In 360 Tagen um die Welt

Reisezeit: August 2006 - Juli 2007  |  von Markus Steininger

Peru: Puno

16.-18.09.06
Am 16.9. fuhren wir mit dem Bus von Arequipa nach Puno. Die Fahrt ging groesstenteils durch die Puna. Entlang der Strasse gab es grosse Vicuña-, Lama- und Schafherden zu bewundern. Nach etwa 6 Stunden kamen wir in Puno an und bezogen im Hostal Europa Quartier (schoene Zimmer mit richtig heissem Wasser, UE/F 50,- S).

Die Stadt Puno ist die groesste am Ufer des Titicacasees und liegt auf 3820 m. So reizvoll die Lage der Stadt ist, so wenig beeindruckt das Stadtbild. Gerade die Plaza de Armas ist recht huebsch mit der Catedral und dem Palacio de Justicia.

Im Vordergrund Puno, dahinter im Schilfguertel die schwimmenden Inseln der Uros.

Im Vordergrund Puno, dahinter im Schilfguertel die schwimmenden Inseln der Uros.

Die Catedral von Puno.

Die Catedral von Puno.

Den gesamten naechsten Tag waren wir am Titicacasee unterwegs. Zunaechst gings zu den schwimmenden Inseln der Uros. Bis heute leben die Nachfahren dieses Praeinkavolkes in der Bucht von Puno. Waeherend der Inkazeit war dies der geeignete Zufluchtsort um sich der Fremdherrschaft zu entziehen. Das Totoraschilf ist bis heute Lebensgrundlage geblieben. Es wird einerseits verzehrt, andererseit auch zum Bau der Huetten, Booten und der Inseln selbst verwendet. Diese befinden sich im flachen Wasser und sind mit Holz am Seegrund verankert. Das Totoraschilf verottet aber relativ rasch. Somit faellt ein grosser Teil der Arbeitszeit auf Ausbesserungsarbeiten. Heute gibt es hier eine Schule und eine Krankenstation. Solarpaneele sorgen dafuer, dass sogar Radio und TV empfangen werden koennen. Dies alles waere aber nicht moeglich, wenn nicht taeglich weit ueber 100 Touristen zu Besuch kaemen. Ihnen werden sowohl Handarbeiten zum Kauf angeboten, als auch eigene Huetten zur Uebernachtung. In diesem Fall hat der Tourismus die Erhaltung von alten Traditionen ermoeglicht. Andernfalls wuerden die Uros heute wohl am Festland leben.

Die spitzen Huetten werden als Kuechen, die anderen zum Schlafen benutzt.

Die spitzen Huetten werden als Kuechen, die anderen zum Schlafen benutzt.

Die Uros tragen noch heute die traditionelle Kleidung.

Die Uros tragen noch heute die traditionelle Kleidung.

Fuer die Touristen wird musiziert...

Fuer die Touristen wird musiziert...

...und gewebt.

...und gewebt.

Die Kinder freuen sich ueber Malstifte oder Obst der Touristen.

Die Kinder freuen sich ueber Malstifte oder Obst der Touristen.

Die Bauzeit fuer ein so grosses Totoraboot betraegt ca. 3 Monate. Dabei helfen mehrere Familien zusammen. Nach einem Jahr ist das Schilf verrottet und das Boot unbrauchbar.

Die Bauzeit fuer ein so grosses Totoraboot betraegt ca. 3 Monate. Dabei helfen mehrere Familien zusammen. Nach einem Jahr ist das Schilf verrottet und das Boot unbrauchbar.

Bei den kleineren Booten ist der  Bug...

Bei den kleineren Booten ist der Bug...

...als Gesicht gestaltet.

...als Gesicht gestaltet.

Nach einstuendigem Aufenthalt folgte eine dreistuendige Fahrt zur Insel Taquile. Diese erinnert von der der Landschaft her ein wenig an so manche griechische Insel.

"Griechische Insel" auf 4000 m.

"Griechische Insel" auf 4000 m.

Das Besondere auf Taquile sind jedoch die Handarbeiten der Bewohner. Dabei werden die feinsten Arbeiten von den Maennern mit extrem duennen Stricknadeln hergestellt.

Mit 5 Nadeln werden die typischen Muetzen gestrickt.

Mit 5 Nadeln werden die typischen Muetzen gestrickt.

Jeden Sonntag treten nach dem Gottesdienst die Dorfaeltesten in ihrer traditionellen Kleidung auf der Plaza vor die Bevoelkerung um Neuigkeiten und Plaene fuer die Zukunft zu verkuenden.

Die Maenner in ihren typischen Gewaendern am Sonntag bei der Versammlung.

Die Maenner in ihren typischen Gewaendern am Sonntag bei der Versammlung.

Die Haeuser Taquiles werden ueberwiegend mit Ziegeln aus Adobe errichtet.

Die Haeuser Taquiles werden ueberwiegend mit Ziegeln aus Adobe errichtet.

Zurueck in Puno wurden wir am Abend Zeugen einer grossen Fiesta. Die Studenten der oertlichen Unversitaeten zogen kostuemiert und tanzend durch die Stadt.

Der Herr Rektor mit seinen besten Studentinnen!

Der Herr Rektor mit seinen besten Studentinnen!

Eine Studentin der Hutmacherfakultaet?

Eine Studentin der Hutmacherfakultaet?

Nahe Punos befinden sich auf einer Halbinsel am Umayo-See zahlreiche Grabtuerme. Die Anfaenge dieses Begraebniskultes gehen bis 1500 v.Chr. zurueck. Fuer die hohen Persoenlichkeiten wurden nach deren Tod Steintuerme errichtet. Darin wurden sie bestattet. Meist wurden ihre Frauen und Diener sowie einige Haustiere lebendig mit eingemauert. Diese sollten dem Verstorbenen bei einer Wiedergeburt zur Verfuegung stehen.

Die aeltesten Chullpas sind sehr einfach ausgefuehrt.

Die aeltesten Chullpas sind sehr einfach ausgefuehrt.

Um 1200 n.Chr. eroberten die Collas diese Region und uebernahmen den Begraebniskult. Ihnen stand bereits Bronze zur Verfuegung. Damit bearbeiteten sie die gewaltigen Bloecke aus Vulkangestein mit unglaublicher Genauigkeit. Die Steine passen praktisch fugenlos aneinander. Zur besseren Festigkeit weisen sie an der Schmalseite Kerben bzw. Beulen auf. An der Innenseite wurden sie mit Lehm verschmiert. Aus dieser Zeit stammt der mit 12 m hoechste erhaltene Chullpa.

Der Gran Chullpa del Lagarto (Eidechse, als Relief erkennbar)...

Der Gran Chullpa del Lagarto (Eidechse, als Relief erkennbar)...

...war im Inneren in 5 Geschosse unterteilt.

...war im Inneren in 5 Geschosse unterteilt.

Als die Inkas um 1500 n.Chr. am Titicaca See die Macht uebernahmen fuehrten sie diese Form der Bestattung fort. An die Exaktheit der Colla-Chullpas reichten jene der Inkas aber nicht heran.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Rucksack Richtung Westen: Südamerika (Argentinien, Bolivien, Peru, Chile), Neuseeland, Australien, SO-Asien (Thailand, Vietnam, Kambodscha, Malaysia, Myanmar)
Details:
Aufbruch: 02.08.2006
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 11.07.2007
Reiseziele: Argentinien
San Pedro De Atacama
Arequipa
Colca Canyon
Bolivien
Neuseeland
Australien
Thailand
Vietnam
Kambodscha
Malaysia
Der Autor
 
Markus Steininger berichtet seit 18 Jahren auf umdiewelt.
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