Coulee, Cataldo & Caldera

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2016  |  von Ulrich Mattheus

Mud Volcano

Mud Volcano
Der Name ist Programm. Als der Mud Volcano im Jahr 1870 erstmals näher untersucht wurde, konnte man seine Ausbrüche aus einer Entfernung von 1,6km hören. Heute ist er etwas zahmer und brodelt lediglich mit etwas Schlamm vor sich hin. Das hydrothermale Gebiet um den Mud Volcano jedoch ist eines der aktivsten und gefährlichsten im gesamten Park. Hier sind Säure- und Schwefelkonzentration der heissen Quellen die höchsten im ganzen Park.

Mud Volcano
Der Name ist Programm. Als der Mud Volcano im Jahr 1870 erstmals näher untersucht wurde, konnte man seine Ausbrüche aus einer Entfernung von 1,6km hören. Heute ist er etwas zahmer und brodelt lediglich mit etwas Schlamm vor sich hin. Das hydrothermale Gebiet um den Mud Volcano jedoch ist eines der aktivsten und gefährlichsten im gesamten Park. Hier sind Säure- und Schwefelkonzentration der heissen Quellen die höchsten im ganzen Park.

Nach dem meditativen Spaziergang wandten wir uns wieder den Massen zu. Mud Volcano, wenige Kilometer nördlich des Yellowstone Lake, ist ein weiteres geothermales Gebiet mit Alleinstellungsmerkmalen wie "lautestes Schlammloch", "sauerster See", "Abhang der gebackenen Bäume" usw. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal wird nicht mehr lange ein Unikat bleiben: am Parkplatz des Mud Volcano befindet sich ein Toilettenhäuschen. Darin befindet sich neuerdings eine Hocktoilette (Squat toilet), die speziell für die in den letzten Jahren in Massen hier auftretenden chinesischen Touristen installiert wurde.

Auf dem Gelände des Mud Volcano gibt es allerlei merkwürdige heisse Quellen mit eigenartigen Namen.
Drachenmaul (Dragon's Mouth Spring) – ein unbekannter Parkbesucher benannte diese Struktur im Jahr 1912. Womöglich erweckte das aus der Höhle hervorschiessende Wasser den Eindruck einer Drachenzunge. Bis 1994 spritzte das Wasser häufig bis zum Gehweg. Rumpelnde Geräusche aus der Höhle werden durch Wasserdampf und andere Gase verursacht.
“Der Kessel des Schwarzen Drachens“ (Black Dragon's Caldron). Dieser Schlammtopf entstand erst 1948, schleuderte Bäume samt ihrer Wurzeln aus der Erde und änderte das Erscheinungsbild dieses einst ruhigen, bewaldeten Abhangs für immer. Für mehrere Jahrzehnte spie die Quelle schwarzen Schlamm bis zu 6 Meter hoch. Über die Jahre bewegte sich die Quelle etwa 70 Meter nach Südosten und wurde relativ ruhig. Jedoch ist ständige Änderung die einzige Konstante in Yellowstone. Der schwarze Drache könnte eines Tages plötzlich wieder erwachen…

Churning Caldron
Vor 1979 war dieser See ruhig und warm, in verschiedenen Zonen wuchsen farbenprächtige, an die jeweilige Temperatur angepasste Mikroorganismen - und dann kam eine Serie von Erdbeben. Danach war nichts wie es war. Der See wandelte sich zu einem tobenden Ungetüm und wirft seitdem 75 Grad heisses Wasser bis zu anderthalb Meter in die Luft. Alle Mikroorganismen starben.

Churning Caldron
Vor 1979 war dieser See ruhig und warm, in verschiedenen Zonen wuchsen farbenprächtige, an die jeweilige Temperatur angepasste Mikroorganismen - und dann kam eine Serie von Erdbeben. Danach war nichts wie es war. Der See wandelte sich zu einem tobenden Ungetüm und wirft seitdem 75 Grad heisses Wasser bis zu anderthalb Meter in die Luft. Alle Mikroorganismen starben.

Der “überschäumende Kessel” (Churning Caldron) schäumt und dampft, weil Hitze und Gas aus der Magmakammer des Yellowstone-Vulkans aufsteigen. Bei jedem der zahlreichen Erdbeben ändert sich die Temperatur der aufsteigenden Gase und ändert somit den Charakter des Kessels. Das Wasser im Becken ist brühend heiss, aber es kocht nicht. Nur heisse Gase wühlen das Wasser auf. 1971 war das Wasser warm und ruhig, so dass Teppiche von Mikroorganismen auf dem Wasser wuchsen. 1978 und 1979 erschütterte eine lange Serie von Erdbeben die Gegend, die Temperatur des Kessels stieg, Gase wühlten das Wasser auf und die Mikroorganismen starben wieder. Nach einer ruhigeren Phase erschütterten zwischen 1. und 15. Juli 1995 nahezu 500 Erdbeben das Gebiet, der Kessel schäumte wieder über und dieser aktive Zustand hielt bis ins Jahr 2002 an.

Der Sour Lake ist seinem Namen entsprechend der sauerste See im Yellowstone Nationalpark. Unter diesem Gebiet entsteht gerade ein Lavadom des Yellowstone Vulkans. Daher steht die Gegend unter besonderer Beobachtung seitens der Geologen.

Der Sour Lake ist seinem Namen entsprechend der sauerste See im Yellowstone Nationalpark. Unter diesem Gebiet entsteht gerade ein Lavadom des Yellowstone Vulkans. Daher steht die Gegend unter besonderer Beobachtung seitens der Geologen.

Im späten 19. Jahrhundert brach der Mud Geyser alle paar Stunden aus und spuckte schlammiges Wasser bis zu 17 Meter hoch. 1927 kamen die Eruptionen zum Stillstand. Vor 1978 war der Schlammgeysir im Wald versteckt. Dann stieg die Bodentemperatur nach einer Serie von Erdbeben stark an und tötete viele Bäume um den Pool herum. Um die Jahrtausendwede herum erweiterte sich der Pool durch heftige Eruptionen und verschluckte ganze Baumstämme.
Ein Abhang in der Nähe war bis 1978 dicht bewaldet. Nach den Beben standen die Bäume zwar noch an derselben Stelle, aber der Boden hatte plötzlich eine Temperatur von 94°C. Die Bäume starben aufrecht stehend ab. Die Wurzeln verkochten in der Erde und um die Bäume herum trat Dampf aus, so dass der Abhang sehr bald in „kochender Abhang“ umbenannt wurde.
Schon mal in Batteriesäure gebadet? Nein? Dann tut's auch bitte nicht! Sour Lake ist der sauerste See im Yellowstone Nationalpark. Er schimmert grünlich und scheint immer leise vor sich hinzuköcheln. Wegen seiner extrem starken Säure ist der See auch mit einem gewissen Sicherheitsabstand eingezäunt.

© Ulrich Mattheus, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
"Hä?", werden sich die meisten da fragen. Hinter diesen Begriffen stehen eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg zu einem Supervulkan. Von Portland/Oregon nach Moose/Wyoming im Grand Teton Nationalpark, sind es 1635 km. Unterwegs begegneten uns technische Meisterleistungen, geschichtsträchtige Orte und am Ende erwanderten wir die Caldera des ältesten Nationalparks der Welt.
Details:
Aufbruch: 18.05.2016
Dauer: 6 Tage
Heimkehr: 23.05.2016
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Ulrich Mattheus berichtet seit 5 Monaten auf umdiewelt.
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