Ein neuer Trip - nochmals auf die Baja California

Guatemala-Reisebericht  |  Reisezeit: Januar - März 2019  |  von Peter S.

28./29./30.1.18 Antigua

Die alte Hauptstadt Guatemalas

Drei Jahre nach einem gewaltigen Erdbeben - im Jahre 1773 - beschloss die damalige Regierung, den Sitz der Hauptstadt Guatemalas in das heutige Guatemala City zu verlegen. Zum Glück für die Stadt Antigua. Die damaligen Zerstörungen waren riesig und wohl niemand dachte mehr an einen Wiederaufbau. Viele koloniale Bauten wurden so vor der endgültigen Zerstörung bewahrt.
Schattige Parks wechseln sich ab mit religiösen Monumenten, Kirchen, Klöstern und Kolonialbauten!

1524 erkämpfte Pedro de Alvarado - von Mexico herkommend, Guatemala. Dass es sehr schwierig war, in dieser bergigen Umgebung eine Stadt zu gründen, das erstaunt auch heute nicht! 1527 waren die Indigenen geschlagen, ihre Behausungen vernichtet. Im Almolonga-Tal gründete er schliesslich die Stadt Santiago de Goathemala. Die Stadt sollte das Zentrum der kolonialen Macht in Mittelamerika werden, doch Pedro de Alvarado hatte sich zwischenzeitlich mit Beatriz de Cueva verheiratet und sie nach Guatemala gebracht. Doch das junge Glück währte nicht lange! 1541 starb er bei einem Beutezug in Mexico.
Beatriz de la Cueva war anschliessend die erste Frau, welcher der Stadtrat von Santiago die Regierungsgeschäfte übertrug. Doch ihre Regierungstätigkeit war sehr kurz - genau einen Tag lang, denn die Stadt wurde von einem mehrtägigen Unwetter heimgesucht - die Stadt wurde förmlich von Schlammlawinen weggespült. in diesen Schlammmassen ertrank auch Doña Beatriz.

Die Stadt Antigua wurde wiederum aufgebaut, bis schliesslich die stets unruhige Erde 1773 wieder unter einem heftigen Erdbeben litt!
Antigua wurde vollständig zerstört. 1776 erfolgte der Umzug der Hauptstadt an einen neuen Ort - dem heutigen Standort Guatemala City.
Antigua selber wurde nie vollständig verlassen, 1871 begann mit dem Landverkauf an deutsche und amerikanische Investoren ein neues Kapitel für die Stadt. Der Kaffeeanbau und -Handel etablierte sich in der Stadt.

1944 wurde die Stadt Antigua zum Nationaldenkmal und 1965 zum Kulturerbe Zentralamerikas erklärt. 1976 erbebte die Stadt erneut und richtete schwere Schäden an.

Am Vormittag breche ich zeitig auf, um in die Stadt Antigua zu fahren!
Unterwegs lasse ich bei einem Auto-Lavado Leomobil richtig waschen!
Nötig ist es, weil das Zuckerrohrwasser immer noch duftet...

Zu dritt wird an der Wagenwäsche gewerkelt

Zu dritt wird an der Wagenwäsche gewerkelt

Und so sauber war Leomobil schon lange nicht mehr!

Und so sauber war Leomobil schon lange nicht mehr!

Vor dem Hostal Antigueno finde ich einen ruhigen Stellplatz, wo man auch die Infrastruktur des Hostals benutzen kann! Zu meiner Überraschung stehen hier bereits zwei ähnliche Toyotas!
Das Hostal ist auch gut gelegen, um die Innenstadt zu erkunden.

Das Regierungsgebäude von Antigua...

Das Regierungsgebäude von Antigua...

bietet eine wunderbare Sicht auf den Zocaló... Hier herrscht ein buntes Treiben, gemischt aus Indigenen, vielen Souvenir-Verkäufern und natürlich deren Abnehmer, die Touristen-Gruppen

bietet eine wunderbare Sicht auf den Zocaló... Hier herrscht ein buntes Treiben, gemischt aus Indigenen, vielen Souvenir-Verkäufern und natürlich deren Abnehmer, die Touristen-Gruppen

und in die Umgebung

und in die Umgebung

Die Stadt ist umgeben von den Vulkanen Agua, Fuego und Acatenango! Leider wollen sie sich nie richtig zeigen!

Die Stadt ist umgeben von den Vulkanen Agua, Fuego und Acatenango! Leider wollen sie sich nie richtig zeigen!

Das Wahrzeichen von Antigua - der Klosterbogen - ein geschlossener Gang, welche zwei Klosterteile miteinander verbindet. Über diesen Gang konnten die vielen Nonnen ungesehen hin- und hergehen. Der Bogen überstand die schweren Erdbeben. Heute sind in beiden Klosterteilen Hotels untergebracht.

Das Wahrzeichen von Antigua - der Klosterbogen - ein geschlossener Gang, welche zwei Klosterteile miteinander verbindet. Über diesen Gang konnten die vielen Nonnen ungesehen hin- und hergehen. Der Bogen überstand die schweren Erdbeben. Heute sind in beiden Klosterteilen Hotels untergebracht.

Der Vulkan Agua will und will sich nicht zeigen!

Der Vulkan Agua will und will sich nicht zeigen!

Typische spanische Balkone

Typische spanische Balkone

und Einblicke in die Innenhöfe der Gebäude

und Einblicke in die Innenhöfe der Gebäude

In einem vergitterten Innenhof entdecke ich viele Statuen, welche auf ihren Einsatz in der Semana Santa warten. In feierlichen Prozessionen werden sie durch die Calles der Stadt getragen

In einem vergitterten Innenhof entdecke ich viele Statuen, welche auf ihren Einsatz in der Semana Santa warten. In feierlichen Prozessionen werden sie durch die Calles der Stadt getragen

Die prunkvolle Kirche "La Merced"...  Rund 200 Jahre benötigte der Orden, um die Kirche und das Kloster zu errichten. Die Verzögerungen waren durch die ständigen Erdbeben begründet.

Die prunkvolle Kirche "La Merced"... Rund 200 Jahre benötigte der Orden, um die Kirche und das Kloster zu errichten. Die Verzögerungen waren durch die ständigen Erdbeben begründet.

Die Fassade ist von hohem künstlerischem Wert , die im spätbarocken Stil errichtet wurde. Es sind Stuckreliefs aus Blumen, Girlanden und Ornamenten - charakteristisch für den Bildhauer José Churriguera (1650 - 1723) 
Leider wird den Touristen der Eintritt in die Kirche verwehrt.

Die Fassade ist von hohem künstlerischem Wert , die im spätbarocken Stil errichtet wurde. Es sind Stuckreliefs aus Blumen, Girlanden und Ornamenten - charakteristisch für den Bildhauer José Churriguera (1650 - 1723)
Leider wird den Touristen der Eintritt in die Kirche verwehrt.

Der Brunnen am Zocaló - ruhig und zum Verweilen ideal! Herrlich, dem bunten Treiben zuzusehen

Der Brunnen am Zocaló - ruhig und zum Verweilen ideal! Herrlich, dem bunten Treiben zuzusehen

Touristen umringt von Händlerinnen und Händlern

Touristen umringt von Händlerinnen und Händlern

Es war eine Tradition, dass der Zweitgeborene einer Familie Mitglied eines Ordens wurde, doch viele Familien schickten mindestens zwei Kinder in ein Kloster.
So ist es nicht verwunderlich, dass die Kirche und zahlreiche religiöse Orden sehr schnell herausgefunden hatten, welches wirtschaftliches Potenzial die Neue Welt für sie barg.
Für den spirituellen Beistand und die Christianisierung der indigenen Bevölkerung bekamen sie riesige Ländereien zugewiesen, durch die sie unentgeltlich über Tausende indigener Arbeitskräfte verfügen konnten.
Darüber hinaus wurden die Orden vom spanischen König vom Zehnten befreit, welche alle Bewohner zu Gunsten des Königs abzuliefern hatten.
Dies war ein Mitgrund, dass viele spanische mittellose Immigranten einem Orden beitraten, in dem sie sorglos leben konnten.
Von da her ist Antigua eine Stadt der Kirchen, Klöster und Konvente.
So wuchs mit der Zahl der Orden und ihrer Mitglieder auch ihre Macht und der Einfluss der Kleriker über die Stadt.
Bis auf wenige Ausnahmen störte es die Gottesdiener nicht, dass die prunk- vollen Kirchen und Klöster von indianischen Sklaven errichtet wurden.
Nicht wenige sahen daher die Zerstörung der Stadt als Fluch Gottes für den liederlichen Lebenswandel der Brüder und Schwestern an.

Schade, dass solch tolle Strassen nicht verkehrsfrei sind!

Schade, dass solch tolle Strassen nicht verkehrsfrei sind!

Ein tolles Geschäft in antiker Form; ich lasse es mit nicht nehmen, hier ein Glas Wein kredenzen zu lassen. Leider war der Wein fürchterlich gekühlt...

Ein tolles Geschäft in antiker Form; ich lasse es mit nicht nehmen, hier ein Glas Wein kredenzen zu lassen. Leider war der Wein fürchterlich gekühlt...

So ziehe ich es vor, weiter zu gehen. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite besuche ich auch das Schokoladenmuseum. Erstaunlich, was alles aus der Kakaobohne hergestellt werden kann... - von Schokolade über Tee und viele, viele Kosmetika...
Abends - nach einem Imbiss im Hostal werden mal wieder Mails gecheckt und mit andern Travellern Informationen ausgetauscht.

© Peter S., 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich freue mich, wiederum unterwegs zu sein!
Details:
Aufbruch: 07.01.2019
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 05.03.2019
Reiseziele: Mexiko
Guatemala
Belize
Der Autor
 
Peter S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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