Seidenstrassenprojekt

Usbekistan-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2015  |  von Herbert S.

Xiva, Khiva oder auch Chiwa: Juma-Moschee - das Cordoba von Chiwa

Die folgenden Museen sind sehr unterschiedlich. Manche zeigen eigentlich nur Fotos oder sind mediendidaktisch nicht aufbereitet, andere bestechen durch ihre Architektur von alleine.

Im Zentrum der Altstadt gibt es eine Juma (Freitags-) Moschee. Sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts auf den Ruinen eines Vorgängergebäudes erbaut. Dieses Originalgebäude besitzt keine prächtigen Portale und Kuppeln, auch keinen Innenhof. Die Moschee ist von vier Seiten zugänglich. An der Nordseite befindet sich ein 52 Meter hohes Minarett. Im Innern der Moschee befindet sich eine einzige Halle, deren Decke von 215 hölzernen, kunstvoll geschnitzten Säulen aus verschiedenen Jahrhunderten getragen wird. Kleine Öffnungen in der Decke lassen Licht und Luft herein und zwischen den Fenstern finden sich neben rotem und schwarzem Dekor auch Bäume, Büsche und Iris-Blumen in erstaunlich realistischer Darstellungsweise.

Von besonderem Interesse sind jedoch die Schnitzereien auf den Holztüren und den Holzsäulen, die die Decke tragen. Wie bereits erwähnt, stammen letztere aus verschiedenen Epochen. Die ältesten Säulen aus dem 10./11. Jahrhundert sind mit tiefen Reliefs und Kufi-Inschriften geschmückt, während die Säulen aus dem 11./12. Jahrhundert eher flachere Ornamente tragen. Die Inschriften sollen den Betenden daran erinnern, dass „dieses Haus Allah gehört“. Die Kombination aus geometrischen Mustern und Blumen in Verbindung mit arabischen Inschriften ist typisch für die Säulen des 15. Jahrhunderts. Die Mehrzahl der Säulen wurde im 18. Jahrhundert aufgestellt und manche sind noch jünger. Der Aufstellzeitpunkt ist auf den Türen und einigen Säulen zu lesen: 1316, 1510, 1788, 1789. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Daten um Bauabschnitte der Moschee. Der Säulenwald im Halbdunkel der Moschee in Kombination mit den kunstvollen choresmischen Holzschnitzereien geben einen Eindruck davon, was einheimische Künstler und Handwerker zu schaffen vermochten.

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Als der venezianische Kaufmann Marco Polo 1271 nach China aufbrach, lagen mehr als drei mühselige Reisejahre vor ihm, bis er den Hof des Kublai Khan in der Nähe von Peking erreichte. Die uralte, abenteuerliche Verbindung zwischen Orient und Okzident haben wir uns aufgeteilt - hier der zweite Teil.
Details:
Aufbruch: 10.09.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.09.2015
Reiseziele: Usbekistan
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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