10 Tage in SIERRA LEONE

Sierra Leone-Reisebericht  |  Reisezeit: März / April 2011  |  von Uwe Decker

Airport Transfer

Wenn die Planer des Lungi Airport Freetown die Absicht hatten, dem Neuankömmling gleich bei der Ankunft etwas Besonderes zu bieten, dann haben sie dieses Ziel meiner Meinung nach vollumfänglich erreicht. Dass der Flughafen nicht weit von der Stadt im Norden gebaut wurde, macht Sinn. Allerdings liegt die mächtige Mündung des Sierra Leone Rivers dazwischen und Brücken, tja, die gibt es leider nicht. Der Transfer per Straße würde durch das halbe Land führen, noch dazu auf holprigen Straßen. Die Fähre kümmert sich nicht um die Ankunftszeiten der Airlines, die sowieso meist abends im Dunkeln ankommen. Bleibt also der Transport per Boot oder Helikopter. Beide Transportmöglichkeiten hatten in der Vergangenheit schon mit ihren Tücken zu kämpfen, gingen unter bzw. stürzten ab.

Ich wähle nach meiner Ankunft am Lungi Airport den Transfer durch die Luft, in der irrigen Annahme, das würde am schnellsten gehen. Schließlich ist es schon später Freitag Abend und ich möchte schnell in meine Unterkunft. Für das was sich aber vor allem draußen vor dem Flughafengebäude abspielt, bis ich mein Ticket habe, feststeht, welche Maschine ich bekomme (die erste), mein Gepäck wie von Geisterhand verschwindet (um wie aus dem Nichts bei der Landung wieder aufzutauchen) und ich einfach durch eine komplett dustere Gegend in Richtung Rollfeld geschickt werde und nach endlosem Warten endlich die Piloten auftauchen und eine rudimentäre Einweisung in gebrochenem Englisch geben, ist das Wort "chaotisch" die reinste Schmeichelei.

Das ganze Prozedere dient auch nicht unbedingt meiner Beruhigung, als es endlich losgeht, wir knapp über dem dunklen Wasser schweben und in der Ferne endlich die Lichter von Freetown auftauchen. Keine 10 Minuten dauert der Flug, wir erreichen wohlbehalten den Landeplatz. Ich bin heilfroh. Es ist immer aufregend, in einem unbekannten Land anzukommen, überhaupt nicht zu wissen, wie es dort aussieht, was man zu erwarten hat, wie sicher man sich gerade im Dunkeln bewegen kann. Die Ankunft in Freetown / Sierra Leone setzt hier einen dramatischen Akzent. Oder ich hatte einfach nur Pech - vielleicht aber auch die falsche Wahl getroffen. Der Pelican Sea Coach Express, den ich eineinhalb Wochen später für den Transfer zum Abflug wähle, ist sehr viel besser organisiert, und die Anlegestelle ist noch dazu genau gegenüber von meinem Guesthouse. Hätte ich das vorher gewusst ...

Das da links ist meine Reisetasche

Das da links ist meine Reisetasche

© Uwe Decker, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein einhalb Wochen auf Tour in einem höchst ungewöhnlichen Urlaubsland
Details:
Aufbruch: 25.03.2011
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 04.04.2011
Reiseziele: Sierra Leone
Der Autor
 
Uwe Decker berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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