Indien-Reisebericht :Zum Jahreswechsel nach Südindien

Delhi: Hazrat Nizamuddin Dargah

Nizamuddin Auliya ist ein Sufi-Heiliger (1236-1325). Ein stärkerer Einfluss des Sufismus in der moslemischen Welt täte meiner Meinung nach dieser Religion gut. Ursprünglich wollte ich den Sufigesängen beiwohnen, die dort speziell Donnerstags abgehalten werden.

Ich lies mich also in den Stadtteil fahren und fragte mich durch. „you want to go to the holy place?“ Es ging dann in eine schmale Gasse wo ich von Blumverkäufern bedrängt wurde wie selten. Das hörte schlagartig auf als ich mir ein Käppchen aufsetzen lies und mit einer Schale Rosenblätter meinen Weg fortsetzte. Die Sandalen lies ich dabei auch zurück. Entdeckte dann später direkt am Eingang zum Mausoleumsbereich einen Berg Schuhe. Ich folgte den andern bis ich in einem Raum kam mit bunten Tüchern in der Mitte über die Rosenblätter zerstreut wurden, darunter ist wohl der Sarkophag. Es wurde mit grosser Hingabe gebetet. Allerdings haben Frauen zu diesem Raum keinen Zutritt, was meinen Eindruck von einer Religion mit einer tiefen Erkenntnis stark schmälert.

Beim Rausgehen habe ich mich nicht in das Gästebuch eingetragen, das war gekoppelt an eine Spende. Habe aber draussen dem einen oder anderen Bettler was gegeben, denen das Leben teilweise übel mitgespielt hatte.

Ich mischte mich dann unter das Publikum vor dem Mausoleum. Da war einiges los, bin auch auf mehr als einem Selfie gelandet. Der Platz ist übrigens nur 2 km entfernt von dem von westlichen Touristen eher besuchten Humayun's tomb. Da mir noch der lange Flug in den Knochen steckte schaffte ich es nicht mehr zu den Sufigesängen die hier gegen 6:30pm beginnen sollen.

Der Außenbereich rund um das Mausoleum ist gut besucht

Der Außenbereich rund um das Mausoleum ist gut besucht

Der Foto-Hotspot vor dem Mausoleum des Nizamuddin Auliya ...ganz link sieht man Frauen in einer Warteschlange stehen …

Der Foto-Hotspot vor dem Mausoleum des Nizamuddin Auliya ...ganz link sieht man Frauen in einer Warteschlange stehen …

...habe leider nicht gefragt wofür die Frauen anstehen. Wenn ich das richtig sehe gehen Sie in die Moschee Jamat Kahna Masjid, in der sich auch das Grabmal der Mogulprinzessin Jahanara Begum (1614-1681) befinden soll.

...habe leider nicht gefragt wofür die Frauen anstehen. Wenn ich das richtig sehe gehen Sie in die Moschee Jamat Kahna Masjid, in der sich auch das Grabmal der Mogulprinzessin Jahanara Begum (1614-1681) befinden soll.

"Oh Khusrau, the river of love
Runs in strange directions.
One who jumps into it drowns,
And one who drowns, gets across."
Gedicht des hier ebenfalls begrabenen Sufidichters Amir Khusrau (1253-1325)

"Oh Khusrau, the river of love
Runs in strange directions.
One who jumps into it drowns,
And one who drowns, gets across."

Gedicht des hier ebenfalls begrabenen Sufidichters Amir Khusrau (1253-1325)

Scheherazade, erzähl mir eine Geschichte!

Scheherazade, erzähl mir eine Geschichte!

© Walter Wolf, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Beeindruckende Tempelbauten und 30 Grad im Januar. Dazu die Aussicht auf ungewohntes Essen und wohl auch seltsame Bräuche weckten mein Interesse für den Süden Indiens.
Details:
Aufbruch: 13.12.2017
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 08.02.2018
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Walter Wolf berichtet seit 3 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Walter über sich:
Jetzt in der Rente habe ich Zeit zum Reisen. Dies kombinier ich meist mit einem Schachturnier.