Zum Naadam Festival in die Mongolei

Mongolei-Reisebericht  |  Reisezeit: März - August 2019  |  von Anja & Wolfgang

Mongolei: Teil 3 – von 01.07. bis 06.07.2019 1780 km

Ziel: Von Bayankhongor in und durch die Gobi,
zum Salz See bei Baatsaagan, vorbei am Iikh Bogd Uul, dem mit 3957m höchsten Berg der Gobi bei Bayangovi zur Kristallhöhle bei Bayanlig. Weiter über Gurvantes in den Gurvan Saikhan NP mit seinen Riesendünen und den Yolyn Am Canyon mit seiner Eis-Schlucht zu den Flaming Cliffs bei Bayanzag. Schliesslich über die Tempel-Ruinen von Ongiin Khiid und dem Tempel von Erdenedalai bis in die Nähe von Mandalgov.

Wetter: Sonnig <30º, teils windig, nachts angenehmen <15º

In Bayankhongor gehen wir erst noch mal schnell auf den Bazar um uns ein paar Riegel für unsere Küchenschubladen zu besorgen, deren Schnappschlösser auf den Rüttelstrecken doch sehr gelitten haben.

Auf dem Weg zum Auto direkt neben dem Billardsaloon

ein Restaurant, das uns irgendwie zum Mittagessen verlockt und wir werden nicht enttäuscht,

unter dem Omelette versteckt sich ein Riesenberg von gebratenem Fleisch, gemischt mit Kartoffelwürfelchen

unter dem Omelette versteckt sich ein Riesenberg von gebratenem Fleisch, gemischt mit Kartoffelwürfelchen

Frisch gestärkt fahren wir nochmals 40km auf neuer kppg Strasse Richtung Westen, bevor wir dann Richtung Süden in die Gobi eindringen. Hier erst mal die bekannten Wiesen- und Steinwüsten Pisten, ein kleiner See am Wegesrand,

an einer Wegkreuzung ein riesiger Ovoo

und dann mit Baatsaagan, das erste Wüstendorf. Das Wasserhaus gut besucht

und auch die Kinder helfen bei Wasserholen tatkräftig mit.

Bereits am Ortsausgang kommen die ersten Dünen in Sicht,

die Piste wird sandig, stellenweise sogar tief.

Am Wegesrand ein Salzsee, der Lake Böön Tsagaan

und schon dürfen wir im trockenen Flussbett eines Canyon gute 8km bergauf fahren.

Droben geht es weiter durch grüne Wiesen,

dann ist völlig wüstenuntypisch eine riesige Sumpfwiese zu durchqueren, Dank Differentialsperre und Reduktion kein Problem

und endlich finden wir einen SP in den Hügeln entlang der Strasse nach Bayantsagaan.
Nochmals ein Stückchen durch das Flussbett im Oberteil eines Canyon und dann wird die ‚Strasse‘ deutlich besser.

Drunten im Tal eine Gruppe Kamele an einer ‚Wasserstelle‘ die es zu umfahren gilt

und dann Kilometerweit ebenes Land, Kies und fester Sand. Irgendwo an einer Kreuzung dieser Wegweiser,

der erste auf diesem Track, eigentlich einer der wenigen überhaupt, die wir auf unserer ganzen Fahrt durch die Mongolei bisher gesehen haben. Wir biegen links ab, erreichen so Shinejinst,

Tante Emma Laden, Tankstelle, alles vorhanden. Zurück der Wüste sehen auch einige Jurten von Hirten die hier mit ihren Tierherden, Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen offensichtlich leben.

Aus der Ferne grüßt der Iich Bogd Uul,

mit 3957m der höchste Berg in der Gobi und dann in der Nähe von Bayangovi,

Tsagaan Bulag, dieses Felsrelief,

nach dem Volksglauben das Selbstportrait eines Ausserirdischen. Offensichtlich wurden nicht nur in der Wüste von Nevada UFOs gesichtet, hier mitten in der Gobi waren die ‚Marsmännchen‘ auch schon mal zu Besuch – E. v. Däniken lässt grüßen. Weiter geht es bis Bayanlig wo wir Diesel nachfassen um dann Richtung Norden fahren um Tsagaan Agui, die Kristallhöhle zu suchen, was gar nicht so einfach ist, denn wir haben zwar die GPS Daten, aber da das Navi keinen Weg dorthin erkennen kann, hilft hier nur noch Vector-Navigation, per Richtung und Abstand auf Tracks quer durch diese Landschaft.

Mal noch schnell an einer Jurte nachgefragt, und dann, geschafft. Mitten in einem schmalen Canyon diese Felsgrotte,

durch die sich innen ein Quarzgang zieht, daher der Name Crystal Cave

und die, wie man deutlich sieht, schon unseren Vorfahren in der Steinzeit als Unterschlupf gedient haben soll.

Weil es so schön ist, bleiben wir gleich hier am Ende des Tracks,

geniessen erst den Sonnenuntergang, dann einen Abendsturm und ein mittelprächtiges Gewitter, dem eine völlig ruhige Nacht folgt.
Wir finden einen alternative Weg zurück nach Bayanlig und werden dabei mit der nächsten Durchfahrung einer Schlucht belohnt,

wie sich später noch herausstellt, nicht der einzigen für heute, offensichtlich werden in der Mongolei keine oder nur wenige Bergstrassen gebaut, stattdessen werden die ohnehin meist trockenen Bachbetten von Schluchten zum befahren von Bergstrecken verwendet.

Südlich von Bayanlig machen wir uns auf die Suche nach den Bayangiin Nuruu Petroglyphs, solche, angeblich über 5000 Jahre alte an eine Felswand gekratzte Bilder,

tief in einer Schlucht versteckt

und von solchen recht furchteinflößenden Wächtern behütet.

Festes Schuhwerk ist hier sicher angebracht. Auf dem weiteren Weg wieder mal eine nach Wolkenbruch überflutete Piste,

die nächste Abfahrt durch eine Schlucht,

so langsam gewöhnt man sich auch daran,

noch ein paar km durch echte Sandwüste

mit kleinen Dünen Auf- und Abfahrten, bis wir dann kurz vor Gurvantes unseren SP für heute beziehen.
Wir durchqueren Gurvantes,

stossen am Ortsausgang auf eine neue Asphalt Strasse, die jedoch bereits nach 5km in der hier üblichen Flussbett- / Staub-/ Kies- Piste endet

die uns in den Gobi Gurvan Saikhan NP an den Südrand der Khongoryn Els bringt. Diese riesige Düne, eine der Hauptattraktionen der Mongolei ist gute 100km lang, bis zu 12km breit, und bis 300m hoch. Während der Nordrand touristisch voll erschlossen ist, ist der Südrand noch ganz in der Hand der Hirten, der Zugang entsprechend aufwendig.

Unser weiterer Weg führt uns über eine Art Pass quer über die Düne,

gut, dass wir in Australien ausreichend Erfahrung mit dem Fahren in tiefen, weichem Sand sammeln konnten.

Den Reifendruck um 40% gesenkt, Differentialsperre eingelegt und los geht’s,

1000m weiter stehen wir ohne stecken geblieben zu sein bei diesem Ovoo wieder auf festem Untergrund,

werfen einen letzten Blick zurück auf all die Spuren im Sand

und fahren weiter auf meist fürchterlichen Pisten bis Bayandalai, ab da auf neuem Edelasphalt bis zum Eingang in den NP für den Yolyn Am Canyon. Nach 19:30 am NP Kassenhäuschen angekommen,

lernen wir zum einen, dass der Park ab 18:00 geschlossen ist und zum anderen: ‚No Camping in the Park‘. Wir suchen uns einen SP in den Hügeln vor dem Park

und verschieben wir unseren Besuch eben auf Morgen.
Um 9h stehen wir wieder vor dem Tor, müssen uns registrieren, MNT 3.000pP Eintritt bezahlen können dann auf mäßiger Piste bis zum Parkplatz am Yolyn Am Canyon fahren, wo wir bereits von Souvenirhändlern und Pferdeverleihern erwartet werden.

Für beides wie immer kein Bedarf, wir wandern der in Allrad-Kleinbussen und Landcruisern hergekarrten Touristenkolonne hinterdrein und ärgern uns wie so oft über all die Pferdeäpfel mit denen der Weg gepflastert ist.

Das Tal wird enger, zur Schlucht

und endlich dürfen auch wir erleben, was diese Schlucht so berühmt macht – Mitte Juli gibt es noch Eis-(Reste) in der Gobi. An im Schatten liegenden Kehren des Baches sind doch tatsächlich noch ein paar Eisplatten nicht geschmolzen.

Noch einige Male wird das Bachbett überquert,

und an diesem Abstieg ist für uns der Wendepunkt erreicht,

denn die Schlucht wird ab hier wieder weiter, wir kehren um

wandern wieder zum Auto zurück

und wollen eigentlich auf dieser Piste zur Dugany Am, einer zweiten Eishaltigen Schlucht hier fahren,

Aber leider ist der Weg nach etwa der halben Strecke unpassierbar – und weitere 5km bis zum Eingang zu Fuss gehen wollen wir auch nicht. Also kehren wir hier unverrichteter Ding um, fahren in die nahegelegene Provinzhauptstadt Dalandzadgad zum Duschen, Einkaufen und Mittagessen, bevor wir uns daran machen, die Piste nach Bulgan zu suchen. Wir stehen so mitten im Feld, abseits der Hauptstrasse, rätseln noch, welche der vier Wege vor uns wohl der zielführende sein könnte, hält doch ein Polizeiauto neben uns. Er schaut mich fragend an, ich ‚Bulgan‘, er deutet drei mal auf den dritten Weg von rechts. Ein kurzes ‚Daumen hoch und Danke‘ und 60km weiter kommen wir auch tatsächlich in dieser Kleinstadt an.

Nach dem Tanken zeigt uns der Tankwart noch ganz stolz diesen versteinerten Fisch, den er hier in der Gegend gefunden hat,

bevor wir ca. 15km später dann Bayanzag (E=MNT 10.000 pP), noch mehr unter Flaming Cliffs bekannt, erreichen.

Berühmt seit 1922 für seine Dinosaurier Knochen und Eier, die hier gefunden wurden, die mittlerweile weltweit die Museen zieren, heute besucht vor allem wegen seiner roten Sandsteinformationen,

seiner fantastischen Landschaft,

in der man laut Parkeintrittskassiererin unbehelligt campen darf.

Machen wir doch sofort, denn wer kann bei einem solche SP schon Nein sagen?
Auf dem Weg zum Nordausgang von Bayanzag noch ein paar Sandsteinformationen,

die Erinnerungen an das Monument Valley wecken, direkt ausserhalb des Parks dieses Hauptgebäude eines Ger Camps,

ist doch mal was ganz anderes. Von nun an ist der Track reines Wellblech

und solche riesige Kamelherden tragen auch nicht unbedingt zur Verbesserung der Wegqualität bei.

Endlich erreichen wir Ongiin Khiid, mit seiner heilsamen?? Quelle, die im Winter warm, im Sommer kalt fliesst, romantisch in einer Flussbiegung gelegen, heute eine Touristen Hot Spot, Ansammlung von Ger Camps,

einst eines der größten Klöster der Mongolei, von über 1.000 Mönchen bewohnt,

seit 1937 wie die meisten Klöster hier ein eher trostloser Trümmerhaufen,

in dem allenfalls erste Spuren eines Wiederaufbaus erkennbar sind.

Auf dem weiteren Weg nach Erdenedalai Irgendwo im Nirgendwo dieser kleine Tempel am Wegesrand

Erdenedalai selbst wieder so ein kleines Städtchen mitten in der Kieswüste,

das es aber geschafft hat, seinen aus dem späten 18. Jh. stammenden Tempel Gimpil Darjaalan Khiid 1937 vor der Zerstörung zu retten,

in dem es ihn in ein Lagerhaus und einen Laden verwandelte. All diese alten, geschnitzten und bemalten Balken sind doch was schönes.

Auf dem ‚Wiesenweg ins 120km entfernte Mandalgov, der nächsten Provinzhauptstadt beziehen wir irgendwann unseren SP in den Hügeln abseits des Tracks und schliessen diesen Teil des Berichtes, da maximale Anzahl der Bilder erreicht hier auch gleich mal ab.

© Anja & Wolfgang, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nachdem wir letztes Jahr die Mongolei aus Visa- und Zeitgründen rechts liegen gelassen haben, kehren wir dieses Jahr nochmals dahin zurück mit dem Ziel das alljährliche stattfinden Naadam Festival (heuer vom 11. Juli bis 15. Jul) mitzuerleben.
Details:
Aufbruch: 25.03.2019
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 31.08.2019
Reiseziele: Deutschland
Türkei
Iran
Turkmenistan
Usbekistan
Kirgisistan
Kasachstan
Russland / Russische Föderation
Mongolei
Norwegen
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.