Oman zum Zweiten und ....

Oman-Reisebericht  |  Reisezeit: Dezember 2006 - Januar 2007  |  von Herbert S.

Von Nizwa nach Osten

Montag, 25.12.2006 - 5. Reisetag
Heute ist wieder frühaufstehen angesagt und somit kommen wir gegen 8.00 Uhr los und fahren im Ort den Bäcker an und starten durch nach Tanuf. 580 m Höhe/ 23° 03,137' N // 57° 28,153' E) Das liegt nur 3 km abseits der Straße und malerisch als 'kaputtes' Lehmdorf vor dem Wadiausgang. Zerstört wurde es 1959 durch Bomben im sog. Jebel-Akhdar-Krieg durch die Truppen des Sultans und der Briten, da der Ort ein Rückzugsgebiet der Truppen des Imam gewesen ist. Der alte falaj, der sich entlang des Wadis in den Ort zieht, hat das jedoch alles überstanden.
Von oben genießen wir den Blick ins Wadital.

das alte und verlassene Tanuf

das alte und verlassene Tanuf

der noch intakte falaj aus den Bergen am Wadirand

der noch intakte falaj aus den Bergen am Wadirand

in der alten Stadt

in der alten Stadt

Blick ins Wadi von Tanuf

Blick ins Wadi von Tanuf

Auch in Bahla machen wir nur einen kleinen Schlenker, um nach den Töpferöfen zu sehen, die wir im vergangenen Jahr nicht gefunden hatten. (22° 58, 147 N // 57° 17,905' E) Dort findet Ulrike ein schönes Weihrauchabbrenngefäß aus Naturton und nicht wie sonst knallbunt. Fast an Jebreen vorbei (Abzweig noch 4 km nach Süden = 22° 56,858' N // 57° 15,573' E) geht die Fahrt nun auf Neuland nach Westen.
(Weiteres vgl. Bericht aus dem Vorjahr)

Töpferei in Bahla

Töpferei in Bahla

Die Landschaft wird 'langweiliger' bis wir den Abzweig nach Al Ayn (Oman) nehmen. Da inzwischen alles geteert ist, verfahren wir uns mal wieder ein Stückchen, finden aber dann doch recht schnell in der Ferne die aufeinander gereihten Bienenkorbgräber.

Bergrücken vor imponierender Bergkulisse mit 23 Bienenkorbgräbern

Bergrücken vor imponierender Bergkulisse mit 23 Bienenkorbgräbern

hier erkennt man die Gräber

hier erkennt man die Gräber

Aber einen Zugang finden wir zunächst nicht, erst nachdem wir ins Flussbett (23° 12,780' N // 56° 57,714' E) hinein gefahren sind, entdecke ich zwischen einigen Feldern einen Pfad, der schließlich durch ein zweites Flussbett führt und dann auf den Hügel leitet.

an den Gräbern

an den Gräbern

das Innere ist zwar leer, aber z.T. erkennt man noch Unterteilungen - die Archäologen fanden Keramik

das Innere ist zwar leer, aber z.T. erkennt man noch Unterteilungen - die Archäologen fanden Keramik

Felder zwischen zwei Flußbetten

Felder zwischen zwei Flußbetten

Vor der hellen schroffen Bergkulisse wirken die Bienenkorbgräber erst richtig. Hier stehen 23 dieser Hügelgräber auf einem kleinen Areal - 20 davon in einer Reihe. Bis auf wenige haben sie noch ihre ursprüngliche Gestalt von vor fast 5000 Jahren - bestehend aus grob behauenen Steinen. Alle Eingänge sind nach Osten gerichtet.

Auch die Straße nach Bat ist nun geteert, eine etwas kürzere Verbindung scheint dagegen noch Piste zu sein, denn dort müssen wir kurz hin, um das nicht allzu beeindruckende Fundament eines Rundturmes zu sehen.

auf der Fahrt findet man noch weitere, aber stärker verfallene Gräberhügel

auf der Fahrt findet man noch weitere, aber stärker verfallene Gräberhügel

der Rundturm hatte einen Umfang von 20 m und soll über 10 m hoch gewesen sein. Seine Funktion ist jedoch noch nicht endgültig geklärt

der Rundturm hatte einen Umfang von 20 m und soll über 10 m hoch gewesen sein. Seine Funktion ist jedoch noch nicht endgültig geklärt

Ibri zieht sich recht lang und ist viel größer als wir dachten. Dahinter weiter nach Westen breitet sich allmählich die saudiarabische Wüste aus und man sieht schon rechtgroße Dünen und der Sand weht über die vierspurige Autobahn, auf der immer weniger los ist.

auch die Autobahn führt durch Wadis, die mal überflutet werden können

auch die Autobahn führt durch Wadis, die mal überflutet werden können

recht häufig hat sich auch ein Kamel verirrt und weiß nicht wie man auf die andere Straßenseite kommt. (Warnblinkanlage einschalten - nicht vergessen!)

recht häufig hat sich auch ein Kamel verirrt und weiß nicht wie man auf die andere Straßenseite kommt. (Warnblinkanlage einschalten - nicht vergessen!)

erste Dünen der saudi-arabischen Wüste

erste Dünen der saudi-arabischen Wüste

Plötzlich sind wir in Hafeet, haben noch nicht getankt und stehen an der Grenze - das Fort von Hafeet liegt zwar schön vor einer wieder aufgetauchten Bergkulisse, ist aber - wie in diesem Jahr fast alle - geschlossen.

Fort in Hafeet (omanisch-emiratischer Grenzbereich)

Fort in Hafeet (omanisch-emiratischer Grenzbereich)

An der Grenze (6km westlich der Grenze = 24° 05,219' N // 55°49,936' E) löhnen wir 4 OR für die Ausreise und erhalten ein 3Abschnittspapier, welches in Portionen an verschiedenen Stellen wieder eingesammelt wird. Eins nimmt der letzte Omani und zwei weitere die Emiratis. Wir überfahren eine von den Grenzkontrollen, da wir meinen, in den Häuschen - die ganze Grenzstation ist eine Baustelle - säße niemand, aber durch die getönten Scheiben erkennt man nichts. Ein Pfiff ertönt und der nächste Posten schickt uns zurück, dann bekommen wir einen Stempel in den Paß, beim nächsten wird die Versicherungspolice kontrolliert und dann kommt der Zoll. Als alle diese Stationen durchfahren sind, nimmt uns der letzte Posten den letzten Omaniabschnitt ab und wir sind im Emirat Abu Dhabi.
Kurz dahinter - die Straßen sind nun 6spurig - fahren wir eine Tankstelle an, denn noch vor der Grenze habe ich den Subtank umgefüllt. Hier nimmt man nun Kreditkarten, dafür rechnet man aber wieder in Gallonen - 6,25 DH/g. Mit leichten Umwegen finden wir die Zugangsstraße zum Jebel Hafeet und steigen auf 4spuriger Straße rund 700m n die Höhe.

Das Einchecken ins Grand-Hotel Mercure (*****) (24° 04,683' N // 55° 46,115') geht rasant und sodann machen wir einen Rundgang. Es ist empfindlich kalt hier oben und wir sind froh, wieder ins Gebäude zu gelangen. In der Lawrence-Bar nehmen wir nach dem Frischmachen zur Happy Hour einen zur Brust und genießen anschließend das Buffet, welches wir allerdings als eine Kategorie schlechter einstufen als im Falaj Daris.

Mercure Grandhotel Jebel Hafeet - Al Ain
(bei Frühbuchung über das Internet gibt es zwei Nächste zum Preis von einer = 110€)

Mercure Grandhotel Jebel Hafeet - Al Ain
(bei Frühbuchung über das Internet gibt es zwei Nächste zum Preis von einer = 110€)

© Herbert S., 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Olaf nennt es den Omanreisevirus - wer einmal da war, wird angesteckt. Daher steht schon seit Frühsommer die Planung: Schwerpunkt Musandam (hoher Norden) und Dhofar (Tiefer Süden)
Details:
Aufbruch: 21.12.2006
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 07.01.2007
Reiseziele: Oman
Vereinigte Arabische Emirate
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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