Seidenstrassenprojekt

Usbekistan-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2015  |  von Herbert S.

Buchara - Rundgang II: Medrese Mir-i Arab

Die Medresse Mir-i Arab in Buchara wurde in den Jahren 1535 und 1536 von dem aus dem Jemen eingewanderten, einflußreichen Scheich Mir-i Arab errichtet. Die Medresse hat auch heute noch die Funktion einer islamischen Hochschule. Die Anlage ist imposant und besteht aus einem hohen Portal, zwei Rundtürmen an den äußeren Ecken, einem fast quadratischen Vier-Aiwanen-Hof, an dessen längeren Seiten zwei Chudscher-Etagen mit Darschanen an den Ecken, einer Vorhalle, einer Moschee und einer Gurchana (Grabraum) angeordnet sind. Die hohen überkuppelten Säle ziehen den Blick auf sich. Innenarchitektonisch ließen sich die Baumeister etwas Neues einfallen: Die Konstruktion der sich kreuzenden Bögen und schildförmigen Pendentife wurde verändert, und die hohen Kuppelräumlichkeiten der Medresse und der Moschee weisen stalaktitähnliche Gewölbe auf. Besonders prächtig ist die Kuppel in der Gurchana ausgebildet. Sehenswert ist das Gittermuster aus Keramik in den sechzehn Öffnungen der Kuppeltrommel sowie die Auskleidung. Fein und zierlich sind die Auskleidungen der Platten und der Bordüre gestaltet. Die Medresse ist durch ihren mosaischen Timian geprägt: weiße stilisierte Pflanzenmuster vor manganschwarzem Hintergrund finden sich dergestalt nur selten und wirken durch die meisterhafte Ausgestaltung wie ein durchbrochenes Muster. In den Innenräumen der Gurchana befinden sich Marmorgrabsteine und der Holzkenotaph des Herrschers von Mawarannahr Ubaidulla-Khan, der 1537 starb.
aus: Wollenweber-Franke

städtebauliche Gegenstück zur gegenüber liegenden Kalon-Moschee

städtebauliche Gegenstück zur gegenüber liegenden Kalon-Moschee

äußere Abmessungen von 55 m auf 73 m

äußere Abmessungen von 55 m auf 73 m

besonders imposanter Eingangs-Aywan

besonders imposanter Eingangs-Aywan

heute noch in Benutzung als theologische Schule, eine in Sowjetzeiten unterbrochene Tradition

heute noch in Benutzung als theologische Schule, eine in Sowjetzeiten unterbrochene Tradition

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Als der venezianische Kaufmann Marco Polo 1271 nach China aufbrach, lagen mehr als drei mühselige Reisejahre vor ihm, bis er den Hof des Kublai Khan in der Nähe von Peking erreichte. Die uralte, abenteuerliche Verbindung zwischen Orient und Okzident haben wir uns aufgeteilt - hier der zweite Teil.
Details:
Aufbruch: 10.09.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.09.2015
Reiseziele: Usbekistan
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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