sieht so aus, als flöge ich um die Welt...?

Reisezeit: Januar - Mai 2015  |  von Stefanie Förster

Bangkok : 24.01. Bangkok Khao San Road, die Dritte

Nachdem wir alle gezahlt haben, führt Pong uns durch den Eingang zur Metro unter der Straße hindurch zur anderen Seite, wo sein Jeep parkt. Ich bin natürlich die erste, die hinten drauf klettert. Dürfen wir auch stehen, frage ich Pong. seinetwegen... Er bzw. seine Freundin, die ihn hier abgeholt hat, fährt los. Es dauert keine 5 Minuten, da stehe ich ans Dach gelehnt mit bestem Blick nach vorn.
Bei langsamer Fahrt ist der Fahrtwind extrem angenehm, bei schneller Fahrt auch, aber da kommt dann noch der Nervenkitzel hinzu. Meist kann man aber auch in Bangkok nicht lange schnell fahren. Hendrik versucht es auch. Wir unterhalten uns während der Fahrt (so langsam war das). Er hat aber auch ein bisschen Bammel. Die Bangkoker winken uns ab und an zu, scheint hier also auch nicht normal zu sein.
Schließlich steht auch Samira auf. Sie kann es aber wegen ihrer Angst fast gar nicht genießen und hält sich krampfhaft fest. what are you doing? Stop clapping on the roof, meint Pong an der nächsten Ampel und wir setzen uns alle wieder. Er setzt uns an der Ecke zur Khao San ab.
Wir wollen erstmal alle zusammen einmal durchlaufen, um uns ein Bild zu machen und uns dann einen Platz suchen. Gar nicht so einfach. Jetzt ist die Khao San definitiv wach und es brodelt vor Leben. Die Geschäfte, teilweise improvisierten Stellagen und Stände sind noch da, aber sämtliche Lücken sind mit Musik und Tischen gefüllt, auch vor jeder Bar auf der Straße stehen Tische. Auf einer improvisierten Bühne spielt ein Duo Livemusik. Gar nicht so schlecht, aber aktuell Bob Marley, den habe ich mir in Sri Lanka übergehört. (Eine von nur drei CDs in der Lieblingsbar, remember?)

Dazu kommen Massen Verkaufswägelchen und Strassenverkäufer auf der Straße. Alles geht ineinander über. Dazwischen drängeln sich die unzähligen Backpacker und übrigen Touristen.
Ständig verlieren wir uns aus den Augen. Ich versuche vor allem, unsere vermeintlich Jüngste Samira nicht aus den Augen zu verlieren. Später erfahre ich dass sie nur so jung aussieht und sich eben manchmal wie 16 benimmt (wer nicht).
Hendrik und Samira schließen wieder zu uns auf. Hendrik hat sich von einem der Strassenverkäufer eine Heuschrecke am Spieß gekauft, den Schwanz hat er schon gegessen und bietet das Tier nun uns an. Wollte ich eh mal probieren. Ich nehme den Spieß und beiße beherzt den Kopf ab, wenn schon denn schon. Da habe ich aber schon Besseres am Spieß hier in Bangkok gegessen. Hoffentlich wollte Hendrik den Kopf nicht selbst? Nein, zu dem konnte er sich nicht überwinden, deshalb hat er hinten angefangen. Oh gut.
Am Ende der Straße beraten wir uns und gehen dann zurück zum ersten Teil, wo es ruhiger war und suchen uns dort einen Platz auf der Straße. Die Besitzer schieben eilfertig mehrere Tische zusammen, die Touristen sind hier hart umkämpft. Wir starten mit einem Biertower, ungefähr so peinlich wie Eimer am Ballermann und gehören in Asien genauso zur abendlichen Strassenszene in Touristengebieten. Eimer gibts auch, kleine mit Longdrinks, das ist praktisch zum mitnehmen am Henkel.

Nachdem alle ausgetrunken haben, wollen wir weiter. Einige haben Freunde aus anderen Touren getroffen und gehen in einen Club, der Rest bleibt lieber an bzw. auf der Straße, um die Atmosphäre zu genießen. In einen Club können wir überall gehen, die Khao San gibts nur einmal. Wir gehen in Richtung der etwas lauteren Musik. In der Bar, die wir uns aussuchen, sollen wir aber drinnen sitzen. Es ist fürchterlich laut. Hier will ich absolut ungern bleiben. Die andere sitzen teilweise schon, teilweise teilen sie meine Gefühle. Die Gruppe spaltet sich erneut. Hendrik, Samira und ich verlassen die Bar. Als wir auf der Straße stehen und diskutieren, wohin wir nun sollen, kommt ein Typ vorbei und tanzt mich an. Ich bin an dem Abend wirklich in ausgelassener Stimmung und mache mit. Er drückt mir noch einen Kuss auf die Lippen, dann tanzt er weiter. Kaum wende ich mich Samira und Hendrik zu, umarmt mich der nächste von hinten... Okayyyy

Wir gehen zurück zu der Livemusik mit den Tischen davor. Die andere wollten später folgen. Als wir ankommen wird kein Bob Marley mehr gespielt, sondern andere Songs. Sieht alles improvisiert aus, wohl von einem Club, den man durch einen schmalen Gang erreichen kann. gefällt mir... Das Duo ist auch wirklich gut. Schon bald tanze ich zwischen den Tischen, Samira schließt sich an. Wir sind die Einzigen, die Band freut sich. Auch Hendrik stößt kurz dazu, setzt sich aber bald wieder. Fernando taucht auf und trinkt ein Bier mit uns, dann verschwindet er wieder. Die anderen scheinen verschollen, aber hier ist es so schön, dass wir uns nicht auf die Suche machen. Die Band wechselt, auch das zweite Duo ist spitze. Im Club können wir die Toilette nutzen, die Band da ist ebenfalls klasse. Dann kommt ein Polizeiwagen und räumt die Straße. Alle Stühle und Tische, die auf der Straße stehen, müssen weg. Die Kellner klappen kurz alles zusammen. Während wir noch überlegen, was jetzt, ist die Polizei weg und alles wird wieder aufgebaut und es geht weiter.

Irgendwann werden wir müde und wollen uns ein Taxi nehmen. Auf dem Weg treffen wir auf ein DJ Pult mit geiler Musik mitten auf der Straße. Nochmal tanzen. Fernando taucht von irgendwoher auf. Wir unterhalten uns mit einem paar Einheimischen. Wieder kommt die Polizei. Jetzt nehmen wir uns wirklich ein Taxi. Ich sammle noch Fernando ein, der Selfies mit irgendwelchen Mädels macht.
Die Fahrt ist extrem günstig, nur 60 Bath. Sophie ist noch nicht daheim und ich schlafe sofort ein. (Nachdem ich die Klima ausgeschaltet habe, die Sophie dann später wieder einschaltet. In den nächsten Tagen füge ich mich und sie bleibt eben an.) Als Sophie heim kommt, wache ich nicht einmal auf.

© Stefanie Förster, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich habe nie von einer Weltreise geträumt. Schockierend, ich weiß. Überraschenderweise unternehme ich jetzt aber eine. Wie es dazu kam, wo ich lande und wie es da so ist, das berichte ich Euch hier... Wer mag, darf mitlesen. Mein Blog richtet sich vor allem an meine Familie und Freunde, sowie an Ex Kollegen. ...naja und natürlich an mich selbst: eine Weltreise ist ein tolles Abenteuer liebe Steffi! ...nur Mut und einfach mal machen, wird schon schiefgehen ;)
Details:
Aufbruch: 11.01.2015
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 28.05.2015
Reiseziele: Sri Lanka
Thailand
Indonesien
Australien
Neuseeland
Fidschi
Vereinigte Staaten
Mexiko
Deutschland
Malaysia
Singapur
Der Autor
 
Stefanie Förster berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Stefanie sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!