Moon, Malheur & Minidoka

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai / Juni 2016  |  von Ulrich Mattheus

Mesa Falls

Caribou Targhee National Forest
Der Henry Fork des Snake River fliesst durch eine der letzten Calderas des Yellowstone-Hotspots und gräbt sich dabei mühevoll durch den Basalt. Durch spätere Eruptionen gab es weichere eruptive Ablagerungen, so dass der Fluss sich mal schneller und mal weniger schnell durch das Gestein gräbt. An den Grenzflächen entstehen dann oft pittoreske Wasserfälle...

Caribou Targhee National Forest
Der Henry Fork des Snake River fliesst durch eine der letzten Calderas des Yellowstone-Hotspots und gräbt sich dabei mühevoll durch den Basalt. Durch spätere Eruptionen gab es weichere eruptive Ablagerungen, so dass der Fluss sich mal schneller und mal weniger schnell durch das Gestein gräbt. An den Grenzflächen entstehen dann oft pittoreske Wasserfälle...

Mit den grandiosen Aussichten auf die 64 km lange Kette der Grand Tetons verabschiedete ich mich vom ersten Teil dieser umfangreichen Reise (siehe Bericht "Coulee, Cataldo & Caldera"). Nun verliessen wir die Grand Tetons und fuhren ins Einzugsgebiet des Snake River. Einige der Nebenflüsse des Snake River haben wenig fantasievolle Namen. Einer, der den unscheinbaren Namen "Henry's Fork" trägt, fliesst durch geologisch hochinteressantes Terrain. Er fliesst nämlich mitten durch die älteste der drei jüngsten Yellowstone-Calderas. Die Wälder entlang des Flusses sind geschützt und tragen den Namen Caribou-Targhee National Forest. Dieses Schutzgebiet ist Teil des Greater Yellowstone-Ökosystems.

...wohin das Monster kriecht...
Über den Umrissen von Montana, Wyoming, Utah, Nevada, Oregon, Washington und Idaho sieht man die scheinbare Wanderbewegung des Yellowstone-Hotspots innerhalb der letzten 16 Millionen Jahre. Die drei ineinandergeschachtelten dunkelbraunen Flecken sind die Krater der drei letzten grossen Eruptionen innerhalb der letzten 2 Millionen Jahre. Alle Calderas ausser der ersten und letzten liegen genau dort, wo sich heute das meist völlig ebene Tal des Snake River befindet. Die Rocky Mountains sind im Süden von Idaho unterbrochen: sie sind schlicht und ergreifend AUFGESCHMOLZEN worden!

...wohin das Monster kriecht...
Über den Umrissen von Montana, Wyoming, Utah, Nevada, Oregon, Washington und Idaho sieht man die scheinbare Wanderbewegung des Yellowstone-Hotspots innerhalb der letzten 16 Millionen Jahre. Die drei ineinandergeschachtelten dunkelbraunen Flecken sind die Krater der drei letzten grossen Eruptionen innerhalb der letzten 2 Millionen Jahre. Alle Calderas ausser der ersten und letzten liegen genau dort, wo sich heute das meist völlig ebene Tal des Snake River befindet. Die Rocky Mountains sind im Süden von Idaho unterbrochen: sie sind schlicht und ergreifend AUFGESCHMOLZEN worden!

Die nordamerikanische Platte verschiebt sich etwa 2cm in Richtung Südwesten. Der stationäre Yellowstone Hotspot scheint sich also von Südwesten nach Nordosten zu bewegen. Die ersten Einsturzkrater des Yellowstone Hotspot entstanden vor 16 Millionen Jahren im heutigen Grenzgebiet der Staaten Oregon, Nevada und Idaho. Seit dieser Zeit schmolz der Hotspot die Rocky Mountains im gesamten südlichen Idaho nach und nach auf und hinterliess eine bogenförmige, 130km breite und 640km lange Schneise im Gebirge. Im eigentlichen Yellowstone-Gebiet gibt es heute 3 Calderas, deren jüngste mitten im Yellowstone Nationalpark liegt und 600000 Jahre alt ist. Die älteste der Yellowstone-Calderas liegt im heutigen Caribou-Targhee National Forest. Sie ist 2 Millionen Jahre alt.

Upper Mesa Falls
Immerhin 35 Meter hoch und 61 Meter breit sind die Upper Mesa Falls. Die Tuffkante, über die das Wasser strömt, ist 1,3 Millionen Jahre alt. Nach dem Entstehen der ersten der drei Yellowstone-Calderas füllten spätere Lavaströme die Caldera auf. Diese Lavaströme wurden in der Zeit zwischen 600000 und 200000 Jahren vor unserer Zeit vom Fluss abgetragen. Immer wieder querten Lavaströme den Canyon, immer wieder wurde der Fluss abgeschnitten und musste sich immer wieder durchfressen, bis der Canyon schliesslich seine heutige Gestalt annahm.

Upper Mesa Falls
Immerhin 35 Meter hoch und 61 Meter breit sind die Upper Mesa Falls. Die Tuffkante, über die das Wasser strömt, ist 1,3 Millionen Jahre alt. Nach dem Entstehen der ersten der drei Yellowstone-Calderas füllten spätere Lavaströme die Caldera auf. Diese Lavaströme wurden in der Zeit zwischen 600000 und 200000 Jahren vor unserer Zeit vom Fluss abgetragen. Immer wieder querten Lavaströme den Canyon, immer wieder wurde der Fluss abgeschnitten und musste sich immer wieder durchfressen, bis der Canyon schliesslich seine heutige Gestalt annahm.

Die Felswände des Mesa Falls Canyon zeugen heute noch vom vulkanischen Drama, das diese erstaunliche Landschaft schuf. Vor über einer Million Jahren begrub der Vulkan das östliche Idaho und bedeckte die gesamte Fläche der heutigen Vereingten Staaten mit Asche. Die Eruption war geschätzt 2500 Mal stärker als die Eruption des Mt.St.Helens im Jahr 1980. Die Asche verfestigte sich hier bis zu 300 Meter dickem, hartem Tuff und der Henry’s Fork grub sich langsam in den Felsen. Obwohl es später noch einzelne Lavaflüsse gab, grub der Fluss weiterhin geduldig den Canyon aus. Eine besonders harte Schicht widerstand dem Fluss. Sie ist heute das Flussbett oberhalb der Upper Mesa Falls.

Steter Tropfen
Der Henry-Fork-Ast des Snake River hatte es in seiner Geschichte nicht leicht. Immer wieder kamen ihm Lavaflüsse in die Quere, die er mühselig in Jahrhunderten und Jahrtausenden durchnagen musste. Er fliesst praktisch mitten durch die erste der drei Yellowstone-Calderas, die auch unter dem Namen "Henry's Fork Caldera" bekannt ist.

Steter Tropfen
Der Henry-Fork-Ast des Snake River hatte es in seiner Geschichte nicht leicht. Immer wieder kamen ihm Lavaflüsse in die Quere, die er mühselig in Jahrhunderten und Jahrtausenden durchnagen musste. Er fliesst praktisch mitten durch die erste der drei Yellowstone-Calderas, die auch unter dem Namen "Henry's Fork Caldera" bekannt ist.

Da wir im relativ weit entfernten Idaho Falls übernachteten, statteten wir dem Caribou-Targhee Forest nur einen Tagesbesuch ab. Der Mesa Falls Scenic Byway ist eine Nebenstrasse, die an zwei der unberührtesten grossen Wasserfälle des Westens vorbeiführt. Die Upper Mesa Falls sind ein beeindruckendes Naturschauspiel von der Höhe eines zehnstöckigen Gebäudes. Kein Damm für Trinkwasser- oder Energieerzeugung stört den Flusslauf und obwohl es an diesem Wasserfall einen grossen Parkplatz und ein Besucherzentrum gibt, gehörten wir an diesem sonnigen Maitag zu den seltenen Besuchern dieses Naturschauspiels. Da wir auch ein bischen wandern wollten, machten wir uns auf den Pfad zu den Lower Mesa Falls, dem nur 2km entfernten zweiten Wasserfall. Sowohl auf dem Pfad als auch an diesen Wasserfällen waren wir ganz alleine. Zu gross ist einfach die Anziehungskraft des nahen Yellowstone Nationalparks, so dass dieses Kleinod hier meist links liegenblebt.

Lower Mesa Falls
Die Lower Mesa Falls im Caribou-Targhee National Forest, Idaho, sind zwar nur 20 Meter hoch, aber sie sind vom Wanderweg zwischen den Wasserfällen eine Augenweide. Der Henry-Fork-Ast des Snake River hat sich hier tief durch den Kraterrand der ältesten der drei Yellowstone-Calderas gegraben und das menschliche Auge ist aus mir unbekannten Gründen entzückt von Erosionsresten verschiedenster Art...

Lower Mesa Falls
Die Lower Mesa Falls im Caribou-Targhee National Forest, Idaho, sind zwar nur 20 Meter hoch, aber sie sind vom Wanderweg zwischen den Wasserfällen eine Augenweide. Der Henry-Fork-Ast des Snake River hat sich hier tief durch den Kraterrand der ältesten der drei Yellowstone-Calderas gegraben und das menschliche Auge ist aus mir unbekannten Gründen entzückt von Erosionsresten verschiedenster Art...

© Ulrich Mattheus, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Diese Reise führte uns von den Grand Tetons in Wyoming durch Idaho und Oregon. Wir besuchten Mesa Falls, Craters of the Moon National Monument, die Sawtooth Mountains, das wenig bekannte Konzentrationslager Minidoka, Shoshone Falls und Boise. Das Malheur National Wildlife Refuge erkundeten wir wie die John Day Fossil Beds und wanderten gegen Ende der Reise durch den grössten Vulkankrater der Cascades.
Details:
Aufbruch: 23.05.2016
Dauer: 13 Tage
Heimkehr: 04.06.2016
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Ulrich Mattheus berichtet seit 5 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (1/1):
Blula 1556971208000
Lieber U­LI,­
Du hast recht, schon allein der Titel zu diesem Rei­se­bericht macht neu­gier­ig. Mir ging es je­den­falls so. Moon, Malheur & Mi­ni­do­ka ? Was er­war­tet mich hier, wofür stehen diese Worte, diese Namen ? Also habe ich mich doch gleich drüber­ge­macht. Das wollte ich alles wissen, von Dir aus erster Hand. Da ich ja in­zwischen einige Berich­te von Dir kenne, wusste ich von vor­nhe­rein, dass ich auch hier wieder voll auf meine Kosten kommen würde, aus­ser­dem handelt es sich ja um die For­tset­zung zu den zwei vorigen Berich­ten, die Du hier in diesem Forum bereits verö­ffent­licht has­t.
Sicher ist die Lektüre nicht immer ganz ein­fach, aber muss sie das denn sein? Ich will ja was erleben auf solch einer vir­tuel­len Reise, z.B. noch un­be­kan­nte Lan­dschaften und be­ein­drucken­de Na­tur­schauspi­e­le sehen und.... einfach auch was da­zu­ler­nen, ja, und genau da ist man bei Dir immer rich­tig. Ich gehöre nicht zu den kom­plett a­ben­teu­er­lichen Na­tu­ren, aber Dir bin ich hier lesen­der­wei­se wie­der­mal mit wach­sen­der Be­geis­te­rung ge­folgt, so un­weg­sam das Gelände auch oft war
Kur­zer Rede langer Sinn... ich habe auch von diesem Bericht wieder viel pro­fi­tiert. Die aus­sa­gek­räfti­gen Fo­tog­ra­fien, die Du ihm bei­gefügt hast, taten noch ein Übri­ges.
"Dan­ke für's Mit­neh­men" kann ich auch diesmal nur wieder sagen.
Du hättest ein Ka­mera­team dabei haben sollen, denn dieser Bericht ist in allen Teilen fil­mreif. Viel­leicht tust Du's ja beim nächsten Mal, träume nicht nur davon, sondern "mach's noch einmal" und ... viel­leicht sogar tats­ächlich noch ein wenig länger. Ja, warte nicht zu lang da­mit.
LG Ursula