USA

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Juli / August 2013  |  von Sébastien Vogt

Grand Canyon

Samstag 27.07.2013

Nach sehr erholsamen drei Stunden Schlaf (waren erst um zwei Uhr nachts im Bett) mussten wir um fünf Uhr morgens aufbrechen. Es ging zum Grand Canyon, der etwa 4 1/2 Stunden von Las Vegas entfernt liegt. Die Landschaft veränderte sich mit jedem zurückgelegten Kilometer von der Wüste hin zu baumbewachsenen Wiesen.

Im Grand Canyon Village angekommen, suchten wir unseren reservierten Zeltplatz auf (sehr wichtig im Sommer) und bauten unser Zelt zwischen den Bäumen auf. Den Platz suchten wir sorgfältig nach genauen Überlegungen aus, schließlich ist der Sonnenstand auch maßgeblich für die Temperatur im Zelt. Vielleicht waren wir noch von den Erlebnissen in der Wüste geprägt.

Der fast perfekte Platz

Der fast perfekte Platz

Dass das Klima hier jedoch sehr anders ist, merkten wir, als es anfing zu tröpfeln. Da wir eh noch müde waren, legten wir uns in unser Zelt. Leider blieb es nicht nur beim Tröpfeln, sondern es begann schnell richtig aus vollen Eimern zu gießen. Dass man auch Regen bei der Platzauswahl bedenken sollte, wurde uns schnell klar, als wir einen Blick aus dem Zelt riskierten...
Also mussten wir mit unserem Zelt nach dem Regen wieder umziehen.

Land unter

Land unter

Zu unserer Überraschung bekamen wir unerwarteten Besuch. Plötzlich stand hinter unserem Zelt ein großer Hirsch, den wir ab sofort Hans nannten. In aller Ruhe stand er da und knabberte an den Bäumen, ohne sich dabei von uns gestört zu fühlen. Zu ihm gesellte sich unser Eichhörnchen Egon, dass uns allerdings noch öfter besuchen kam.

Hans, unser Hirsch

Hans, unser Hirsch

Jetzt konnten wir endlich einkaufen gehen (hier gibt es einen gut ausgestatteten Supermarkt). An der zum Zeltplatz gehörigen Feuerstelle wollten wir abends grillen. Jedoch verlief das Feuermachen nicht so einfach wie in Palm Springs (da war es ja auch ein Weber-Grill und bei Weitem nicht so feucht). Mit Ach und Krach haben wir aber unsere Würstchen dann doch noch gar bekommen.

Sonntag 28.07.2013

Nach dem Frühstück nahmen wir den kostenlosen Busservice in Anspruch, um unsere geplante Grand Canyon Wanderung machen zu können. Geplant war eine ca. 20 km lange Route am südlichen Rande des Grand Canyons (Rim Trail). Wir fuhren zum South Kaibab und schon beim Blick aus dem Bus auf die Schlucht waren wir überwältigt. Man muss den Grand Canyon einfach selbst gesehen haben! Die Schlucht ist ca. 1,6 km tief und durchschnittlich 16 km breit. In den vergangenen 6 Millionen Jahren hat sich der Colorado River seinen Weg durch die Hochebene gebahnt und Felsen mit einem Alter von bis zu 2 Milliarden Jahren freigelegt.

Nachdem wir ungefähr 3 Kilometer zurückgelegt hatten, fielen uns die dicken Regenwolken am Himmel auf. Immernoch optimistisch (oder vielleicht auch ein wenig naiv?) passierten wir die nächste Bushaltestelle und wanderten weiter den von Pinien und Wacholderbüschen gesäumten Weg entlang. Dummheit muss ja bekanntlich bestraft werden. Von jetzt auf gleich nahm das Schicksal seinen Lauf: Riesige Regentropfen durchnässten uns innerhalb von Sekunden bis auf die Unterhose. Da das noch nicht genug war, gesellten sich noch einige nette erbsengroße Hagelkörner dazu, die uns dazu brachten am laufenden Bande vor Schmerz zu schreien, weshalb wir in unserer Not hinter einem recht mickrigen Busch Schutz suchten und weiter schrieen. Klatschnass liefen wir zurück zur Bushaltestelle und bibberten bis der Bus endlich kam, der Wind hat es leider nicht angenehmer gemacht.

Die Geschosse

Die Geschosse

Erfolgloser Trocknungsversuch

Erfolgloser Trocknungsversuch

Nach dieser Erfahrung lernten wir trockene Kleidung noch mehr zu schätzen. Frisch umgezogen und hochmotiviert starteten einen neuen Versuch - diesmal im Auto. Man lernt ja schließlich aus seinen Fehlern. So fuhren wir zu dem Aussichtspunkt, den wir zuvor nicht zu Fuß erreicht haben. Nachdem wir schnell einige Fotos gemacht haben und auch einen zweiten Aussichtspunkt angefahren haben, begann es sich verdächtig zuzuziehen. Bei den ersten Tropfen flüchteten wir schnell ins Auto; zu Recht! Die nächste dreiviertel Stunde konnten wir beobachten, wie andere völlig durchnässt bei starkem Regen Schutz suchten. Da es nicht aufhörte zu regnen, beschlossen wir zu dem ca. 40 km entfernten Desert View zu fahren, in der Hoffnung, dass sich bis dahin das Wetter bessert. Angekommen am östlichsten Aussichtspunkt des Grand Canyons, schien wieder die Sonne und wir hatten einen wundervollen Blick über die Schlucht und den Colorado River.

© Sébastien Vogt, 2013
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Drei Wochen geht es mit dem Mietwagen durch den Westen der USA. Unsere Route: San Francisco, Los Angeles, Yoshua Tree National Park, Las Vegas, Grand Canyon, Death Valley, Yosemite National Park, Lake Tahoe, San Francisco
Details:
Aufbruch: 15.07.2013
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 05.08.2013
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Sébastien Vogt berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.