In knapp zwei Jahren durch Malaysia, Neuseeland und Australien

Australien-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober 2015 - Juli 2017  |  von Anja & Wolfgang

Tasmania: Teil 1 - von 27.01 bis 03.02.2017 1240km

Ziel: Wir wollen Tasmanien innerhalb von 5 Wochen im Gegenuhrzeigersinn umrunden und dabei noch möglichst viele Abstecher zu den NP’s im Innenland machen, bevor uns dann am 3.3. die Fähre zurück nach Melbourne bringt.
Hier: Von Fährhafen Devonport Richtung Süd-Westen ins Innenland zum Cradle Mountain-Lake St. Claire NP, Lake Mackenzie, Leven Canyon, zurück an die Küste nach Pinguin zu den Pinguinen, Richtung Westen über Burnie nach Stanly, besteigen dort The Nut und fahren weiter über Smithton bis Woolnorth an den Nord-Westzipfel von TAS. Nun Richtung Süden über Marrawah auf den Tarkine Loop Drive, dann auf dem 4WD Track97 bis Corinna und letztendlich nochmals ins Innenland über Warratah bis Rosebery.

Wetter: teils Sonnenschein, teils Nieselregen, für die Jahreszeit zu kühl, < 25°, nachts < 15°.

Wir kommen vor 6h in Devonport an

und trotzdem beginnt das Entladen erst fahrplanmäßig um 6:45, Ordnung muss sein, SL3 bekommt seine versprochene Dusche und endlich, so gegen 7:30 sind auch wir in Tasmanien angekommen. In Devonport besuchen wir nur kurz das Info Center, füllen wir nur unsere ‚abhanden gekommenen‘ Vorräte wieder auf und fahren dann gleich weiter nach Sheffield, the Town of Murals, die Stadt der Fasadenmalereien. Selten haben wir so viele unterschiedliche Maltechniken und Stilrichtungen an einem einzigen Ort versammelt gesehen, hier einige wenige Beispiele von den über 50 Murals, die es hier zu bewundern gibt.

Am Mt. Roland vorbei

fahren wir in den Cradle Mountain-Lake St. Clair NP, für uns der schönste, beeindruckendste NP den wir bisher in Australien gesehen haben.

Wir wandern die 2 Stunden rund um den Dove Lake, besichtigen in 15 min die Pencile Falls,

fahren weiter zum Ronny Creek

und sehen unsere ersten Wombat in freier Wildbahn,

biologisch gesehen nächste Verwandte zum Koala, erinnert vom Aussehen aber mehr an diese brasilianischen Riesenratten, ein nachtaktives Tier, aber hier im NP scheint bereits in der Dämmerung der Hunger die Scheu zu überwinden.

Unser SP für heute, der CP am romantisch gelegenen Lake Gairdner,

wo bereits gut 10 weitere WoMo’s auf uns warten.
Wir fahren hoch zum Round Mountain Lookout, sind droben auf’m Berg, geniessen den Blick übers weite Land

und wollen eigentlich weiter in den ‚Walls of Jerusalem‘ NP, aber beim letzte Regen (wann immer der auch war) wurden Teile der Strasse weggeschwemmt, die Strasse somit als ‚unsicher‘ erklärt und kurzerhand auf unbestimmte Zeit für den Verkehr gesperrt. Fahren wir halt stattdessen zum zur Zeit recht wasserarmen Lake Mackenzie,

dem höchstgelegenen einer Kette von Stausseen, die über solche Röhren verbunden sind

und deren Höhenunterschied zur Stromgewinnung genutzt wird. Wir befinden uns in einem Karst Gebiet, Höhlen mit Führung in Hülle und Fülle, wir schauen uns Solomons Cave (E=AUD 20) mal von draussen an, werfen dann einen Blick rüber zum Western Bluff

bevor wir zur kleinen (1km) Wanderung zum Alum Cliffs aufbrechen, von einer Aussichtsplattform einen Blick über den Mersey River werfen dürfen,

um dann den selben Weg wieder zurück zu wandern. Am Wegesrand das Schild ‚Lobster Falls‘, in keiner Beschreibung, keiner Karte erwähnt, auch keines dieser Hinweistäfelchen mit Weglänge, Schwierigkeitsgrad etc. zu sehen, unser Ehrgeiz ist geweckt. Nach gut 2km über teils recht ruppige Bergpfade sind wir am Ziel der Begierde angekommen, können endlich dieses Erinnerungsfoto von dem Wasserfall schiessen,

noch mal gut 30 min. lang den selben Weg zurück zum Auto, das uns dann die nächsten paar km zu unserem SP im RVFT Deloraine bringt,

direkt neben dem SP noch diese moderne Hängebrücke, die natürlich sofort begangen werden muss, bevor wir uns dem Abendritual mit Kochen, Essen, PC Arbeiten widmen können.
Beim Morgenbummel durch Deloraine

verstehen wir sehr schnell, warum diese Stadt sich den Beinamen ‚City of Sculptures‘ gegeben hat. Die ganze Innenstadt ist mit über 50 teils mit lebensgroßen,

teils auch nur 20cm hohen Skulpturen dekoriert. Wir bewundern, schauen, staunen und fahren dann weiter zum Leven Canyon wo wir erst mal den Circle Walk mit 1,2km, bei 140Hm absolvieren, der uns zu zwei schön gelegenen Aussichtspunkten bringt,

bevor wir zum Canyon Floor Walk aufbrechen, der uns bei 2km H/R und guten 130Hm runter zum Fluss bringt,

wobei solche Treppenhäuser den Weg auch für Durchschnittstouristen begehbar machen.

Leider ist der weitere Track bis zum Devils Ellbow beim Hochwasser im Juni 2016 als der Wasserstand etwa 8m höher war zum Teil weggespült worden, wir drehen also wieder mal um, steigen hoch und fahren weiter zum Preston Falls, die den Beinamen ‚der am einfachsten zu erreichende Wasserfall Tasmaniens‘ führen. Stimmt, in knapp 5 Minuten auf fast ebenen Weg ist der Aussichtspunkt mit Blick auf den 25m hohen Wasserfall erreicht.

Vom Woodhouse Lookout wieder mal ein weiter Blick uebers Land,

dann weiter Richtung Norden bis ans Meer um im Ort Penguin das ‚Muss-Foto‘ vom 3m hohen Pinguin zu schiessen,

der hier stellvertretend für alle seine ca. 30cm hohen Kollegen rumsteht, die hier an der Küste ihre Nistplätze haben. 4km weiter gehen wir auf einen SP am Sulphur Creek und hoffen darauf in der Abenddämmerung ein paar dieser Tiere bei der Heimkehr von ihrem Fischfangausflug beobachten zu können. Eine Kolonie lebt hier, nur wann ihr mehrtägiger Fischzug beendet ist, das weiss halt keiner so genau. Nach Sonnenuntergang wandern wir raus bis ans Ende der Landzunge, heimkommende Pinguine sehen wir keine, dafür können wir aber dieses Junge beobachten, das scheu seinen Bau verlässt, erste Denkübungen macht,

um dann mit der abendlichen Fellkosmetik zu beginnen

und dabei immer wieder mal sehnsüchtig Richtung Meer schaut,

in der Hoffnung, dass Mama oder Papa endlich mit dem Abendessen vorbeikommen. Es wird dunkel, wir ziehen uns zurück und hoffen, dass der Kleine auch nicht mehr allzu lange warten muss.
Am nächsten Morgen schläft der Kleine zufrieden?? in seiner Höhle, wir fahren weiter nach Burnie, gehen dort auf einem Boardwalk über zahlreiche Nistplätze

und erfahren in der Tourist Info, dass es hier abends auch nicht mehr viel zu sehen gibt, dass dieses Jahr die Kolonie schon recht verlassen ist, meisten Pinguine bereits Richtung Antarktis unterwegs sind. Über Sommerset erreichen wir Wynyard, die Stadt der Tulpen-Plantagen

und der endlosen Mohnfelder.

Warum hier so viel Mohn angebaut wird, können wir nur erahnen, weisen doch Warntafeln an den Feldern auf die Giftigkeit dieser Früchte bei unsachgemäßer Verarbeitung hin. Wird schon, ähnlich wie in der Türkei pharmazeutischen Zwecken dienen. Das nahe liegende Table Cape Lighthouse (AUD10,-) steckt im dichten Küstennebel,

dazu ist es noch recht kühl und der immer wieder einsetzende Nieselregen trägt auch nicht unbedingt zur Stimmungsaufhellung bei. Wir ziehen uns am frühen Nachmittag auf den SP Boat Harbour zum Lesen und Internet Arbeiten zurück,

freuen uns über die einsetzende Wetterbesserung und unser gelungenes Abendessen.

Stir fried Beef, Thai Style

Stir fried Beef, Thai Style

Wir fahren weiter zum Sisters Beach, eine Insel der Glückseeligen,

mitten im Rock Cape NP gelegen.
Weiter durch diesen NP zum Lighthouse

und zur North Cave, seit Jahrtausenden ein Meetingpoint der traditionellen Landbewohner und darf daher von Fremden nur aus der Ferne bewundert werden.

Vorbei am Rocky Beach

geht es nun zur South Cave

deren Eingang mit einer meterhohen Muschel- und Knochenschicht nahezu verschlossen ist. Überreste von Gelagen, die während Jahrtausenden von Jahren hier stattfanden und die den Archäologen und Paläontologen Aufschluesse über das Leben in der Vergangenheit liefert. Noch ein letzter Blick auf den Strand

und schon geht es weiter in Binnenland zum Big Tree,

heute gut 400 Jahre alt, einer der wenigen Überlebenden der Holzfällaktionen der 20er Jahre und direkt nebenan die Dig Falls,

die heute in aller Ruhe über diese Basaltwand mit ihren acht-eckigen Säulen, ihren Orgelpfeifen plätschern dürfen. Genug der grünen Natur, es geht zurück ans Meer nach Stanly, das vom The Nut überragt wird.

Es stellt sich sofort die Frage: Sessellift (AUD 10 einfach, AUD 18 H/R)

oder die 140Hm auf dem sehr kurzen (485m) und daher sehr steilen Anstieg ohne eine einzige Treppenstufe hochwandern. Wir bestehen den Fittnesstest, machen droben noch mal schnell die 2km Radwanderung um den Gipfel,

sehen dabei noch einen Bobtail Lizzard und dieses Wallaby.

Wandern auf dem selben Weg wieder runter

und sind nach genau einer Stunde wieder zurück in der kleinen Stadt mit ihren alten Gebäuden.

Noch ein kleiner Einkehrschwung, ein letzter Blick zurück

und dann geht es vorbei an der Highfield Historical Site, einst Gefangenenlager und Viehstation,

heute Museum (E=AUD 12,- pP), zum SP am Seven Miles Beach.
Im nahegelegenen Smithton werden wir an die Strassen von San Francisco erinnert,

Stony Point wird von einem Campingplatz verziert, der seinen Bewohnern herrliche Aussichten auf die gegenüberliegende Robisson Insel bietet.

In Woolnorth, am Ende wird unser Weiter-Weg zum Cape recht unsanft von einem Verbotsschild gebremst, das die Weiterfahrt durch privates Agrarland nur noch geführten Touren erlaubt – sicher auch eine Art für zusätzlichen Umsatz für den einheimischen Tour-Unternehmer zu sorgen. Da wir uns laut Navi in der Innenstadt von Woolnorth befinden,

machen wir halt noch ganz schnell mit verdeckter Kamera ein Foto von der Bevölkerung hier. In Marrawah, beginnt ‘The Tarkine Loop Drive’, unser Projekt für die nächsten 2 Tage. Teil 1 führt entlang der Nord-West Küste nach Green Point,

in den West Point Conservation Park

und zum Bluff Hill Point mit seinem schönen Leuchtturm.

Wir überqueren den Arthur River

und sind nun in der Arthur Pieman Conservation Area, entdecken dort the Edge of the World (das Ende der Welt?),

eine Ferienkolonie bei den Sarah Ann Rocks

und noch eine bei den Cutta Rocks,

bevor uns Teil 2 dieser Rundfahrt in den kalten Regenwald bringt, der flächenmäßig zum Grossteil in Tasmanien heimisch ist, ansonsten kann man nur noch an vereinzelten Stellen in Victoria diese Waldart erwandern. Vom Sumac Lookout noch ein Blick runter auf den Fluss und den Wald

bevor wir Julius River Regional Reservation Area unseren SP für heute beziehen.
Wir stehen hier am Julius River mitten im Wald, es ist kalt und es regnet – wir sind somit im kalten Regenwald angekommen. Direkt vor uns der Einstieg zu 2 Wanderwegen, eine kurzen, 30min Wanderung zum Thema Regenwald

und seine Pilze -

ob der wohl essbar ist?

und einer 1 Std. Wanderung zum Thema Sinkholes (=Dolinen, - eingebrochenen Höhlen, Aushöhlungen im Karst), die wir natürlich beide absolvieren. Ein paar km weiter die nächste schöne Wanderung durch uralte Wälder

zum Lake Chisholm,

eigentlich ein riesiges Sinkhole, aber der Ablauf in den Karst ist hier mit Geröll, Schlamm, Lehm verstopft so dass das Wasser stehenbleibt und so sich dieser romantische See bilden konnte. Vom Dempster Plains Lookout ein Blick aus das Grasland, einst künstlich per Feuer angelegtes Jagdrevier der traditionellen Bewohner,

am Sinkhole Lookout der Blick auf das zweite mit Wasser gefüllte Sinkhole – mehr gibt es hier davon nicht.

Von der Tayatea Bridge ein Blick runter zum wilden Arthur River,

dessen Mündung ins Meer wir gestern ja schon bewundern durften. Es geht weiter durch solche aufgeforsteten Eukalyptuswälder

bis zum Wanderweg zum Trowutta Arch, einer weiteren geologischen Rarität, denn hier ist eine Höhle in zwei nebeneinanderliegende Sinkholes eingebrochen

und hat dabei einen etwa 10m dicken, dazwischenliegenden Rest als Naturbogen stehen lassen. Von der Kannurak Bridge ein letzter Blick auf den Arthur River

bevor wir uns erneut auf den SP in der Julius River Regional Reservation Area zurückziehen.
Wir fahren etwa 20km zurück Richtung Cutta Rocks und biegen dann auf den Western Explorer Richtung Süden ab, laut unserem Buch nun der 4WD Track 97, aber eigentlich (mittlerweile??) eine ganz gewöhnliche Staubstrasse, die wie uns der Gegenverkehr beweist, von jedem normalen PKW befahren werden kann. Der etwas später hier nach rechts abbiegende Balfour Track ist da schon von einer ganz anderen Kategorie,

hat er doch schon, zur falschen Zeit befahren, so manches Fahrzeug verschlungen, im Treibsand versinken lassen. Nix für uns, wir fahren brav weiter Richtung Süden, die Landschaft ist mit den traurigen Resten der letzten Waldbrände dekoriert

und die Wolken kommen tiefer und tiefer.

Im Nieselregen erreichen wir Corinna, gehen auf dem Huon Pine Walk ein Stück den Pieman River entlang,

könnten hier eigentlich mit der Fähre (AUD25/Auto) auch übersetzten,

aber wir besichtigen noch schnell die paar alten Häuser von Corinna

und beschliessen dann mal wieder ‚aussenrum‘ zu fahren. So geht es weiter über Savage River, Warratah und Tullah bis zum SP Stitt Park im RVFT Rosebery. Heute beenden wir den Tag mal etwas früher, schliessen dieses Kapitel ab und hoffen auf Wetterbesserung für unsere morgige Wanderung.

© Anja & Wolfgang, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nachdem wir die letzten 2 Jahre auf dem amerikanischen Kontinent verbracht haben, zieht es uns diesmal wieder gegen Osten. In den nächsten 22 Monaten wollen wir Malaysia, Neuseeland und Australien erkunden.
Details:
Aufbruch: 15.10.2015
Dauer: 21 Monate
Heimkehr: 22.07.2017
Reiseziele: Malaysia
Singapur
Neuseeland
Australien
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.