Alle guten Dinge sind 3 ! - Kambodscha

Reisezeit: März 2016  |  von Birgit H.

15.03.2016 - KAMPOT mit dem Radl (by cycle)

Fischerdorf

Fischerdorf

Die Karre ist voller Steinschutt, wir schwitzen schon ohne uns zu bewegen und das dünne Männlein radelt tapfer - RESPEKT

Die Karre ist voller Steinschutt, wir schwitzen schon ohne uns zu bewegen und das dünne Männlein radelt tapfer - RESPEKT

Heute ist es bewölkt, somit nicht ganz so heiß und wir beschließen, uns Fahrräder zu mieten und nach Kampot zu fahren - ca. 4-5 km.

Es gibt Mountainbikes hier (7 USD/Tag), wir aber fragen nach den "anderen Fahrrädern", die es für 2 USD / Tag gibt. Ein verständnislosen Grinsen breitet sich über dem Gesicht des jungen Kambodschaners aus, der uns dann zwei Räder übergibt, die man in Deutschland nicht einmal geschenkt los werden würde. Aber die passen sich hier in die Landschaft einfach besser ein, außerdem haben sie Lenkerkörbe, wo wir Rucksack und Kameratasche unterbringen. Dies wäre bei den Mountainbikes nicht möglich gewesen. Gemütlich radeln wir die nicht geteerte Straße Richtung Stadt Kampot und werden regelmäßig mit einer Staubdusche versehen, wenn wir von Autos und Mopeds überholt werden.

Wir fahren zum Markt. Dort kann man Fahrräder für wenige Riel parken. Wir haben sogar ein Schloss für die alten Dinger dabei. Der Markt ist eng und nicht so übersichtlich sortiert wie der große Markt in PP. Aber auch hier ist ALLES zu bekommen.

Inzwischen ist doch die Sonne wieder präsent und somit fühlen wir uns bereits wieder wie in der Sauna. Da kommt ein Stand gerade recht, wo es Zuckerrohrsaft gibt. Ein unheimlich erfrischendes Getränk.

Bis wir völlig aufgeweicht sind, radeln wir noch ein wenig kreuz und quer durch das Städtchen - immer wieder mit Stopps zum Fotografieren. Kurz bevor wir uns völlig "auflösen", sehen wir einen etwas größeren Supermarkt: zwei Frauen, ein Gedanke: bremsen, Rad abstellen, rein, HURRA: Klimaanlage....

So viel Zeit habe ich in einem Supermarkt für so wenig Einkäufe noch nie verbracht. Jeden Artikel nehmen wir genau unter die Lupe, jeden Gang gehen wir entlang, bis wir annähernd das Gefühl haben, wieder eine normale Körpertemperatur erreicht zu haben.

Dann wieder raus in die Gluthitze. Aber nicht ganz zurück - wir machen einen Stopp bei den NATURAL BUNGALOWS. Eine hübsche Anlage, kurz hinter der Brücke direkt am Fluss. Hier gibt es nette und gemütliche Sitzgelegenheiten im Schatten mit Ventilatoren, Strom und natürlich free WiFi, aber das ist hier überall Usus. Wir sind - wieder einmal - allein.

Bis auf einmal ein Fotograf mit einer großen Kamera und Stativ auftaucht. Kurze Zeit später sehen wir warum: ein junges Paar mit einer ganzen Gruppe von Kambodschanern folgt. Wir vermuten, dass es sich um eine Hochzeitsgesellschaft und das Brautpaar handelt. Zunächst tragen beiden jungen Leute traditionelle Festkleidung. Vor Ort werden von 2 Stylisten letzte Handgriffe getätigt: Schmuck angelegt, Haare zurecht gelegt, die Flipflops der Dame gegen Pumps getauscht. Und dann geht es los, das Fotoshooting. Bevor der Fotograf auf den Auslöser drückt, biegt und drückt und rückt und schiebt er die Beiden zentimeterweise in die Positionen, wo er sie haben möchte, während die Stylisten an den Kleiderfalten zupfen.

Das dauert ziemlich lange und ich beneide die Beiden nicht - bei dieser Hitze, während wir entspannt in kurzen Hosen, das Prozedere aus dem Schatten bei einem kühlen Drink beobachten können. Irgendwann haben sie offensichtlich genug Bilder im Kasten, gehen - UND KOMMEN kurze Zeit später WIEDER: dieses Mal SIE im Brautkleid mit Krönchen und ER im schwarzen Anzug. Die Frisur wird komplett umgestylt, ein Lockenstab kommt zum Einsatz - und dann geht das Fotoshooting weiter.

Irgendwann raffen wir uns dann zur staubigen heißen Rückfahrt auf. Und dann nichts wie unter die Dusche und auf der schattigen Terrasse der Champa Lodge eine kleine Mittagspause einlegen.

Nachdem wir die Räder schon haben, wollen wir auch wissen, was es in der anderen Richtung am Fluss entlang zu sehen gibt und machen uns am späteren Nachmittag nochmal auf. Wir passieren ein kleines Dorf und kurz nach einer Brücke entdecken wir eine Bar am Fluss, die uns schon von der Ferne auffiel, weil man da abends Licht sieht und Musik hört. Das wollen wir uns näher anschauen:

Mit einem SMILE und einem "WELCOME LADIES" werden wir von einem Australier empfangen, der aussieht, als sei er einem Surfer-Magazin entsprungen, welch eine Augenweide. Da überlegen wir nicht mehr, ob wir bleiben oder weiter radeln.

Die Bar hier ist tatsächlich neu, hat aber bereits irgendwelche "Fans" oder "Stammkunden", wie sich später rausstellt: pünktlich zum Sonnenuntergang erscheinen ganz verschiedene, meist junge Leute, haben sich ihr Essen mitgebracht, bestellen sich an der Bar ein Getränk und genießen den Sonnenuntergang.

Auch für uns sorgt die Terrasse mitsamt Sonnenuntergang für eine weitere Flut an Bildern, die vielleicht keiner sehen will .... Wir reden uns ein, wir brauchen die alle daheim, wenn das Wetter weiterhin grau und zu kalt ist, dann schauen wir asiatische Sonnenuntergänge in Dauerschleife an.

Der Weg mit den Rädern zurück - Räder keine Beleuchtung, Straße keine Beleuchtung - ist etwas abenteuerlich. Eine Taschenlampe habe ich - wir schaffen es, ohne Kollision mit irgendeinem der vielen rumstreunenden Hunde.

Pause bei den NATURAL BUNGALOWS mit kühlen Mango-Shakes

Pause bei den NATURAL BUNGALOWS mit kühlen Mango-Shakes

Sonnenuntergangs-Ausflug zur nächsten Bar am Fluss

Sonnenuntergangs-Ausflug zur nächsten Bar am Fluss

Manchmal brauche ich ein ganzes Sofa für mich alleine

Manchmal brauche ich ein ganzes Sofa für mich alleine

Ein Sunset-Cruise-Boot dockt an und - welche Überraschung!!! - wild winkend begrüßt uns ein Paar, das wir bereits in der Sunset Lounge in SV kennen gelernt haben! Kambodscha ist also doch nicht soooo groß

Ein Sunset-Cruise-Boot dockt an und - welche Überraschung!!! - wild winkend begrüßt uns ein Paar, das wir bereits in der Sunset Lounge in SV kennen gelernt haben! Kambodscha ist also doch nicht soooo groß

© Birgit H., 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Da ich nochmal eine Reisebegleitung gefunden habe, freue ich mich auf zwei Wochen Wiedersehen mit einem Land, in dem ich während meiner zwei vorherigen Reisen bereits viel Prägendes erlebte. wir sind gespannt, was uns dieses Mal erwartet.
Details:
Aufbruch: 05.03.2016
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 19.03.2016
Reiseziele: Kambodscha
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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