Miss Jones erobert Amerika

Reisezeit: April / Mai 2009  |  von Isabelle Loose

Tag 19 – Joshua Tree National Park

Nachdem es gestern wieder so heiß war, zeigte der Blick aus dem Fenster heute morgen dunkle Wolken. Regen war im Anmarsch, dennoch war es draußen heiß und stickig. Nach dem Frühstück und nachdem die Sachen ins Auto geladen waren, fing es an zu tröpfeln. Aber das war es dann auch schon wieder mit dem sich ankündigenden Regen. Die Wolken zogen weiter Richtung Westen und mit ihnen fuhren wir. Dennoch waren wir relativ froh über dieses Wetter, denn somit war es nicht so heiß im Auto. Unser Weg führte uns heute von Blythe zum Joshua Tree National Park. Unterwegs gab es noch 2-3 Blitze und wir ahnten schon, dass sich der Regen und die Wolken in den vor uns liegenden Bergen halten würden.

Im Joshua Tree angekommen sind wir erstmal ins Visitor Center, um uns anzumelden und die obligatorischen Karten abzuholen. Die Ranger dort teilten uns dann mit, dass es der erste Regen seit Februar in dieser Gegend ist, aber Regen konnte man diese paar Tropfen nun wirklich nicht nennen. Es war allerdings sehr windig.

Der Park selber ist eher klein, dennoch nicht weniger interessant. Zunächst sind wir beim sogenannten Kakteen Garten vorbeigekommen. Dieses Stück Land ist überseht mit sogenannten Cholla Kakteen. Diese auch aufgrund ihres Aussehens liebevoll Teddy Kakteen genannten Pflanzen sind alles andere als flauschig. Im Gegenteil, auf dem kurzen Rundweg durch das Kakteenfeld wird davor gewarnt, den Pflanzen zu nahe zu kommen, da sich bei der kleinsten Berührung die Stacheln in die Haut bohren. Miss Jones musste diese Prozedur allerdings über sich ergehen lassen - und sich hat sich klaglos ihrem Schicksal ergeben. Dafür haben wir danach auch liebevoll alle Stachel aus ihrem Plüschkleid wieder entfernt.

Cholla Garden

Cholla Garden

Wenig flauschig

Wenig flauschig

Das waren nur einige der Stacheln, die aus Miss Jones rausoperiert werden mussten.

Das waren nur einige der Stacheln, die aus Miss Jones rausoperiert werden mussten.

Weiter ging es entlang diverser ausgeschilderter Punkte zum Skull Rock (ein Fels, der aussieht wie ein Totenschädel). Dort haben wir dann auch einen kleinen Spaziergang gemacht, mussten jedoch feststellen, dass der Weg doch länger war als erwartet. Daher sind wir nach ca. 1 km umgekehrt, denn obwohl es bedeckt war, war es doch sehr warm und wir hatten kein Wasser mitgenommen. Unterwegs begegneten uns, wie so oft in den letzten Wochen - viele kleine Echsen.

Skull Rock

Skull Rock

Eine der vielen kleinen Echsen

Eine der vielen kleinen Echsen

Der Weg führte uns weiter über eine dirt road zu einer ehemaligen Minenanlage. Hier waren wir vollkommen allein und wenn man still stand hörte man - rein gar nichts. Es war absolut ruhig. Nur ganz selten Vogelgezwitscher. Schon sehr seltsam.

Danach kamen wir an "Wäldern" aus Joshua Tree Bäumen vorbei. Die Landschaft sah mal wieder unwirklich aus. Unsere letzte kleine Wanderung führte uns ins Hidden Valley. Ein kurzer Rundkurs führt um dieses Tal. Fantastisch waren hier auch wieder die blühenden Kakteen. Überhaupt war der Park, trotzdem er eigentlich recht klein ist, definitiv einen Besuch wert.

Riesengroße Blüten

Riesengroße Blüten

Hidden Valley

Hidden Valley

verblühte Kakteenblüte

verblühte Kakteenblüte

Und hier einer der berühmten Joshua Trees

Und hier einer der berühmten Joshua Trees

Vom Joshua Tree sind wir dann nach Palm Springs gefahren. Dort angekommen, war unser erster Anlaufpunkt das Visitor Center. Hier haben wir dann auch einen guten Tipp für ein günstiges Motel bekommen. Im Motel angekommen ging es erstmal in den Pool, da es inzwischen wieder sehr warm geworden war.

Und hier noch eine kleine Anekdote. Freunde hatten uns das Restaurant Olive Garden empfohlen und wir dachten uns, bevor wir nun nach Deutschland zurückkommen, müssen wir mindestens einmal dieses Restaurant ausprobiert haben. Gesagt, getan. Im Internet hatten wir uns also die Adresse eines Olive Garden Restaurants in der Nähe von Palm Springs rausgesucht. Dieses lag in Palm Dessert und sollte laut google nur ca. 20 Minuten und ca. 20 km entfernt sein. Nachdem wir uns im Pool abgekühlt hatten, ging es los. Doch kaum im Auto und das Navi (das wir im Übrigen auch von besagten Freunden bekommen haben) angeworfen, stutzten wir das erste Mal, denn dieses gab eine Fahrtzeit von 1h mit einer Entfernung von 50 km an. Wir machten uns dennoch auf den Weg und fuhren, und fuhren und fuhren einen komplett anderen Weg, als google angezeigt hatte. Irgendwann war die Strecke dann aufgrund eines Unfalls gesperrt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits 30 km zurückgelegt. An dieser Stelle entschieden wir uns, wieder umzukehren, denn kein Restaurant war einen solchen Umweg wert. Nachdem wir die Adresse vom Motel wieder eingegeben hatten, landeten wir auch irgendwann auf der Straße, die google uns eigentlich für das Restaurant vorgeschlagen hatte. Wir versuchten nun also die Hausnummern raus zu bekommen (was in Amerika nicht ganz so einfach ist, weil diese nur selten an den Häusern vermerkt sind) und merkten schnell, dass wir offensichtlich auf dem Weg zum Restaurant waren, nur dass wir uns diesmal von der anderen Seite näherten. Und stellt euch vor, ca. 16 km bevor wir wieder am Hotel waren, hatten wir auch das Restaurant gefunden. Dabei haben wir nur einen Umweg von ca. 30 km gemacht. Das Essen selber war wirklich gut. Wobei hier auch galt, was überall in Amerika gilt, es ist einfach zu viel. Zu unserer Pizza gab es vorneweg einen Salat für mich und eine Suppe für Jens. Der Salat kam in einer großen Schüssel. Allein davon wäre ich schon komplett satt geworden. Dazu gab es noch 4 Stangen Brot, die wir jedoch nicht angerührt haben.

Zurück im Motel waren wir dann auch leider zu fertig, um uns noch mal auf den Weg in die Stadt zu machen. Von den wenigen Eindrücken, die wir hier sammeln konnten, ist es jedoch ein nettes kleines Städtchen.

Gefahrene Meilen: 247
Motel: Cambridge Inn

© Isabelle Loose, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
3 Wochen durch den Südwesten der USA - faszinierende Städte, spektakuläre Nationalparks und der American Way of Life.
Details:
Aufbruch: 30.04.2009
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 24.05.2009
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Isabelle Loose berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.