Seidenstrassenprojekt

Usbekistan-Reisebericht  |  Reisezeit: September 2015  |  von Herbert S.

Nukus - Chiwa

Nachdem die Rallye Hamburg-Shanghai - gestern stand ein Jeep mit Eßlinger Nummer und ein Wiener SUV mit Aufschrift Hamburg – Shanghai Rallye vor dem Hotel - mit weiteren Oldtimern (Mercedes und Peugeot) - die haben Mut - losgefahren ist, starten auch wir.

kurze Eindrücke von Nukus - tolle Bauten

kurze Eindrücke von Nukus - tolle Bauten

auch auch 'Platten'

auch auch 'Platten'

Die breite und gerade Straße ist zwar z.T. in einem katastrophalen Zustand und führt zunächst gut 90min entlang einer Bahnlinie, die wir mehrfach kreuzen, durch Steinwüste.

die Ziegen scheinen jedoch noch satt zu werden - oder fressen sie Steine?

die Ziegen scheinen jedoch noch satt zu werden - oder fressen sie Steine?

wie schrieb Bittrich in seinem Weltartikel: "Seidenstraße ist eine poetische Umschreibung für eine löcherige Wüstenpiste, auf der betagte Busreisende sich hartnäckige Bandscheibenvorfälle zuziehen."

wie schrieb Bittrich in seinem Weltartikel: "Seidenstraße ist eine poetische Umschreibung für eine löcherige Wüstenpiste, auf der betagte Busreisende sich hartnäckige Bandscheibenvorfälle zuziehen."

Erst nach dem Abzweig bei Berunli wird es wieder grün, da dort auch diverse Ausläufer des Amurdaya die Ebene bewässerbar machen. Wir machen eine ‚technische’ Pause an einem Baumwollfeld und betätigen uns als Pflücker. Da das aber pro Kilo nur 1000 Sum einbringt, und wir die Pflückerinnen mit einer Tagesleistung von bis zu 100 kg nicht erreichen können, geben wir es auf und begnügen uns mit ein paar Mustern.
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die unterscheidlichen Färbungen der Baumwollfelder haben ihren Grund in der Tatsache, dass sie mehrfach beerntet werden.

die unterscheidlichen Färbungen der Baumwollfelder haben ihren Grund in der Tatsache, dass sie mehrfach beerntet werden.

es stellen sich Fragen ein, u.a. erklärt M.. auf die Frage nach der Blütenfarbe der Baumwolle 'blau-grün' - auch die Jährigkeit der Pflanze kann er nicht beantworten. Also machen wir uns selber schlau:

Die einjährige Pflanze entwickelt gleichzeitig Kapseln und Blüten (rosa!)

Die einjährige Pflanze entwickelt gleichzeitig Kapseln und Blüten (rosa!)

Wir sind wirklich auf dem Land, und meine Vorstellung sollte nur noch hier bestätigt werden - ich hatte nämlich viel mehr Eselskarren erwartet. Außerhalb von Karalpakstan habe ich sie kaum mehr gesehen.

Eselskarren sind selten geworden

Eselskarren sind selten geworden

Großverkauf am Straßenrand

Großverkauf am Straßenrand

Vor Urgansch überqueren wir einen Arm des Amurdaya - flach und teils versandet

Amurdaya

Amurdaya

Urgansch ist für Chiwa der Ankunftspunkt mit Flughafen und schon tauchen wieder die ersten Palazzo Protzi auf. Allerdings sind auch die Neubauten – z.B. der Supermarkt - hypermodern.

Wie häufig in arabischen Ländern gesehen bebaut man die Innere der Kreisverkehre gerne mit imposanten Gebilden

Wie häufig in arabischen Ländern gesehen bebaut man die Innere der Kreisverkehre gerne mit imposanten Gebilden

Ein Relikt aus früheren Zeiten: der Obus - Die Oberleitungen fallen mir schon in Urgansch auf - aber werden sie noch genutzt?

Elektro-Oberleitungen für Obusse in Urgansch

Elektro-Oberleitungen für Obusse in Urgansch

Ja sie werden genutzt! Den zugehörigen Obus sehen wir dann in Chiwa (Khiva) 
Hätte man sie in Europa doch nicht abgebaut! Fortschrittlicher Umweltschutz oder?

Ja sie werden genutzt! Den zugehörigen Obus sehen wir dann in Chiwa (Khiva)
Hätte man sie in Europa doch nicht abgebaut! Fortschrittlicher Umweltschutz oder?

Gegen 12.45 Uhr erreichen wir dann das Hotel Old Khiva, das direkt gegenüber dem Westtor de Stadt Chiwa liegt. Unser Zimmer liegt allerdings zur Seite und wir blicken nur auf ein Trümmerfeld abgerissener Häuser. Wir können die Zimmer beziehen, erhalten eine Begrüßungstee und meine Frau Ulrike kann auch nach dem Kauf einer weiteren 5000-Sum-Karte mit ihrer Mutter telefonieren

© Herbert S., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Als der venezianische Kaufmann Marco Polo 1271 nach China aufbrach, lagen mehr als drei mühselige Reisejahre vor ihm, bis er den Hof des Kublai Khan in der Nähe von Peking erreichte. Die uralte, abenteuerliche Verbindung zwischen Orient und Okzident haben wir uns aufgeteilt - hier der zweite Teil.
Details:
Aufbruch: 10.09.2015
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 27.09.2015
Reiseziele: Usbekistan
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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