Auf der Suche nach...?

Reisezeit: Oktober / November 2011  |  von Carina :)

Agra und die "Flucht" in den Süden

Leider muss ich diesen wunderschönen Ort in Ajmer und die nette alte Dame nach einen Nacht auch schon wieder verlassen. Habe einen Zug nach Agra (das Taj Mahal muss man ja nun mal gesehen haben) und da es nur noch 1. Klasse Tickets gab, ist das auch mal eine echt schöne Fahrt. Der Schaffner läßt mich an der Tür sogar rauchen Langsam verblaßt der Schrecken von Pushkar.
Vom Bahnhof werd ich abgeholt und dann geht es in eine kleine finstere Gasse, mein Hotel. Vom Dachrestaurant aus schaut man direkt auf den Taj Mahal, das ist schon schön (wird aber hier das einzig Schöne bleiben). Mein gebuchtes Zimmer ist nicht frei und so bekomme ich für diese Nacht das einig Freie, was auch zugleich das Beste im ganzen Haus sein soll. Nun ja, für die paar Stunden wird es gehen und ich habe jetzt schon Angst vor meinem richtigen Zimmer, welches ich morgen bekomme.
Um 6 Uhr in der Früh gehts auf zum Taj Mahal, soll ja bei Sonnenaufgang am Schönsten sein. Das ist er auch, wirklich schön und schon irgendwie beeindruckend. Mache bestimmt ein paar Hundert Fotos und dann gehts zurück zum Hotel. Gut, ich hab den Taj Mahal gesehen und damit ist meine "Mission" in Agra ja eigentlich auch erfüllt. Nach dem ich mein neues Zimmer gesehen habe, WEIß ich das meine Mission hier erfüllt ist. Verschimmelt, dreckig und stinkt ganz fürchterlich. EIgentlich sollte es den Tag darauf nach Varanasi gehen, nur ist mein Zugticket noch nicht bestätigt, stehe immer noch auf der Warteliste. Und da heute auch "Halbzeit" ist, beschließe ich Varanasi ausfallen zu lassen und die nächsten drei Wochen im Süden zu verbringen. Nur in diesem "Stinkeloch" mag ich die Nacht eigentlich nicht bleiben. Gut zwei Stunden verbringe ich im Internetcafe - Resultat: Heut komm ich hier nicht mehr weg. Und ganz in den Süden krieg ich so schnell keinen Flug. So entscheide ich mich dafür am nächsten Tag um 12 nach Daoblin, Goa zu fliegen. Jetzt muss ich nur noch die 250km nach Delhi kommen. Geht so kurzfristig nur mit dem Taxi, aber auch erst morgens um 5. Werd ich die Nacht wohl doch noch hier verbringen müssen. Als das Dachrestaurant zu macht und im Hotel die Lichter ausgehen bleibt mir nix anderes übrig als das Zimmer. Mache wieder den "Tierchencheck", kann aber nix finden. Traue dem Ganzen abert trotzdem nicht, also mit Klamotten aufs Bett (ist ja mal wieder mein einzigstes Möbelstück) und das Licht bleibt auch an. Mittlerweile geht sogar das Internet, so liege ich mit Laptop auf dem Bett als ich SIE entdecke, eine Bettwanze, und dann noch eine und noch eine usw. Langsam hab ich echt die Schnauze voll. Also fange ich an meine Sachen auszuschütteln und zu packen. Habe noch 5 Stunden bis mein Taxi kommt und die verbringe ich in einer schimmligen Ecke auf meinem Rucksack hockend, denn auf dem Bett herrscht mittlerweile richtig viel Leben. Hoffe nur das der Strom bleibt, noch flackerd das Licht nur. Ich weiß genau sobald es dunkel ist starten die Viecher ihren Angriff. Der Strom bleibt und ich verbringe die wahrscheinlich längsten 5 Stunden meines Lebens. Halb 5, raus aus diesem Zimmer - oh wie nett, da liegt ein Scheißehaufen mitten auf dem Flur. Nix wie weg. Ziehe es auch vor, draußen in der dunklen Gasse auf mein Taxi zu warten - was soll mir jetzt denn noch passieren?

Ist ja echt schön

Ist ja echt schön

Gut 4 Stunden bis Dehli und dann nochmal 2 1/2 mit dem Flieger. Daoblim, Goa empfängt mich mit 36 Grad und Kokospalmen überall. NNoch eine Stunde bis Anjuna und dort empfängt mich ein strahlend sauberes Zimmer. Trotzdem wird der Tierchencheck gemacht. Such und suche, kann aber wirklich nix finden. Bin totmüde mittlerweile, aber den Strand will ich noch sehen. Sind auch nur ein paar Minuten durch einen kleinen Waldweg und so stehe ich pünktlich zum Sonnenuntergang mit meinen Füßen im Meer. Um mich herum nur weißer Strand, Kokospalmen und kleine Bambushütten. Auf einmal lacht das Leben mich wieder an Es ist echt wahnsinn wie verschieden und vielseitig dieses Land ist.
Mittlerweile bereichere ich den Verkehr hier auch um noch ein bißchen mehr Chaos - habe einen Motoroller Und das ist mal echt lustig - so nach einer halben Stunde fällt mir dann auch mal ein daß hier ja Linksverkehr ist - hat aber nich wirklich wen gestört. Haare flattern im Wind, Helm gibts hier nich, viel viel hupen und einfach Gas geben. Das macht voll Spaß und den Fahrstil werd ich bestimmt auch nie wieder los Dazu kommt noch, daß ich mich natürlich den ganzen Tag verfahre. Was aber auch nicht schlimm ist, denn an jeder Ecke steht jemand, der einem Literflachen mit Benzin verkauft...
Und so gehen die Tage hier mit rumfahren, am Strand liegen und im Meer planschen rum...

Kokospalmen und Bambushütten

Kokospalmen und Bambushütten

Heilige Kühe am Strand - denen gehts hier auch richtig gut

Heilige Kühe am Strand - denen gehts hier auch richtig gut

Eine von vielen kleinen Strandbars

Eine von vielen kleinen Strandbars

© Carina :), 2011
Du bist hier : Startseite Asien Indien Agra und die "Flucht" in den Süden
Die Reise
 
Worum geht's?:
Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt. Martin Buber (1878 - 1965) Also, auf nach Indien!!! 6 Wochen, allein mit dem Rucksack einmal queer durchs Land. Start und Ziel ist Delhi und dazwischen gibts auch nen "Plan" (der aber bestimmt täglich wieder umgeschmissen wird) und hoffentlich jede Menge Abenteuer und ein bißchen Freiheit...
Details:
Aufbruch: 16.10.2011
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 27.11.2011
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Carina :) berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.