Laos-Reisebericht :Mit dem Zug nach Südostasien

Laos - Entlang des Mekongs

Thakhek vom 14. 11. - 16.11.17

Mit einem sogenannten VIP- Bus wollen wir heute nach Thakhek weiterreisen. Abfahrt 8:00 Uhr - Ankunft 16:00 Uhr, das sind gute Zeiten. Wir können bei der Tagfahrt die Landschaft geniessen und haben am späten Nachmittag noch genügend Zeit ein Quartier zu suchen. Bei unserer Ankunft am Busbahnhof ist der Bus bereits mit allerlei Kisten und Paketen gut gefüllt, es stehen nicht mehr alle Sitzplätze zur Verfügung. Der hintere Ausstieg wird mit dem Gepäck der Reisenden vollgestopft. Mit einer Stunde Verspätung fahren wir endlich los. Selbstverständlich halten wir auch bei dieser Fahrt immer wieder zwischendrin, um weitere Fahrgäste oder Pakete aufzunehmen. Langsam zockelt der Bus durch eine reizvolle Landschaft. Entweder will der Fahrer nicht, oder der Bus kann nicht schneller. Jedenfalls kommen wir erst nach über 10 Stunden Fahrt im Dunkeln in Thakhek an. Zu unserem Glück hat gleich das erste von uns ausgesuchte Guesthouse noch ein Zimmer frei. Die Thakhek- Travel- Lodge ist überwiegend von jungen Menschen besucht, die hier in der Gegend zum Klettern gehen oder welche die ab hier eine Motorrad-Rundfahrt planen. Gleich neben dem Guesthouse gibt es einen Motorradverleih wo auch wir für die nächsten zwei Tage einen Roller mieten. Es sind zwar nicht die billigsten, aber dafür alle in einem guten Zustand.
Die Nacht im Guesthouse ist nicht unbedingt die erholsamste , zum Einen sind wir noch nicht an die hohen Temperaturen gewöhnt und das Zimmer hat keine Klimaanlage, zum Anderen herrscht draussen bei, den jungen Leuten, noch Partystimmung bis zwei Uhr in der Nacht.
Heute, wollen wir ganz früh mit unserem Roller die Umgebung entdecken. Wir fahren in Richtung Westen und kommen nach wenigen Kilometern in eine Karstlandschaft, wie wir sie bereits aus Vietnam kennen. Nach etwa 8 km verlassen wir die Teerstraße und fahren über eine nicht befestigte Nebenstraße , welche teilweise aus tiefen Lehmfurchen besteht, teilweise dick mit feinstem Sand bedeckt ist auf dem der Roller keinen Halt findet und wir absteigen und bei Vollgas schieben müssen. Schließlich erreichten wir nach 3 km die sogenannte Buddhahöhle. Die Buddhahöhle ist eine Tropfsteinhöhle die erst im Jahr 2006 entdeckt wurde. In der Höhle befinden sich zahlreiche Buddha-Statuen die in einer großen Halle, verteilt über einige Sinterterrassen, stehen. Durch ein Loch im Fussboden kann man etwa 10 m tiefer in türkisfarbenes Wasser schauen. Dort hinunter hat der unterirdische Fluss seinen Weg gegraben.

Unser Weg führt uns noch 25 km weiter über diesen kleinen Weg vorbei an kleinen Bächen, Dörfchen, abgeernteten Reisfeldern und Waldstücken mit gewaltigen Urwaldriesen. In einem kleinen Dorf endet schließlich die Straße und wir fragen bei ein paar Menschen , die auf einer Bank unter einem riesigen, schattenspendenden Baum sitzen nach dem Weiterweg. Einer von ihnen spricht gut Englisch und stellt sich als Mi vor. Er ist Touristguide und bietet an, uns den Weg zur und durch die Höhle zu zeigen. Wir bekommen erst noch ein Mittagessen und kommen dabei in einen regen Austausch mit den Dorfbewohnern. Sie haben hier einen besonderen Ort geschaffen. Es ist sehr sauber, kein Müll liegt herum und sie haben eine kleine Eco- Lodge für Übernachtungsgäste bebaut. Wir habenen viele Fragen aber auch sie wollen viel vom Leben in Deutschland wissen. Wir haben zum Glück einige Fotos von Zuhause dabei und können diese gemeinsam anschauen, was eine wunderschöne Atmosphäre schafft. Nach einer guten Stunde meint Mi wir sollen ihm folgen, springt auf sein Motorrad und braust in Richtung der Pha Chang Cave davon. Nur mühevoll können wir ihm auf kleinen Wegen durchs Unterholz, durch kleine Bäche und über Sandpisten folgen bis wir auf ein riesiges Loch in einer Felswand zufahren. Schließlich erreichen wir einen Höhleneingang von über 100 m Höhe in dem ein kleiner Fluss verschwindet. Wir lassen die Motorräder hier stehen und bewundern diese riesige Eingangshalle . Auf einer Seite steht ,etwas erhöht, und ein Gruppe mit verschiedenen Buddhafiguren zwischen den Tropfsteinen. Wir gehen weiter hinein und klettern über Felsen, Holzplanken, durchwaten mehrmals den Fluss, kriechen durch eine Höhle in der Höhle bis wir nach ca. einer Dreiviertelstunde an der anderen Seite der Höhle wieder ans Tageslicht kommen. Ohne Führer hätten wir diesen abenteuerlichen Weg nicht gefunden.Beim Höhlenausgang können wir eine wunderbare Badepause machen und in die Höhle hineinschwimmen. Anschließend klettern wir den gleichen Weg zurück, verabschieden uns von Mi und fahren erfüllt von dem schönen Tag zurück zu unserem Guesthouse.

Heute am Donnerstag fahren wir nochmal mit dem Roller in die Hügellandschaft, um noch eine weitere Tropfsteinhöhle zu besuchen. Nach einer schönen Fahrt durch die Karstlandschaft erreichen wir die Tham Xieng Luang Höhle. Auch hier bietet sich zu unserem Glück ein älterer Herr als Führer an und auf Grund der guten Erfahrung von gestern nehmen wir an. Kurz vor dem vermeintlichen Höhleneingang macht er einen Schlenker durchs Unterholz, klettert durch ein kleines Loch und wieder stehen wir in der Halle einer Tropfsteinhöhle. Diese Höhle hat einen ganz anderen Charakter wie die gestrige. Es ist insgesamt niedriger und enger. Nach einer Weile stossen wir auf einen kleinen Fluss, folgen diesem durch das Wasser bis wir wieder in der Nähe unseres Eingangs die Höhle verlassen. Auch diesen Weg hätten wir alleine nicht gefunden.
Mit dem Roller folgen wir der Straße weiter in die Karstlandschaft hinein, bis wir an eine Abzweigung zum Green Climbers Home kommen. Da die Erzählungen von unseren Kindern, Mimi und Kathi, die hier im letzten Winter zum klettern waren, so begeisternd waren , folgen wir der Straße zum Camp, parken dort unseren Roller und laufen den Weg weiter zu den Kletterfelsen. Mit Begeisterung bewundern wir die unglaubliche Menge an Kletterrouten in kompaktem, zum Teil scharf verwittertem Kalk. Etliche Seilschaften in allen Altersgruppen tummeln sich in diesem tollen Klettergebiet. Gleich neben dem Weg zurück zum Camp nutzen wie einen besonderen Badeplatz. Hier können wir in einem kleinen Flusss direkt in eine Höhle hineinschwimmen. Im Camp genehmigen wir uns noch ein leckeres Essen essen ehe wir uns auf den Weg zurück
machen. In der Travel Lodge dürfen wir, obwohl wir in der Frü bereits ausgecheckt haben, nochmal duschen und warten dann hier bis Mitternacht, um mit dem Nachtbus weiter nach Pakse zu fahren. Um zwei Uhr in der Nacht kommt dann endlich der Bus, zweistöckig mit schmalen , 120 - 130 cm breiten und 180 cm langen Liegen. Tina bekommt noch einen " Mädchenplatz" bei einer Laotin und ich teilte mir die wenigen Quadratzentimeter mit Paolo, einem jungen Mann aus Milano, den wir bereits im Guesthouse kennen gelernt haben.

© Helmut V., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Meine Frau Martina und ich fahren mit der Transsib nach Peking und von dort weiter nach Vietnam,Laos und Kamboscha. Wie es dann weiter geht wird sich zeigen.
Details:
Aufbruch: 24.08.2017
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Juni 2018
Reiseziele: Ungarn
Russland / Russische Föderation
Mongolei
China
Vietnam
Laos
Kambodscha
Thailand
Indien
Nepal
Live-Reisebericht: Helmut schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Helmut V. berichtet seit 10 Monaten auf umdiewelt.
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