Wo die Grösse noch eine Rolle spielt... 3 Wochen Japan

Reisezeit: Mai 2009  |  von Andreas Rumpel

Takayama

07.05.2009

um 7.30h ist tagwach. heute verschieben wir uns von tokyo nach takayama, einem kleinen ort in einer bergregion von japan.
wiedererwarten sind unsere koffer (rucksäcke mit rollen) jetzt schon viel voller als erwartet.

zum ersten mal werden wir auch einen shinkansen besteigen, die hochgeschwindigkeitszüge japans (brettern mit gegen 300km/h durch die gegend).

mit der jr linie fahren wir (leider) in der stosszeit zur tokyo station, von wo die meisten shinkansen züge abfahren.
da die golden week ferien heute zu ende sind sehen wir zum ersten mal das ausmass eines übervollen zuges. all die anzugträger quetschen sich wie zuchthüner auf jedem cm2 in die metro und werden vor dem schliessen der türen dezent vom personal mit weissen samthandschuhen in den wagen gequetscht. man steht ohne sich zu halten eingeklemmt zwischen meist im stehen schlafenden business people wie eine kerze im wind...auch ein bleibendes erlebnis!

als wir das abteil des shinkansen zuges betreten sind wir positiv überrascht. das sieht ja aus wie in der business class einer airline. superbreite sitze mit unglaublich viel beinfreiheit. eine bequemere art des reisens kann man sich kaum vorstellen.
kaum fäht der zug los klappen alle ihre tischchen runter und stellen die bento box (so eine art lunchbox) vor sich um genüsslich all die japanischen leckereien zu verschlingen.
zu erwähnen ist sicher auch der schaffner, welcher sich immer beim betretten des abteils verneigt um kurz vor dem verlassen dasselbe nochmals zu tun...wirklich anständig die japaner! .

alles bis ins kleinste detail ausgeschildert (siehe boden)

alles bis ins kleinste detail ausgeschildert (siehe boden)

das soll die "holzklasse" sein?

das soll die "holzklasse" sein?

in 4 1/2 stunden düsen wir nun also über nagoya nach takayama, wo wir um 14.30h im minshuku kuwataniya einchecken. ein minshuku ist eine traditionelle unterkunft wie ein ryokan (das ryokan ist meist teurer und exclusiver, das minshuku etwas einfacher und günstiger).
wir haben auch per internet ein traditionelles zimmer mit tatami matten und futon gebucht um auch dieses erlebnis einmal gehabt zu haben.

leider regnetes aus kübeln als wir uns zu unserem ersten erkundungsgang in der kleinen stadt aufmachen.

takayama ist vorallem bekannt für seinen alten gut erhaltenen stadtkern, das hida beef (spezielles rindfleisch von speziell gefütterten und massierten rindern, ähnlich wie das kobe beef, welches bei uns besser bekannt ist) und die zahlreichen sake brauereien. sake ist ein hochprozentiges getränk aus reisschnaps. natürlich haben wir alles ausprobiert...und ich muss sagen, das hida beef ist einzigartig und an den sake könnte ich mich auch gewöhnen .

unser traditionelles zimmer

unser traditionelles zimmer

das gebuchte minshuku

das gebuchte minshuku

um 18.30h werden wir im zimmer telephonisch zum dinner gerufen. dieses haben wir mitgebucht, da es uns wärmstens empfohlen wurde in einem traditionellen gästehaus auch ein abendessen einzunehmen. dies erfolgt dann in form eines kaiseki dinners, sprich 15-20 verschiedene kleine gerichte, welche alle auf einem niedrigen tisch welcher wiederum auf dem tatami matten steht positioniert werden.
iris war einfach nur hin und weg. ich musste ihr fast die camera wegnehmen damit sie endlich anfängt zu essen...ein highlight unserer reise. alles mit viel viel liebe zubereitet und jedes schälchen ein kunstwerk für sich.

wo soll man da nur anfangen?!?

wo soll man da nur anfangen?!?

gegartes hida beef

gegartes hida beef

schüsselchen und tellerchen...

schüsselchen und tellerchen...

der dinning room in der unterkunft

der dinning room in der unterkunft

nach dem essen wollen wir noch ein wenig in das hauseigene onsen bad. onsen bäder sind so was wie bäder (meist nach geschlechtern getrennt), welche von heissen quellen gespiesen werden. man wäscht sich vor dem einstieg auf einem kleinen hocker mit einer dusche gründlich um danach in das extrem heisse becken zu gleiten...ein super gefühl.

leider wurde mein onsen von einem rücksichtslosen schweden mittleren alters so ungeschickt blockiert, dass ich passen musste. obwohl normalerweise locker mehrer personen in das becken passen hat er es fertig gebracht so unglücklich quer im becken zu liegen dass ich mich beim besten willen nicht ohne körperkontakt ins becken hätte begeben können.
nun ja, es sollten ja noch viele onsen folgen...

zurück im zimmer schlürfen wir noch ein wenig sake und schlafen unsere erste nacht traditionell auf einem futon...

gute nacht freunde

gute nacht freunde

das onsen bad der ladys (das photo hat natürlich politisch korrekt iris gemacht)

das onsen bad der ladys (das photo hat natürlich politisch korrekt iris gemacht)

08.05.2009

um 7.30h wache ich mit kopfschmerzen auf...war gestern wohl zuviel sake. zum glück gibts ein wiederum traditionelles frühstück...sehr lecker, vorallem die misopaste mit pilzen auf einem blatt auf dem kleinen tischgrill.

danach schlendern wir über den morgenmarkt, der idyllisch am fluss liegt.
wir lernen ein pärchen aus den usa kennen, und da wir denselben weg haben kommen sie vor ihrer abfahrt noch mit uns mit....natürlich zur sake degustation. iris probiert sogar ein sake jelly.
wir reservieren uns noch die sitzplätze für unsere morgige weiterfahrt und begeben uns zum lunch.

es gibt hida beef sushi (leicht angebratenes hida beef, innen noch roh, auf sushi reis), hida beef gulasch und eine hida beef suppe...wenn schon denn schon!

danach brauchen wir ein wenig bewegung, und da das wetter nun besser mitsopielt wandern wir auf einen kleinen hügel um die aussicht über die stadt zu geniessen.

um 16h komme auch ich nun zum ersten mal in den genuss des onsen bades in unserer unterkunft. nach einem weiteren kaiseki dinner in unserem minshuku laufen wir noch ein wenig durch die hübsch beleuchteten strassen der altstadt um die verdauung anzukurbeln.

takayama ist für einen abstecher unbedingt zu empfehlen, allerdings reichen zwei nächte dann auch, da sich die sehenswürdigkeiten in grenzen halten. das besondere ist einfach die lage sowie die superschöne altstadt.

man beachte die tankstutzen an der decke!

man beachte die tankstutzen an der decke!

takayama von einem hügel

takayama von einem hügel

nachts wirden die historischen gebäude immer schön beleuchtet

nachts wirden die historischen gebäude immer schön beleuchtet

ein restaurant

ein restaurant

takayama liegt wunderschön am rande der berge

takayama liegt wunderschön am rande der berge

wunderschöne altstadt

wunderschöne altstadt

die kirschblütenzeit haben wir um ein paar wochen verpasst

die kirschblütenzeit haben wir um ein paar wochen verpasst

sake degustation gefällig?

sake degustation gefällig?

unser frühstück in der unterkunft

unser frühstück in der unterkunft

eine sake brauerei (auch rsichtlich an dem runden braunen knäul, haben alle sake brauereien vor der tür hängen)

eine sake brauerei (auch rsichtlich an dem runden braunen knäul, haben alle sake brauereien vor der tür hängen)

ein weiteres kaiseki dinner

ein weiteres kaiseki dinner

wo fängt man da nur an?

wo fängt man da nur an?

nicht dumm die katze

nicht dumm die katze

hida beef sushi

hida beef sushi

auf den zettel sind die wünsche der menschen aufgeschrieben

auf den zettel sind die wünsche der menschen aufgeschrieben

© Andreas Rumpel, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
schon sehr lange wollten wir japan bereisen, schoben dies aber immer und immer wieder auf, da wir von den zu erwarteten kosten abgeschreckt wurden...auch dies sollte sich, wie so vieles, als nicht korrekt erweisen.
Details:
Aufbruch: 01.05.2009
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 22.05.2009
Reiseziele: Japan
Der Autor
 
Andreas Rumpel berichtet seit 19 Jahren auf umdiewelt.
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