2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

Kolumbien-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Columbia ab 14.07.2014 3930km: Columbia 2 – ab 23.07.2014 550 km

Ziel: Querdurch Kolumbien an die Südgrenze zu Ecuador
Wetter: sonnig, strahlend blauer Himmel, meist < 30º, in den Bergen je nach Höhe nachts auch <10 º.

Der Park Chicamocha (E=COP 17000 p.P.) eher einem Vergnügungspark mit zusätzlich zu bezahlenden 'Attraktionen' wie Seilgarten, Seilrutsche, Ponyreiten, Wasserrutsche,...

ist nicht so ganz nach unserem Geschmack und auch auf das Angebot mit einer Seilbahn (Seilbahn + Eintritt = COP 42000 p.P.) hinab in den Canyon und an der anderen Seite wieder hoch zu fahren

um dann mit diesen bunten Bussen wieder zurückgebracht zu werden

verlockt uns wenig. Nach dem Frühstück brechen wir auf und fahren weiter, werfen von unterwegs noch ein paar Blicke in den Canyon

und erreichen bereits nach knapp 50km unser nächstes Ziel, San Gil. Hier buchen wir bei Columbia Rafting Expediciones für Morgen eine Rafting Tour (COP 125.000 pP) auf dem Rio Suarez,

der mit seinen bis zu 4+ Stromschnellen als einer der schönsten und anspruchsvollsten Flüsse in Südamerika gilt. Den Rest des Tages verbummeln wir in San Gil,

schauen uns ein paar ganz alte,

alte,

und moderne Kirchen an

und lernen beim Bummel durch die schöne Altstadt auch noch den Bürgermeister kennen,

der uns beim Abschied 'für alle Fälle' schon mal seine Handynummer gibt. Die Nacht verbringen wir dann schon mal auf dem Gelände von Columbia Rafting Expediciones (COP10.000pP), haben hier einen ruhigen Stellplatz am Fluss mit Du/WC, also alles was Camper so braucht.
Am nächsten Morgen um 9h helfen wir schon mal beim Beladen der Boote, während die restlichen Teilnehmer von ihren Hotels/Hostels abgeholt werden. Gemeinsam geht es dann in einem Kleinbus, die Boote auf einem Anhänger hintendran raus zum Fluss. Schwimmwesten anziehen, Helm auf und noch gut 20 Minuten Sicherheitsinstruktionen und dann geht es los. Reissendes Wildwasser

wechselt sich mit kurzen, ruhigeren Stellen ab, wo Badepausen eingelegt werden,

von Felsen in den Fluss gesprungen werden kann.

Danach wieder Rafting Pur, für uns der absolut beste Fluss, den wir bisher befahren haben.

Nach gut 2 Stunden sind wir durch, alle sind im Boot geblieben, kein Boot ist dank der hervorragenden Guides gekippt, also Paddel hoch in Siegerpose und dann wird auch schon an Land gepaddelt.

Gemeinsam werden die Boote abgerüstet und verladen, wir bekommen zur Stärkung noch einen kleinen Snack, bevor es dann mit dem Kleinbus wieder zurück nach San Gil geht.
Es ist bereits 16h als wir wieder zurück beim Auto sind. Jetzt noch weiterfahren - oder einfach nochmal eine Nacht hier verbringen? Wir gehen kurz zurück in die Stadt auf den Markt

und verleben dann einen gemütlichen Abend hier auf dem SP bei Steaks und Bier.
Am nächsten Morgen fahren wir 25km weiter bis Barichara, einem verträumten Bergdorf

mit ganzen 9000 Einwohnern

und dazu einem bestens erhaltenen Ortskern aus der Kolonialzeit;

wieder einer dieser Romantik Pur Orte.

Auf dem weiteren Weg Richtung Bogota kommen wir noch bis Villa de Leyva wo wir beim Hostel Renacer unseren Stellplatz beziehen. Zu unserer grossen Überraschung steht Nick, unser Südafrikanischer Containerpartner auch schon hier, die Wiedersehensfreude ist gross und so endet der Abend bei gemeinsamen Essen und Bier.
Samstag ist hier Markttag und so brechen wir relativ früh auf um uns die Stadt

und vor allem den Markt anzuschauen.

Frisch gestärkt mit einem zweiten Frühstück geht es beladen mit etlichen Gemüsetüten

erst zur Plaza Mayor,

dem größten Stadtplatz Kolumbiens und dann weiter durch unzählige Strassen und Gassen, alle mit groben Steinen gepflastert und von wunderschönen Kolonialbauten gesäumt.

Eigentlich ein klarer Fall für UNESCO Ensemble Schutz. Am Abend tauchen zu unserer grossen Überraschung Kim und Roberto hier auf, die zwei Tage vor uns von Panama City nach Cartagena verschifft haben. Wir beschliessen hier noch zwei weitere Nächte zu verbringen und uns Morgen mal die nähere Umgebung anzusehen.
Direkt hinter dem Hostel beginnt ein Wanderweg, den einen Bach entlang, durch einen Canyon steil bergauf führt. Knapp 2 Stunden später sind wir 350Hm höher, droben aufm Berg, blicken runter ins Tal auf Leyva,

geniessen unsere mitgebrachten Birnen und machen uns wieder an den Abstieg. Wir müssen ja noch in den Ort zum Metzger, denn für heutigen Abend

ist gemeinsames grillen angesagt.

Schon wieder so eine Abschiedsfeier,

denn Lillian und Nick fliegen erst mal für 6 Wochen zurück in ihre Heimat, Kim und Roberto wollen noch ein paar Tage hier bleiben und wir wollen morgen weiterziehen. Schau mer mal, ob, wann und wo man sich ungeplanter Weise nochmal wiedersieht.
Am nächsten Morgen erst einmal wieder ein paar vergebliche Versuche die Funktionalität der 'Basecamp' Software zu verstehen, bevor wir dann gegen Mittag endgültig aufbrechen. Wir machen einen kurzen Stopp in Tunja,

aber die Schönheit dieser Stadt bleibt uns verschlossen

und auch Suesca,

eigentlich eine Stadt für ambitionierte Abenteuerurlauber haben wir uns spannender vorgestellt. Die Nacht verbringen wir auf dem CP de la Huerta bei Guatavita.
Heute Morgen lernen wir, dass in dem Zelt auf unserem Platz zwei deutsche Radler übernachtet haben und so wird der Morgen praktisch verplaudert. Unser Gastgeber kommt vorbei, zeigt uns Bilder von Guatavita, bevor die Stadt in den Fluten versank

und dann am Rande des Stausees neu aufgebaut wurde. Gegen 13h fahren wir endlich los, es ist schon zu spät die nahegelegene Laguna de Guatavita zu besuchen,

Archivbild

Archivbild

die ihre Entstehung vermutlich einem Meteoriteneinschlag verdankt, stattdessen fahren wir Richtung Süden, um schon wenige km weiter erstaunt stehen zu bleiben. Direkt am Strassenrand der Parque Jaime Duque,

macht den Eindruck eines maurischen Disneyland / Epcot.

100% kolumbianisch, bei Eintrittspreisen von COP 23.000 fast ein Schnäppchen, aber nur von Mi-So geöffnet, also heute leider geschlossen. Schade, fahren wir eben weiter zu unserem heutigen Tagesziel, Zipaquira. Hier befindet sich ein riesiger, unterirdischer Salzstock in dessen Abbau-Cavernen eine Salzkirche gebaut wurde. Hinter dem Eingang (COP 23.000) erklärt uns unser spanischer Führer erst einmal die 14 Stationen des Kreuzweges,

bevor wir dann das gigantische Kirchenschiff erreichen.

Diese Salz(-stein) Kirche kann manchem Dom Konkurrenz machen. Dazu noch diese filigranen Steinmetzarbeiten,

kein Wunder, dass dies hier als eine der Hauptattraktionen Kolumbiens bezeichnet wird. Wir sehen uns noch den sehr informativen 3D Film über die Salzgewinnung hier an, bevor wir mit privater Führerin (mehr englischsprachige Gäste gab es eben zur Zeit nicht) zur optionalen Bergarbeitertour (zusätzlich COP 6.000) aufbrechen. Entsprechend eingekleidet werden wir durch einige 'original belassenen' Gänge geführt, dürfen die Lampen ausmachen und uns in der Dunkelheit an der Wand entlangtasten und zum Schluss auf die traditionelle Art auf den Salzstock einhacken.

Die abgehackten Stücke durften wir dann sogar als Souvenir mitnehmen.

Für uns ein gelungener Nachmittag, den wir mit einer Stadtbesichtigung ausklingen lassen.

Heute Nacht schlafen wir nahe bei Zipaquira und am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Bogota. Unser dortiges Ziel im Norden Bogotas, das Einkaufszentrum Portal 80 sollte eigentlich recht einfach zu erreichen sein, nur Garmin meint erst ein paar 'Abkürzungen' und dann ein paar Umwege einlegen zu müssen. Endlich angekommen, lassen wir uns auf dem bewachten Parkplatz nieder, (COP 20.000/24h, Übernacht-Camper sind willkommen, zusätzlich COP 5000 pP) und fahren mit dem TransMilenio Bus Linie J24 in die Innenstadt bis zur Station Universitades (Einheitspreis COP 1700/Fahrt). Während der ca. 45 minütigen Fahrt kommen wir auch am neuen Stadtkern von Bogota vorbei,

dem wir aber wenig Beachtung schenken. Wir wollen bei dem schönen Wetter heute vor allem den älteren Teil von Bogota besichtigen,

gönnen uns zum Lechona, mit Kartoffeln und Mais gefülltes und dann gegrilltes Spanferkel

und müssen zum Nachtisch mal kurz die

Attacke von ein paar Trickdiebinnen abwehren:

Spuckt mir doch eine von hinten an den Hals, behauptet es sei Taubenkot (wenigstens was neues, die Story mit Senf ist ja schon über 30 Jahre alt) und dann wollen gleich noch ein paar beim Putzen helfen - wenn die wenigstens hübsch gewesen wären. Also mal schnell auf die Tauben geschimpft, zu einer relativ menschenfreien Stelle geflüchtet und so mir die ganze Bande vom Leib gehalten.

Wir gehen weiter nach La Candelaria, dem ältesten Teil von Bogota, überqueren den von Dom und Regierungsgebäuden gesäumten Plaza Bolivar,

kommen an Santa Clara vorbei,

durchstreifen diesen Stadtteil mit seinen alten Gebäuden,

seinen romantischen Plätzen nahezu systematisch.

Zwischendurch gönnen wir uns zur Stärkung ein Gläschen Chicha,

vergorene 'Maissuppe', eine dicke säuerliche Brühe mit etwa 3% Alkohol, ist halt so ein Traditionsgetränk hier, das jeder mal probiert haben sollte, bevor wir dann dem Museum Botero einen Besuch abstatten. Hier sind neben den Werken Boteros Bilder namhafter moderner Künstler ausgestellt. Besonders gut gefiel mir diese fantastische Kombination von Miro und Picasso.

Es wird langsam dunkel,

wir fahren mit dem Bus zurück zur Station Portal 80, wobei die Linie jetzt warum auch immer D70 heisst, es ist die selbe Strecke, die selben Haltestellen, Obelix lässt grüßen.
Nach einer absolut ruhigen Nacht fahren wir am nächsten Morgen wieder mit Linie J24 in die Innenstadt, steigen heute aber schon eine Station früher bei Calle 26 aus, denn wir wollen uns den neuen, modernen Teil von Bogota doch auch noch etwas ansehen. Hier ein Kongresszentrum, Hotels, moderne Hochhäuser, im linken sogar eine Aussichtsplattform, die aber leider nur Freitag abends und Sa/So geöffnet ist (COP 4.500 p.P.)

und Teils recht edle Restaurants, die schon mal den Grill für die Mittagsgäste angeheizt haben.

Wir gehen auf der Carreta 7, einer durchgehenden Fußgängerzone in den älteren Teil von Bogota, sehen unterwegs beim Meerschweinchenrennen zu,

einem Wettspiel, bei dem darauf getippt wird, welche der 14 Schüsseln das Tier als Unterschlupf wählen wird.

Vorbei an Jongleuren und anderen 'Kleinkünstlern', erreichen wir das Goldmuseum (COP 3.000) mit seiner über drei Etagen verteilten, wirklich sehenswerten Sammlung an präkolumbianischem Goldschmuck.

Wenn solche Stücke noch übrig sind,

welche Schätze, Kunstwerke müssen da von den Konquistadors verschleppt und eingeschmolzen worden sein. Noch ein paar schöne Altstadthäuser,

angekettete Handys als moderne Telefonzelle

und schon wieder bricht die Nacht herein. Im D70 Bus auf dem Weg zurück, sehen wir, wie dieses Hochhaus mit der Aussichtsplattform im neueren Stadtteil teils recht bunt angestrahlt wird

und sind doch recht froh darüber mit dem Bus gefahren zu sein, der seine eigene freie Fahrspur hat, während nebenan auf 3 Fahrspuren Dauerstau ist.

Zurück auf unserem Parkplatz wird noch schnell diese Kapitel vervollständigt und ins Netz gestellt. Morgen geht es dann in einem neuen Kapitel weiter Richtung Medellin.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.