Seidenstrassenprojekt

Usbekistan-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2015  |  von Herbert S.

Buchara 2. Tag: Sommerresidenz des Emirs Sitorai Mochi-Choss

Zur Besichtigungsrunde in Buchara gehört unbedingt auch ein Besuch des Sitzes des Emirs Sitorai Mohi-Hosa. Die Säle dieses Palastes in der Vorstadt sind übervoll mit orientalischen Raritäten und Geschenken seiner europäischen „Kollegen".

Der Palast teilt sich in zwei Bereiche: Der alte Palast wurde am Ende des 19 Jh. auf Verordnung des Emir Ahadkhan durch die damals besten Handwerker Russlands aus Petersburg und Jalta errichtet. Er ist traditionell dreigeteilt mit ein- und zweigeschossigen Gebäuden im Stil von Bucharaer Herrschafts-Wohnhäusern.
Der neue Sayid-Alim-Khan Palast aus dem Jahre 1917 verfügt über einen Pavillion, einige verschwiegene Innenhöfe im weitläufigen Park, einen Empfangsraum, einen Wohntrakt, Lagerhaus und weitere kleine Häuschen.

man betritt den Komplex durch das Portal mit klobigem Mosaikschmuck,

man betritt den Komplex durch das Portal mit klobigem Mosaikschmuck,

die den Hof umgebende Galerie gehört wie das Portal zu dem neben dem alten errichteten neuen Palast (1917).

die den Hof umgebende Galerie gehört wie das Portal zu dem neben dem alten errichteten neuen Palast (1917).

wieder einmal wird alles äußerst penibel gekehrt

wieder einmal wird alles äußerst penibel gekehrt

Das Hauptgebäude hat mehrere Empfangszimmer und Zimmer für Khan, darunter auch den berühmten Weißsaal, der im Laufe von 2 Jahren (1912-1914) unter der Leitung von Usto Schirin Muradow durch 25-30 Handwerker erbaut worden ist. Wie in vielen Schlössen ist man von der Vielzahl und dem Luxus der Räume erschlagen - mag manches auch kitschig wirken - aber mein Bilderbuch soll trotzdem einen Eindruck zulassen.

Im „Weißen Saal“ sind die Wände mit Spiegeln ausgekleidet, die traditionelle Gittermuster tragen und vom berühmten Künstler Shirin Muradov aus Buchara gefertigt wurden.

Im „Weißen Saal“ sind die Wände mit Spiegeln ausgekleidet, die traditionelle Gittermuster tragen und vom berühmten Künstler Shirin Muradov aus Buchara gefertigt wurden.

In der Halle befindet sich eine Ausstellung von Dingen, die den Khanen von Buchara von verschiedenen Botschaftern als Geschenke überreicht wurden. Im anderen Palast sind goldbestickte Chapans der Emire zu bewundern, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Männern hergestellt wurden. Zu dieser Zeit hatten nur Männer das Recht, Kleider mit Gold zu besticken. Neben den Kleidern der Emire sind auch jene zu sehen, die dem Emir geschenkt wurden. An der Menge der Kleider war demnach der Status der Person zu erkennen.

Die Palastvillen und Lauben im Palastgarten wurden in den Jahren 1917-1918 erbaut und sind eine Mischung aus europäischem und östlichem Stil. In gleicher Weise wurde auch der erste Palast erbaut.

Läuft man weiter durch den Garten, so gelangt man zu einem kleinen Teich mit Pavillion, wo die Konkubinen des Khans lebten.

Direkt vor dem Teich ist die Laube des Khans zu sehen, in der er seine Freizeit verbrachte. Dieser Bau macht einen baufälligen Euindruck, so dass niemand sich nach oben begibt.

Über den Garten verteilt sind Künstler bei der Arbeit

© Herbert S., 2015
Du bist hier : Startseite Asien Usbekistan Usbekistan-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Als der venezianische Kaufmann Marco Polo 1271 nach China aufbrach, lagen mehr als drei mühselige Reisejahre vor ihm, bis er den Hof des Kublai Khan in der Nähe von Peking erreichte. Die uralte, abenteuerliche Verbindung zwischen Orient und Okzident haben wir uns aufgeteilt - hier der zweite Teil.
Details:
Aufbruch: 10.09.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.09.2015
Reiseziele: Usbekistan
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors