Der Wahn geht los

Reisezeit: September 2010 - April 2011  |  von kathrin schmeling

noch auf der Strasse

Hallo, da bin ich mal wieder!
Inzwischen ist ganz schoen viel passiert, wo soll ich anfangen?!
Vielleicht in Harvey Bay. Dort waren wir einige Tage, ein kleiner gemuetlicher Ort an der Kueste. Sehr schoen, mit einem Traumstrand 15 Meilen lang. Und von dort aus schwangen wir uns auch auf ein Boot, dass uns nach Frazer Island brachte.
Frazer Island ist die weltweit groesste Sandinsel. Interessanterweise wachen mitten im weissen Zuckersand Pflanzen aller Art. Keine Ahnung woher die ihre Energie nehmen, aber die Insel ist gruen.
Man kann die Insel nur schwer alleine besuchen, denn es gibt Dingos, die einen gerne fressen wollen. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Woelfen und Hunden, ganz suess eigentlich, aber eben eher unfreundlich.
Ausserdem kommt man nur mit einem Jeep ueber die Insel, denn man bleibt sofort im Sand stecken, wenn man versucht, die Wege entlang zu fahren.
Deshalb haben wir uns einer gefuehrten Tour angeschlossen. Zum Glueck, wir haben x Selbstfahrer gesehen, die versucht haben, ihre Karre aus dem Sand zu schieben.
So sind wir also mit einem gepanzerten Bus ueber die Insel geheizt, durch den Dschungel im Landesinneren, so schnell, das die Pflanzen gegen die Scheiben klatschten. Und am Strand (75 Meilen feinster Sand) entlang, dass das Wasser spritzte.
Leider ist das Baden im Meer streng verboten oder besser gesagt, nur totale Deppen tun das. Denn wenn einen nicht die Stroemung wegzerrt, dann schnappen einen mit Sicherheit die Haie.
Also haben wir auf den Hoehepunkt gewartet: ein Suesswassersee in Mitten der Insel mit so weissem Stand, dass es blendete.
Das Wasser ist wirklich tuerkis und kristallklar. Sehr schoen!

Dort sind wir natuerlich baden gegangen.

Dorien und ich sind ausserdem spontan in ein kleines Flugzeug gestiegen und haben einen Rundflug ueber die Insel gemacht. Genial!
Auch diese Eindruecke werde ich so schnell nicht vergessen.

Unser Busfahrer erklaerte uns waehrend der Fahrt so ziemlich jeden Busch. Er zeigte uns welchen Teil vom Baum die Aboriginies benutzen, um Schmerzen zu lindern und erklaerte uns, warum die Wuermer sich im Zickzackmuster durch den Baum fressen.
Das war wirklich lehrreich. Wir wanderten ein Stueck durch den Dschungel und betrachteten ausserdem Sandsteinfelsen und ein Schiffswrack. Ich hab diesen Tag total genossen und schlief danach wie ein Baer.

Seit dem sind wir unterwegs nach Cairns. Das Wetter ist bestialisch geworden, wir hocken im Dauerregen. Ich dachte immer nur an den blauen Himmel Australiens, aber das war wohl der totale Flop. Es ist zwar nicht kalt, aber ich habe seit Tagen nasse Fuesse und wate im knoecheltiefen Wasser. Ein Scheiss!
Unsere Stimmung hat sich rapide verschlechtert, denn das Auto ist klein und die Fluchtmoeglichkeit voreinander sind geringer geworden.
Es knallt jetzt ab und zu zwischen uns und es gab einige Momente, wo ich dachte ich sollte die Karre und Dorien besser stehen lassen und abhauen.
Hab ich natuerlich nicht gemacht, doch der Streit nervt total.

Zum Glueck haben wir nicht nur Streit, sondern auch gute Momente.
Wir waren in verschiedenen Stadten:
Bundaberg, dort wurde vor 2007 ein Krokodil im Fluss fotografiert, das 12 Meter!!!! gross ist. Ich wusste nicht, dass die Biester so lang werden koennen. Ueberall hangen Schilder am Fluss und warnen vor dem Krokodil.

In Beerwar waren wir im Zoo vom Steve Irving (ihr wisst schon, das ist der Kerl, der diese ganz beruehmte Tierserie hatte und saemtliche gefaehrliche Tiere vorstellte und dann durch einen Manta vor einigen Jahren starb). Seine Tochter hielt eine sehr bewegende Rede unter Traenen um Fernsehen und uebernahm seine Arbeit.
Im Zoo habe ich Kaenguruhs und Koalas getreichelt, toll! (Hab ich das nicht schoen erzaehlt??)

Dann waren wir noch in Sarina,ein kleiner Ort im Nichts.
Allerdings hatte ich dort mein bestes Essen! Krebs - lecker!

Seit gestern sind wir in Mackay, ein etwas groesserer Ort im Nichts. Immerhin konnte ich hier endlich mal einen Internetanschluss auftreiben, das ist fast das beste an dieser Stadt.
Mittlerweile ist es meistens so abgeschieden, dass wir uns ueber solche Kleinigkeiten total freuen.
Wir waren in einer Galerie, aber nach den 20 Bildern waren meine Wetterdepressionen nicht weg.
Kulturell ist hier ehrlich gesagt wenig zu holen. Wir versuchten ein paar Aboriginiecenter, doch sie waren alle geschlossen.

Aber ich habe ein neues Telefon! Mein altes gab den Geist auf und meine deutsche Telefonkarte gilt hier nichts - kein Kontakt.
Jetzt habe ich eins und kann wieder mit der Welt reden, was mich sehr gluecklich macht!

Wir werden gleich weiterziehen, nach Townsville. Auch dort gibt es Traumstraende, die wir sicher nicht besuchen, weil wir keine Lust haben im Regen rumzusitzen. Ich hoffe, dass es dort irgendetwas anzusehen gibt. Sonst schnitz ich mir nen Bumerang.

Noch schnell was ueber die neusten Tiere, die mich quaelen!
Sandfliegen! Man sieht sie nicht, aber sie beissen wie Muecken und sind ueberall wo Wasser ist (also ueberall). Das ist ziemlich ungeil, ich bin total zerstochen und versuche staendig, mich nicht zu kratzen.

Wir werden ab Townsville ins Outback fahren, in der Hoffnung auf klassisch blauen Himmel und Hitze. Das mit dem Baden ist sowieso durch. Jellifish (eine Quallenart, die dich in Minuten umbringen kann) und Haie sind an jedem Traumstrand. Man muss genau gucken, dass man wirklich ein bewachtes Stueck zum Baden benutzt.
Wer will sich schon fressen lassen?

Machts gut, wir treffen uns in einer halben Stunde am Auto und mussen noch irgendwas gegen die Sandfliegen kaufen. Ich melde mich wieder, wenn es Internet gibt - kann also eine Weile dauern.
Habts schoen, hugs,
kaddy

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Noch drei Tage und dann geht es los. Nach Bali. Sechs Wochen habe ich dort Zeit, dann geht es weiter nach Australien, Neuseeland und Thailand. Mit fliegenden Händen packe ich meine Wohnung zusammen, telefoniere, suche, organisiere parallel zu allem. Bali. Als ich vor ein paar Tagen im Buchladen einen Reiseführer über Bali durchblätterte, bin ich fast umgefallen, weil es so schön ist. Unfassbar, dass ich bald in dieser Schönheit stehen soll.
Details:
Aufbruch: 22.09.2010
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 08.04.2011
Reiseziele: Indonesien
Australien
Neuseeland
Thailand
Kambodscha
Vietnam
Der Autor
 
kathrin schmeling berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.