eroeffnet, dass es 17000 FCFA kosten wuerde. also eindeutig Zu viel. das ist ein deutscher preis. also paket wieder eingepackt und wieder heim. mensah angerufen fuer die deutsche die nach D fliegt uber weihnachten. ja, des is ne freundin von rahel. rahel agerufen. je, sie fraegt mal fuer mich ob die des mitnehmen kann. wieder 2 tage spaeter: ein, kann sie nicht. aber ein anderer fliegt am 20. tja, der kanns auch nicht mitnehmen.

tja, jetz sitz ich also nach all den strapazen (die aber hier normal sind. also, die geschihte gibt nen guten einblick in was das leben hier tagtaeglich bedeutet) auf meinem paket. na toll! aber wie beim haareschneiden kann ich nur sagen, dass es die erfahrungen durchaus wert war

dann gibt es hier in cotonou das "Village de Noël". der einzige weihnachtsmarkt den es gibt. aber quasi ein jahrmarkt mit fahrgeschaeften. weihnachten ist heir das fest der kinder, nur fuer die kinder, auch nur geschenke fuer die kinder. da koennen die dann eben bisschen karussel fahren. wenn sie es sich leisten koennen. wir sind am donnerstag mit den grossen und am freitag mit den kleinen hin. das war sooo toll. aber auch wieder ein typisch beninisches erlebnis: in einem 12Sitzer bus haben 26 Kinder und 6 Erwachsene Platz gefunden. und es ging echt. also, ich hab mich an das gequetsche ja schon gewoehnt. es ging gut hehe angekommen haben die kleinen ie muneder nicht mehr zugekriegt. die waren so gluecklich!!! also, der asudruc auf ihren gesichtern... ich bin ischer, dass sie alle, ALLE, den ganzen abend daheim von nichts anderem geredet haben!!! das war soo toll! Vraiment! ich werde auch irgendwnn bilder online stellen,aber momentan geht das nicht... Aber das war... mir fehlen die worte...

Am wochenende hab ich dann, nachdem ich bisher (leider nur einmal) Pate versucht habe zuzubereiten, das mit dem Reibstein gemacht. écraser. eben Piment, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch zerreiben. zu Brei. wirklich Brei. Man dnekt das sei schwer, aber isses nicht. nur tu einem am tag danach die handballen weh, weilman quasi damit den druck ausuebt. aber jaja, ich kann langsam alles machen was man hier so koennen sollte juppieh juhuu
Die Afrikanerin lässt grüssen!!

© Johanna Hoffmann, 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Endlich wird ein Traum wahr: Mama Africa, ich komme!! Für voraussichtlich 12 Monate werde ich in Abomey leben, davon 6 Monate in einem SOS Kinderdorf, die anderen 6 in einem Krankenhaus ein freiwilliges Praktikum machen.
Details:
Aufbruch: 07.10.2007
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: Oktober 2008
Reiseziele: Benin
Ghana
Der Autor
 
Johanna Hoffmann berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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