Die ins Wasser gefallene Erleuchtung? Thailand während der großen Flut 2011

Thailand-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober - Dezember 2011  |  von Adi Meyerhofer

Tempel

Prinzipiell sind alle Tempel für Männer öffentlich zugänglich (Frauen, die per se "verführerisch blicken" und "anzüglich sprechen" dürfen nur in gewissen genau geregelten Situationen mit Mönchen zusammenkommen).

Aufnahme finden Ausländer aber nur wenn keine Sprachbarriere besteht.

Wat Chana Songhkram (Bangkok)

Ich hatte an meinem letzten Tag Aufenthalt in Bangkok noch die Gelegenheit an einer gewöhnlichen (Einzel)-Ordination teilzunehmen, bei der diskrete Aufnahmen erlaubt waren. Der vergleichsweise große Wat Chana Songhkram steht in der Thammayut-Tradition, ist aber auch ein Ausbildungstempel.

Solche Ordinationen sind große Familienfeiern wie bei uns Kommunion o.ä. was eiegentlich ganz im Gegenteil der Lehre steht. Gerade auf dem Lande werden aber immer noch "geistig minderbemittelte" in die Tempel abgeschoben, die ihren familien lästig sind.

In der ärmeren nord-östlichen Region Isan war ein längerer Aufenthalt im Tempel für einen Knaben (Mindestalter 7, Vollordination ab 20 -- nach asiatischer Alterszählung) bis vor einigen Jahren die einzige Möglichkeit überhaupt eine Schulbildung zu erhalten.

"Der Superbulle schäft nie." Diese Statue steht vor der wohl korruptesten Polizeistation Thailands am Ende des Touristen-Ghettos Khao San Road. Direkt dahinter ist der vergleichsweise reiche  Wat Chana Songhkram.

"Der Superbulle schäft nie." Diese Statue steht vor der wohl korruptesten Polizeistation Thailands am Ende des Touristen-Ghettos Khao San Road. Direkt dahinter ist der vergleichsweise reiche Wat Chana Songhkram.

Eines der neun Klassenzimmer für Novizen. Die in den anderen Lernenden sahen genauso gelangweilt aus wie unsere 13-15jährigen.

Eines der neun Klassenzimmer für Novizen. Die in den anderen Lernenden sahen genauso gelangweilt aus wie unsere 13-15jährigen.

Der "Präzaptor" fragt einiges.
Ordinationsprozedere (engl.)

Der "Präzaptor" fragt einiges.

Ordinationsprozedere (engl.)

Der neue Mönch hat zum ersten Mal die Robe angelegt bekommen, der Kollege hilft ihm die Almosenschale richtig umzuschnallen.

Der neue Mönch hat zum ersten Mal die Robe angelegt bekommen, der Kollege hilft ihm die Almosenschale richtig umzuschnallen.

Wat Sila Ngu (Koh Samui)

Der Wat Sila Ngu ist ein kleiner, aber gut gepflegter Tempel auf der Insel Koh Samui, die sich in den letzen 30 Jahren von einer reinen Fischer- und Kokosanbauinsel zu einem der bedeutendsten Touristenziele Südostasiens entwickelt hat.

Während meines Besuchs wurde gerade eine Gabendarbringung (?) vorbereitet, so daß die Haupthalle nicht zugänglich war. Im Vorhof findet sich auch ein Bodhi-Baum (ficus religiosa). Bemerkenswert ist, daß sich auf dem Friedhof das Grab eines dort 1963 verstorbenen amerikanischen Mönches befinden soll, aus einer Zeit also als selbst die meisten Thais diese abgelegene Insel allenfalls wegen ihrer 1½-2 Millionen Kokospalmen kannten.

Zwei Nagas schützen die Treppe. Im Vordergrund Gräber.

Zwei Nagas schützen die Treppe. Im Vordergrund Gräber.

Wat Samret (südl. Koh Samui)

Der Wat Samret, ein paar Kilometer weiter in einem noch nicht vollständig touristisch erschlossenen Gebiet im Süden der Insel, ist einfacher gehalten. Es ist ein sehr typischer Dorftempel. Es ist dort vergleichsweise ruhig, so daß man auch einmal mit Blitz photographieren kann, was an sich extrem ungern gesehen wird.

Nebenhalle voller Buddhastatuen.

Nebenhalle voller Buddhastatuen.

Im Schrank der buddhistische Kanon, rechts der junge Bhumipol während seiner drei Monate als Mönch.

Im Schrank der buddhistische Kanon, rechts der junge Bhumipol während seiner drei Monate als Mönch.

In der Andachtshalle. Das Bild eines wichtigen Mönchs der Tradition des Tempels hängt höher als das Bild des Königs, etwas das bei "Zivilisten" undenkbar wäre.

In der Andachtshalle. Das Bild eines wichtigen Mönchs der Tradition des Tempels hängt höher als das Bild des Königs, etwas das bei "Zivilisten" undenkbar wäre.

Buddha lehrt die "Vergänglichkeit allen Seins" was hier sehr schön sichtbar wird. (Der todeskampf des Geckos dauerte etwa zwei Stunden)

Buddha lehrt die "Vergänglichkeit allen Seins" was hier sehr schön sichtbar wird. (Der todeskampf des Geckos dauerte etwa zwei Stunden)

Sonderservice des Wat Samret: Das "Buddha Phone" bietet einen direkten Draht zur Erleuchtung.

Sonderservice des Wat Samret: Das "Buddha Phone" bietet einen direkten Draht zur Erleuchtung.

© Adi Meyerhofer, 2013
Du bist hier : Startseite Asien Thailand Thailand-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Ein geplanter vierwöchiger Aufenthalt in einem budddhistischen Kloster nördlich von Bangkok, der dann wegen der "großen Flut" sprichwörtlich ins Wasser fiel (dh stark verkürzt wurde).
Details:
Aufbruch: 30.10.2011
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 07.12.2011
Reiseziele: Thailand
Vereinigte Arabische Emirate
Der Autor
 
Adi Meyerhofer berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.