Motorradreise Chile, Argentinien, Bolivien und Peru.

Peru-Reisebericht  |  Reisezeit: Januar - April 2019  |  von Daniel Trebess

Peru: Machu Picchu

Eines der neuen 7 Weltwunder, Touristenführer und lange Märsche

01.03.2019

Machu Picchu ist eine der Sehenswürdigkeiten schlechthin Südamerikas und wahrscheinlich die Attraktion, mit der man Peru in Europa in Verbindung bringt. Machu Picchu ist eine sehr gut erhaltene Ruinenstadt, die im 15. Jahrhundert von den Inkern erbaut wurde. Die spektakuläre Lage auf einem Bergrücken, der zu allen Seiten hin steil abfällt, macht den Anblick der Stadt so reizvoll. Interessanterweise gibt es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, welchem Zweck die Stadt diente und weshalb sie aufgegeben worden ist. Einer Thesen nach handelte es sich bei Machu Picchu um eine königlich-religiöse Zufluchtsstätte. Iregendwann sei dieser Zufluchtsort von der Oberschicht nicht mehr aufgesucht worden, weshalb die dort tätigen Arbeiter der Stadt den Rücken kehrten. Einer anderen Theorie nach war Machu Picchu noch im Bau befindlich, als die spanischen Konquistadoren Südamerikanischen Boden betraten. Durch die dadurch entstehenden Umwälzungen sei der Bau Machu Picchus nicht fortgesetzt worden. Der Touristenführer der meine Gruppe durch die Ruinen begleitete,war der Meinung, dass der aufkommende Bürgerkrieg innerhalb des Inkareiches bereits vor dem Eintreffen der Spanier für eine Beendigung der Bautätigkeiten führte. Die Stadt sei seinen Angaben nach als eine Art Eliteausbildungsstätte der Inka gedacht gewesen. Bestimmt macht die Ungewissheit sowie die Legenden einen Teil des Reizes von Machu Picchu aus....

Das Chaos um das gebuchte Rundumsorglospaket
Ich weiß nicht wie es anderen Reisenden erging, für mich jedenfalls war die Planung zum Besuch Machu Picchus schwierig und undurchsichtig. Cusco liegt zwar keine 100 Km weit von Machu Picchu entfernt, die Fahrt dorthin dauert jedoch so lange, das eine Übernachtung in Aguas Calientes sinnvoll ist. Aguas Calientes ist ein 2000 Seelenörtchen, das in nur 2 Km von Machu Picchu entfernt liegt. Wie man sich vorstellen kann, wimmelt es in Aguas Calientes nur so von Hotels und Restaurants. Es besteht die Möglichkeit von Cusco aus mit dem Zug nach Aguas Calientes zu fahren. Wegen Gleisbauarbeiten war eine direkte Zugverbindung von Cusco aus leider nicht möglich. Ein Teil der Strecke muss zur Zeit mit Bussen zurückgelegt werden, was den Komfort merklich schmälert. Eine Hin- und Rückfahrt mit dem Zug kostet als Gesamtpacket inkl. des Eintritts für Machu Picchu ca. 230 US Dollar und geht somit ganz schön ins Geld. Ich entschied mich aus Kostengründen dafür, den Hinweg mit dem Bus zu bestreiten. Nach einer sechsstündigen Busfahrt durchs Gebirge, bei sich der Fahrer mehrfach bekreuzigte, wurde meine Gruppe in einem Ort Namens Hydroelectrica abgesetzt. Der Ort besteht faktisch nur aus einem Umschlagplatz für Busfahrgäste. Es gibt dort ein einfaches Restaurant, welches eine Uni Mensa erinnert und die Busfahrgäste versorgt. Von dort aus marschiert man dann selbstständig für 2,5 bis 3 Stunden entlang von Eisenbahnschienen durch den dichten Wald, bis man endlich in Aguas Calientes ankommt. In Aguas Calientes hatte ich bereits ein Hotel gebucht. Der für Machu Picchu verpflichtende Guide war ebenfalls in meiner Tourbuchung enthalten. Man gab mir im Vorfeld weder einen Namen dieses Guides noch eine Anschrift oder eine Telefonnummer dieser Person. Mir wurde gesagt, ich würde ihn am Plaza in Aguas Calientes am Abend meiner Ankunft treffen können. Als ich am Abdend dann erschöpft den Ort des Treffens erreichte, konnte ich niemanden finden. Ich bezog mein Hotel und frug das dortige Personal, ob man mir helfen könne. Man erklärte mir,dass der Guide zwischen 19:30 - 20:00 Uhr ins Hotel kommen würde um den morgigen Tag zu besprechen. Leider tauchte auch diesmal kein Guide auf. Das Hotelpersonal erklärte mir auf Nachfrage hin, der Guide befinde sich zur Zeit in einem Restaurant beim Abendessen. Die Dame von der Rezeption führte mich daraufhin in ein nahe gelegenes Restaurant,in dem ich den Guide zu treffen hoffte.Kaum stand ich im Restaurant, war die Rezeptionsdame meines Hotels auch schon wieder verschwunden. Von einem Guide fehlte nach wie vor jede Spur...

Hin und wieder tauchten Guides in dem Lokal auf, jedoch immer für andere Touristen und niemals für mich.

Ja wo ist denn jetzt der Guide!?
Nach einer Stunde des Wartens war ich es leid und versuchte den Spieß umzudrehen. Ich erklärte der Kellnerin, dass ich mich in eine Cocktailbar direkt neben meinem Hotel begeben würde. Dort würde ich den Guide erwarten. Die Kellnerin tätigte daraufhin einen Anruf. Es sei irgendwo ein Fehler unterlaufen. Ich möge mich bitte zum Hotel begeben, der Guide würde mich dort sofort treffen. Genervt über die chaotischen Dilettanten begab ich mich zu meinem Hotel. Dort angekommen wartete dann tatsächlich der lange herbeigesehnte Guide auf mich. Die Informationen die er für mich hatte waren allerdings wenig tiefgründig. Alles was er mitteilte war, das ich morgen unbedingt pünktlich um 7:45 Uhr am Eingang zu Machu Picchu sein müsse, da ich ein Ticket für 8 Uhr habe. Ich könne für 12 US Dollar mit dem Bus dort hinauf fahren oder ca. 2 Stunden zu Fuß laufen. Die Krönung war jedoch als ich erfuhr, das diese Person nicht mein Guide war, sondern das der Guide morgen um 7:45 Uhr auf mich vor dem Eingang zur Anlage warten würde. Die Informationen, die ich nach all dem Hin und Her nun endlich erhalten hatte, hätte man mir wahrlich auch in Form eines Flyers zukommen lassen können oder bereits bei Buchung der Tour mitteilen können. Das ganze Chaos wäre mir jedenfalls erspart geblieben.
Es sind genau diese Momente auf Reisen die mir bewusst werden lassen, was ich an Deutschland zu schätzen weiß....

Machu Picchu
Die Besichtigung der Anlage am nächsten Tag verlief reibungslos. Selbst das Auffinden des Guides war kein Problem. Die Ruinenstadt hat mich sehr beeindruckt. Die einzigartige Lage, die Wolken, die die Berggipfel teilweise einhüllen, die grünen Berge, Täler und tiefen Schluchten rundherum sind einfach großartig!

Direkt neben Machu Picchu gibt es einen steilen, zuckerhutförmigen Berg Namens Waynapicchu. Da ich ein ein Kombiticket für den Besuch von Machu Picchu und den Berg Waynapicchu gebucht hatte, konnte ich nach dem Besuch Machu Picchus noch den Berg Waynapicchu erklimmen. In der Hauptsaison ist dies ein kleines Privileg, da pro Tag nur 400 Karten für Waynapicchu verkauft werden.Der Aufstieg auf den Gipfel von Waynapicchu war anstrengender als ich erwartet hatte. Es ging eine ganze Stunde lang steil bergauf, meist über hohe Stufen eine nicht enden wollende Treppe hinauf. Die Aussicht vom Gipfel entschädigte mich von den Mühen des Aufstiegs. Von hier oben wirkt Machu Picchu plötzlich ganz klein und tief gelegen. Die Aussicht rings herum ist einfach toll und man hat das Gefühl, sich diesen tollen Moment durch den anstrengenden Aufstieg auch wirklich verdient zu haben....
Nach dem Abstieg und dem verlassen der Ruinenanlge verzichtete ich auf den Bustransfer zurück nach Aguas Calientes und ging gut 1,5 Stunden zu Fuß zurück zu meinem Ausgangspunkt. Am Nachmittag leistete ich mir die teure Zugfahrt zurück Richtung Cusco, wo ich gegen 20 Uhr zurück in meinem Hostel war. Es fühlte sich ein wenig so an, als würde ich zurück nach Hause kommen. In den vergangenen Tagen hatte ich bereits einige Reisende dort kennengelernt. ich wurde mit Namen begrüßt und neugierig über meine Erlebnisse ausgefragt.

Was als nächstes ansteht
Als nächstes werde ich mich Richtung Bolivien aufmachen und dem Titicacasee einen Besuch abstatten. Die Routen für die nächsten 10 Tage sind bereits geplant. Morgen mache ich mich auf nach Puno. Dort verbringe ich eine Nacht um am darauffolgenden Tag nach Bolivien einzureisen. Dort werde ich einige Tage auf einer Halbinsel Namens Copacabana verbringen bevor, ich weiter südwärts reisen werden.....

Der klassische Blick auf Machu Picchu. Im Hintergrund gut zu erkennen der zuckerhutförmigen Berg Waynapicchu.

Der klassische Blick auf Machu Picchu. Im Hintergrund gut zu erkennen der zuckerhutförmigen Berg Waynapicchu.

Hier gut zu erkennen der gute Zustand der Ruinen.

Hier gut zu erkennen der gute Zustand der Ruinen.

Ruinen von Machu Picchu.

Ruinen von Machu Picchu.

Blick von Waynapicchu hinab auf Machu Picchu.

Blick von Waynapicchu hinab auf Machu Picchu.

Fußweg entlang der Gleise von Hydroelectrica nach Aguas Calientes.

Fußweg entlang der Gleise von Hydroelectrica nach Aguas Calientes.

© Daniel Trebess, 2018
Du bist hier : Startseite Die Amerikas Peru Peru-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
10 Wochen lang werde ich als Alleinreisender mit meinem eigenen Motorrad durch Südamerika touren. Ich werde so manches Tophighlight anfahren aber auch abseits der großen Sehenswürdigkeiten die Vorteile eines eigenes Fahrzeugs nutzen. Ich nehme mir vor über Land und Leute, den Alltag auf reisen und die Besonderheiten einer Motorradreise zu berichten... Ich habe keinerlei Erfahrung im schreiben aber ich werde mir Mühe geben..
Details:
Aufbruch: 14.01.2019
Dauer: 11 Wochen
Heimkehr: 02.04.2019
Reiseziele: Chile
Peru
Bolivien
Argentinien
Der Autor
 
Daniel Trebess berichtet seit 4 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors