Seidenstrassenprojekt

Usbekistan-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2015  |  von Herbert S.

Buchara 2. Tag

Leider müssen wir heute umziehen, da unser schönes Hotels heute schon belegt ist. Wie das Ganze abläuft, bleibt noch unklar. Wir packen mal sicherheitshalber die Koffer vor dem Frühstück. Und tatsächlich kommt dann einen Anruf aufs Zimmer: bitte Koffer packen, diese werden dann in den Bus verladen, hundert Meter weitergefahren und dort im Hotel wieder ausgeladen. Wir brauchen uns zwar um nichts kümmern, aber eigentlich ist es Unsinn und kostet nur Wartezeit im Bus.

unser neues Domizil - Hotel Asia Buchara

unser neues Domizil - Hotel Asia Buchara

Erstes Ziel ist heute der etwas außerhalb liegende Sommerpalast der letzten Emire von Buchara.

Nach der Besichtigung macht M. den Vorschlag den Ausflug nach Gijduvon übermorgen auf der Fahrt nach Samarkand zu machen und direkt nach Buchara zurückzufahren. Der Vorschlag wird aber mehrheitlich abgelehnt; da alle vermuten, dass damit der Tag vorzeitig beendet werden sollte. Wenn man jedoch gewußt hätte, was uns erwartet, hätte man gänzlich darauf verzichten können, denn wir erhalten eine Einführung zur Töpferei und einen Schnelldurchgang durch ein Privatmuseum mit Töpfereien aus verschiedenen Regionen“ sowie eine Vorführung von Stickerei und dem zugehörigen Shop. Wenigstens gibt es einen Tee mit Knabbereien hinterher.

Auf meinen Versuch wenigstens in der Stadt noch etwas Sinnvolles zu tun - ich hatte nämlich gelesen, dass es dort einen großen Basar geben soll - reagiert M. mit völligem Unverständnis: meine dementsprehende Frage beantwortet er mit einem 'Warum?' - Jedenfalls will er dort nicht hin und dann ist Nichtverstehen sicherlich einfacher als Neinsagen.
Zurück in Buchara geht's noch zur Chor Minor Moschee, die in einem Wohnviertel mit abenteuerlichen Installationen liegt.

Auch diese Medrese ist im Prinzip ein Shop, aber man kann mal wieder über eine steile Treppe aufs Dach steigen. Das gibt schöne Motive.
Ansonsten muß sich meine Frau Ulrike mal mit ihrer 'alten' Mutter in Verbindung setzen. aber M. hatte gestern für sie eine Telefonkarte gekauft, die aber kein Gespräch zuläßt. Das Gespräch mit M. ist derart verwirrend, dass wir beschließen eine Email an unsere Nachbarin zu senden und sie zu bitten, der Mutter Bescheid zu sagen, dassalles ok ist und wir 'nur' Probleem mit dem Telefonieren haben. (Wie sich viel später herausstellt, hat der Guide eine Telefonkarte gekauft, muit der man im Festnetz nach Rußland telefonieren kann.) -Wir sind wirklich 'stinksauer!

Unser Mitreisender M. (nicht der Guide!) hat ausfindig gemacht, dass es eine Stockpuppentheateraufführung in der Kokeldash-Medrese gibt. Da schließen wir uns doch den beiden nach Rückkehr gerne an:

Die Vorstellung stellt eine Hochzeitszeremonie dar: zwei Männer werden sich zunächst nicht einig über den Preis der Braut; die Freundinnen schminken und kleiden die Braut ein, der Bräutigam trägt die Braut weg. Das alles geschieht teils mit Puppen, teils mit Schauspielern, ein Mann spielt auf einer Art Tambourin die unterschiedlichsten Rhythmen. Uns hat es gefallen und Matthias spielt auch etwas mit den Puppen – der Eintrittspreis ist Verhandlungssache, mit 20$ für vier geben Sie sich zufrieden.

Um 18.00 Uhr ist eine Weinprobe angesetzt, 8 Weine gibt es z.T. mit europäischen Namen versehen. Eigentlich sind sie alle nicht schlecht, aber besonders hervorragend ist keiner. Wir gehen heute nochmal ins Chinar essen, doch als wir ankommen steigt leider eine ganze Busladung aus, die auch auf der Dachterrasse untergebracht wird. Wir ziehen um nach unten zu dem freundlichen Kellner. Wir teilen uns wieder einen Salat (Kartoffel), eine Hackbällchensuppe und diesmal Lammfleisch.

Restaurant Chinar

Restaurant Chinar

Ein kurzer Spaziergang über den Labi Hauz und dann gucken wir heute mal ZDF Nachrichten, die aber ausschließlich von den Syrien-Flüchtlingen berichten.

© Herbert S., 2015
Du bist hier : Startseite Asien Usbekistan Usbekistan-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Als der venezianische Kaufmann Marco Polo 1271 nach China aufbrach, lagen mehr als drei mühselige Reisejahre vor ihm, bis er den Hof des Kublai Khan in der Nähe von Peking erreichte. Die uralte, abenteuerliche Verbindung zwischen Orient und Okzident haben wir uns aufgeteilt - hier der zweite Teil.
Details:
Aufbruch: 10.09.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.09.2015
Reiseziele: Usbekistan
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors