Auf Achse: 6 Monate Nordindien, Nepal, Südindien, Thailand

Indien-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2018 - Februar 2019  |  von Erich Backes

Benaulim - Allerlei

Shiva

Shiva ist ein Unikum in Benaulim. Er kennt nachweislich alle Postleitzahlen aus Großbritannien auswendig. Er spricht die 5 großen europäische Sprachen - darunter deutsch - fließend und ca. 25 !!! andere Sprachen so gut, daß er sich mit den Touristen hervorragend unterhalten kann. Insb. sind auch alle skandinavischen Sprachen dabei. Seine Lieblingssätze in deutsch:
- "Gottseidank"
- "Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie ...
- "Deutschland, im HERZEN Europas"

Sein Geschäft sind Cooking Classes, Bird Watch, Fahrräder vermieten. TIP dazu: Seine "Küche" sollte man auf keinen Fall tagsüber besuchen, sonden eher in der Dämmerung oder besser eher nachts Kochkurse machen. Die Fahrräder sind - wie überall - eher reparaturanfällig. Abends im Restaurant auf einem seiner Akquisegängen durchforstet er mit mir die Wikipedia nach "Braunau am Inn" ??? Ließt dann seitenweise in englisch und behält alles. Anderes vergißt er sofort.

Z. B. sein aktuelles Geschäft: Er "sammelt" Münzen. D. h. er erfragt sich von den Touristen das nicht mehr benötigte europäische Kleingeld, Cent, Euro. Hat er genug zusammen, fragt er nach einem 10 Euro-Schein als Tausch gegen seine Münzen, die er dann durchaus großzügig - 8,30 Euro gegen 10 oder auch mal 11,40 gegen 10 - eintauscht. Den Schein wird er dann wohl - das ist nur eine Vermutung - bei gutem Kurs in der Bank wechseln. Das Schöne ist, daß er dies - Sammeln und Tauschen - im Abstand von ein paar Tagen mit ein und demselben Touristen veranstaltet - was aber nun wirklich keinen stören sollte. Irgendwann kommen also auch unsere Münzen wieder zu uns zurück.

Sandfliegen

Es gibt Sandfliegen am Strand. Hillo hatte die ersten Stiche, bei mir sind es inzwischen 2 Dutzend an Füssen, Bein, Oberschenkel (besser ohne Bild). Mein Verhältnis zu Sandfliegen ist etwa so: Tausche gerne 100 australische Outbackfliegen gegen 10 thailändische Mücken und gegen 1 indische Sandfliege. Warum? Thailändische Mücken stechen gerne abends im Restaurant unter den Tischen, jucken dann ca. 20 Minuten durchaus stark und sind dann i. A. komplett verschwunden. Kleinkinder werden deswegen zum Eis-Essen auch gerne auf den Tisch gesetzt. Sandfliegen sieht man nicht oder kaum. Winzige schwarze Punkte, die konsequent die Haut aufbeißen und sich gut tun. 2 Tage spürt man nichts. Dann geht es los. Schöne große rote Flecken, die sich zu kleinen Vulkanen türmen und eine Art Eiter absetzen. Wer juckt und aufkratzt ist selbst schuld. Es nutzt nichts. Die Flecken kommen immer wieder neu. Ca. 14 Tage lang. Wenn man keine Entzündung erkratzt hat. Ich hörte von einer Touristin, die nach 120 Stichen dann doch nach Hause geflogen ist und die Zeit bis zum Abflug ausschließlich unter der Dusche verbrachte.
Was tun gegen Sandfliegen? Nicht direkt in den Sand legen. Sandfliegen können kaum fliegen und bewegen sich nur knapp über dem heißen Sand. Also auf die Sonnenliege mit viel Wind drumherum, dann ist das Risiko relativ gering. Oder man ist einfach Inder, die haben damit wohl keine Probleme. "Na ja, die würden auch niemals auf den Gedanken kommen, sich in die Sonne zu legen." sagt Hillo.

Währungsverfall

Der Währungsverfall hier in Indien - ausgelöst durch die seit Monaten anhaltende Kapitalflucht der ausländischen Investoren - ist schon dramatisch. Der aktuelle Kurs liegt bei 1 zu 86 statt 1 zu 75 im letzten Jahr. Lebensmittel und Benzin sind für die Einheimischen drastisch gestiegen. Benzin ca. 1 Euro pro Liter. Für Touristen ist deswegen alles sehr billig. Wir frühstücken für umgerechnet 2,50 Euro - zusammen. Abendessen incl. 2 große Kingfischer-Bier liegt zwischen 6 und 8 Euro - zusammen. Das ist wirklich schon peinlich. Wir vermuten aus diesem Grund ab November eine Saison mit vielen Touristen - insb. aus dem R-Land.

Gut wohnen kann man schon in Benaulim ...

Gut wohnen kann man schon in Benaulim ...

... wenn auch schon mal die Bäume stören.

... wenn auch schon mal die Bäume stören.

Die Lifeguards wachen über den Strand. Alle 500m sind rote Flaggen - NO SWIM - aufgestellt und die "roten Jungs" der Lifeguard (können die eigentlich schwimmen?) pfeifen akribisch jeden Inder, der nur mit den Füßen ins Meer geht, zurück. Touristen dürfen schon mal bis zum Bauch rein - aber nur unter Aufsicht.

Die Lifeguards wachen über den Strand. Alle 500m sind rote Flaggen - NO SWIM - aufgestellt und die "roten Jungs" der Lifeguard (können die eigentlich schwimmen?) pfeifen akribisch jeden Inder, der nur mit den Füßen ins Meer geht, zurück. Touristen dürfen schon mal bis zum Bauch rein - aber nur unter Aufsicht.

Gestern bekam ich von einer alten, hutzeligen Fischersfrau 6 solcher Fische - wohl Makrelen ? - direkt fangfrisch aus dem Meer geschenkt. Geld wollte sie partout nicht annehmen. Unser Restaurant "C-5" Fine Food hat die Fische dann abends zubereitet und selbst Hillo hat 2 gegessen - sehr lecker, aber viele Gräten.

Gestern bekam ich von einer alten, hutzeligen Fischersfrau 6 solcher Fische - wohl Makrelen ? - direkt fangfrisch aus dem Meer geschenkt. Geld wollte sie partout nicht annehmen. Unser Restaurant "C-5" Fine Food hat die Fische dann abends zubereitet und selbst Hillo hat 2 gegessen - sehr lecker, aber viele Gräten.

Auf in den Norden

Morgen, am 27. September brechen wir auf in Richtung Norden. Nachmittags erstmal Flug nach Delhi und dann 4 Stunden Taxifahrt nach Chandigarh (mit Gozocabs, ca. 2.400 INR). Übermorgen dann die 10stündige Busfahrt nach Manali. Unser hübscher Fahrer vom letzten Jahr Sajjad Hussain scheint in Manali zu sein. Er wird uns dann wohl mit seinem Jeep nach Leh fahren. Bald mehr ....

© Erich Backes, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Sept. 2018 bis März 2019: Nordindien, quer durch Nepal, zurück nach Goa, Südindien, rüber nach Thailand, Freude am Schauen und Begreifen "Solange der Weg schön ist, braucht man nicht zufragen, wohin er führt"
Details:
Aufbruch: 18.09.2018
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 21.02.2019
Reiseziele: Indien
Nepal
Thailand
Philippinen
Der Autor
 
Erich Backes berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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