Faszination Peru

Peru-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2016  |  von Beatrice Feldbauer

Lima

Erst einmal über das grosse Wasser

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung.... la la la
Wir sind jedenfalls alle bestens gelaunt, als wir uns um sieben in der Bye Bye Bar im Flughafen Kloten treffen. Bei einem Kaffee und Gipfeli lernen sich die elf Teilnehmer kennen. Und nehmen auch gleich einen der kuscheligen Begleiter in Empfang, die ich für sich mitgenommen habe. Meine Idee dahinter ist, dass man damit ein Geschenk hat, das man irgendwo einem Kind schenken kann. Sei es beim Besuch eines Dorfes, auf einem Markt, irgendwo.

Kind und Ort sind persönlich. Vielleicht erkennt der eine oder andere Leser eines dieser Geschenke. Ich habe sie erhalten, um sie im Oktober mit nach Rumänien zu bringen, aber ich fand, dass sie in Peru genau so gut Freude in Kinderaugen zaubern können.

Jedenfalls gucken jetzt aus allen Rucksäcken flauschige Tiere. Bruno sieht mit seinem Tiger und dem Elch schon fast wie ein Grosswildjäger aus und wird mit Blicken bereits verfolgt. Marianne hätte bei unserem Zwischenhalt in Amsterdam ihren Nemo schon fast einem kleinen Mädchen geschenkt. Er reist jetzt aber trotzdem mit uns weiter.
Ich werde versuchen, die eine oder andere Geschichte der Tiere zu dokumentieren.

Frosch, Tiger, Elefant, Kermit, Tiger, Teddys, Pinguin und RosaMaus.
Die plüschigen Begleiter sind so individuell wie die Gruppenteilnehmer.

Frosch, Tiger, Elefant, Kermit, Tiger, Teddys, Pinguin und RosaMaus.
Die plüschigen Begleiter sind so individuell wie die Gruppenteilnehmer.

Bruno, der Grosswildjäger. Auf der anderen Seite guckt ein Rentier aus seinem Rucksack.

Bruno, der Grosswildjäger. Auf der anderen Seite guckt ein Rentier aus seinem Rucksack.

Meine RosaMaus bekam ich von meiner Freundin Stella geschenkt. Ursprünglich das Werbegeschenk einer österreichischen Bank, hat sie mich in den letzten Monaten mit dem Auto überall hin begleitet. Bin selber gespannt, wo sie bleiben wird.

Meine RosaMaus bekam ich von meiner Freundin Stella geschenkt. Ursprünglich das Werbegeschenk einer österreichischen Bank, hat sie mich in den letzten Monaten mit dem Auto überall hin begleitet. Bin selber gespannt, wo sie bleiben wird.

Alle da - es kann losgehen.

Alle da - es kann losgehen.

Es ist ein langer Flug, von Amsterdam nach Lima. 11 Stunden gefüllt mit Lesen, Sudoko, Video sehen, plaudern, wieder lesen, Tetris spielen. Dösen...

Wie hält man das eigentlich aus? Wir fliegen in 10'000 m Höhe, weit unter uns liegt das Meer. Wolken segeln darüber, werfen Schatten auf das glitzernde Blau, einmal entdecke ich ein Schiff.

Und dann, endlich Land. Ein grosses Delta liegt unter uns. Ein riesiger Fluss, der sich da ins Meer ergiesst. Es ist nicht, wie ich zuerst vermutet habe, der Amazonas, sondern der Orinoco in Venezuela. Wir treffen an der Nordküste von Südamerika auf den Kontinent.

Der Orinoco, zweitgrösster Strom Südamerikas.

Der Orinoco, zweitgrösster Strom Südamerikas.

Ab jetzt fliegen wir über Land. Viel sieht man zwar nicht davon. Unter uns liegt eine kompakte Wolkendecke. Weisse Watte mit eigenartigen Formen breitet sich aus. Nur manchmal blinkt ein Fluss durch, glitzert Wasser durch das Weiss. Da unten liegt der Regenwald. Unendliche Wälder, mäandernde Flusse. Hier unten ist das Einzugsgebiet des Amazonas, des mächtigsten Flusses der Welt.

Weil es kaum Gefälle gibt, Iquitos liegt auf 140 m ü Meer und das Wasser braucht noch 5000 km bis zum Meer, mäandert sich das Wasser durch die Gegend. Breitet sich aus, formt neue Wasserarme und lässt sie nach der Regenzeit als Lagunen wieder stehen. Doch all das kann man heute nur erahnen, denn die Wolkenschicht ist fast undurchdringlich.

manchmal glitzert einer der Flussläufe, Amazonas-Zubringer durch die Wolkendecke.

manchmal glitzert einer der Flussläufe, Amazonas-Zubringer durch die Wolkendecke.

Und dann erkennt man plötzlich noch etwas anderes. Die Wolkendecke ist geblieben, aber sie wird überall von spitzen Bergen durchstossen. Von schwarzen Graten, felsigem Gebirge. Ja sogar ein Schneeberg ragt da aus den Wolken. Wir sind über den Anden.

ein faszinierender Blick

ein faszinierender Blick

Die Sonne steht schon tief, es ist halb Sechs Uhr Abends, als der Pilot zum Sinkflug ansetzt. Denn gleich hinter den hohen Anden ist die Küste, liegt Lima. Wir stossen durch die Wolkendecke, verpassen den farbigen Sonnenuntergang, der sich mit der rosa Färbung bereits abzeichnet und landen mit dem letzten Tageslicht in Lima. Pünktlich um 18.00 Uhr. Bis wir das Gepäck abgeholt und im Bus durch Lima fahren, ist es draussen dunkel.

Wir fahren durch die Stadt und dem Meer entlang zu unserem Hotel in Miraflores.

Das Hotel offeriert einen Begrüssungsgetränk, einen Pisco Sour. Wir besprechen noch kurz das morgige Tagesprogramm und dann wollen die meisten nur noch ein Bett sehen.

Mit Silvana und Bruno mache ich einen kurzen Spaziergang durchs Quartier. Nach dem langen Sitzen tut ein wenig Bewegung gut.

Wir gehen zum nahen Kennedypark, wo seit Jahren wilde Katzen leben. Es müssen hunderte sein, die hier einen Platz gefunden haben, wo sie in Ruhe gelassen werden. Kleine Schüsselchen überall, zeigen, dass sie gefüttert werden. Sie liegen zwischen den Blumenbeeten, auf Bänken, Bäumen, zwischen den Jugendlichen, die sich hier versammeln, Musik hören, plaudern, chatten. Ja vor allem chatten, denn kaum jemand, der nicht auf sein Handy starrt.

Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir bei ein paar Casinos vorbei. Doch für Glücksspiele haben wir keinen Bedarf, schliesslich haben wir ja bereits Glück, weil wir Ferien haben, weil wir hier sind und eine Zeit voller neuer Erlebnisse vor uns liegt.

Ausserdem ist es 22.00 Uhr, Bett-Tme.

Zu Hause ist es bereits 5 Uhr in der Früh, aber wen interessiert das jetzt schon?

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Noch einmal durch dieses fantastische Land reisen. Für mich wird es die letzte Reise durch dieses farbige Land sein, für meine Begleiter die erste Reise. Im Moment sind wir in den letzten Vorbereitungen, Koffer packen, Geld und Pass bereit legen, Reisefieber kühlen. Bald geht's los...
Details:
Aufbruch: 22.08.2016
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 10.09.2016
Reiseziele: Peru
Der Autor
 
Beatrice Feldbauer berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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