Nach Berlin - in "Corona-Zeiten".

Deutschland-Reisebericht  |  Reisezeit: August 2020  |  von Inge Waehlisch Soltau

Gärten der Welt

Von Berlin Mitte fuhren wir ca. 30 Minuten bis zum Nordeingang der "Gärten der Welt", wo wir auch gut parken konnten.
Anlässlich der 750-Jahr-Feier entstand im damaligen Ost-Berlin 1987 der Erholungspark Marzahn im Rahmen der Berliner Gartenschau.
Seit dem Jahr 2000 entstanden dann die sog. Themengärten: Chinesischer Garten, Japanischer Garten, Koreanischer Garten, Balinesischer Garten, Orientalischer Garten, Christlicher Garten, Jüdischer Garten, Irrgarten und Labyrinth, Karl Förster Staudengarten, italienischer Renaissancegarten und Englischer Landschaftsgarten.
Während der Internationalen Gartenbau-Ausstellung IGA in Berlin im Jahr 2017 wurde der Park noch erweitert, und seitdem fährt eine Seilbahn über das Gelände.

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Orientalischer Garten

Der Orientalische Garten wurde im Jahr 2005 eröffnet und hat eine Fläche von 6100 qm. Der Garten liegt entsprechend der islamischen Bautradition hinter einer vier Meter hohen Mauer und trennt ihn so von der Aussenwelt. Im viergeteilten Gartenhof befindet sich in der Mitte ein Brunnen und man betritt ihn durch den sog. "Saal der Empfänge" mit kunstvoll verzierten Säulen und Bögen. An den Wänden sieht man bunte marokkanische Fliesen. Der Innenraum ist umschlossen von Arkadengängen.
Die Mauern und Arkaden sind verziert mit marokkanischen Keramikkacheln und zeigen Ornamente mit floriden, kalligraifschen und geometrischen Mustern.
Im Gartenhof gehen von der grossen Brunnenschale in der Mitte vier Wasserbecken ab, an denen vier gleich grosse rechteckige Beete mit Zier- und Nutzpflanzen liegen.
Man sieht hier neben Oliven- und Granatäpfelbäumen sowie Palmen auch Flieder, Jasmin, Oleander, Geranien und Magnolien und einen Judasbaum - eine botanische Besonderheit.

Im Orientalischen Garten

Im Orientalischen Garten

Im Orientalischen Garten

Im Orientalischen Garten

Englischer Landschaftsgarten

Dieser Garten wurde im Rahmen der IGA 2017 eröffnet. Auf ca. 6000 qm befinden sich weite Wiesenflächen, ein Obstbaumhain, ein Rosengarten sowie Staudenbeete und ein Gemüsegarten.
Das reetgedeckte Cottage in der Mitte des Gartes ist zurzeit nur am Wochenende geöffnet für "TeaTime mit Earl Grey und Scones usw.

Rosengarten

Rosengarten

Im Englischen Garten

Im Englischen Garten

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Italienischer Renaissance-Garten

Der italienische Renaissancegarten mit den Marmorskulpturen angelehnt an die Villengärten in der Toskana besteht seit 2008.
Durch ein grosses Holztor gelangt man in einen geschlossenen Gartenraum mit einer Loggia, wo Konzerte stattfinden können, und kommt dann in den Hauptgarten.
In der Mitte des Hauptgartens zwischen Buchs- und Eibenhecken befindet sich ein steinerner Brunen mit einer Fontäne und einer Marmorskulptur aus dem 16. Jahrhundert.. Die Säulen, Treppen, Bänke und Plattenflächen des Gartens bestehen aus dem für italienische Renaissancegärten typischen hellgrauen Sandstein.
Der Renaissancegarten besteht aus vier Teilen mit zweigeteilten Beeten und säumen den Brunnen in der Mitte.
Dieser Garten hat eine Grösse von ca. 3.000 qm und ist der einzige, der einer Epoche zugeordnet ist.

Eingang zum Renaissance-Garten

Eingang zum Renaissance-Garten

Im Renaissance-Garten

Im Renaissance-Garten

Irrgarten und Labyrinth

Der Irrgarten hat eine Fläche von 2000 qm und wurde im Jahr 2007 eröffnet. Der Hecken-Irrgarten besteht aus 1225 immergrünen 2 m hohen Eiben. Er entstand nach dem Vorbild des Irrgartens von Hampton Court Palace in England aus dem 17. Jahrhundert. Wegen der hohen Hecken hat man quasi keine Orientierung mehr, aber in der Mitte des Irrgartens kann man sich auf einem Aussichtsturm dann einen Überblick verschaffen.
Der Weg zur Mitte wird durch hellgraue Steine markiert, und nach ca. 10 Minuten hat man das Zentrum des Labyrinths erreicht.

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Chinesischer Garten

Der Chinesische Garten wurde im Jahr 2000 eröffnet und ist mit 27.000 qm - davon ca. 4500 qm Teichfläche - der grösste dieser Art in Europa. Die gesamten Materialien wurden 1997 von China aus nach Berlin geschafft.
Der Garten wurde bereits 1994 geplant im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Peking und Berlin.

Im Chinesischen Garten

Im Chinesischen Garten

Seerosen auf dem grossen Teich

Seerosen auf dem grossen Teich

Im Chinesischen Garten

Im Chinesischen Garten

Der Garten ist ein Beispiel der Jahrtausende alten chinesischen Gartenkultur. Im Zentrum befindet sich der "Spiegel des Himmels" - ein 4500 qm grosser See umgeben von bepflanzten Hügellandschaften, diversen Brücken, Gebäuden und Plätzen.
Über verschlungene Uferwege und eine Brücke erreicht man das Teehaus, wo "normalerweise" Tee serviert wird und eine Vorführung der chinesischen Teekunst zu sehen ist.

Blick auf den "Spiegel des Himmels"

Blick auf den "Spiegel des Himmels"

Im Chinesischen Garten

Im Chinesischen Garten

Christlicher Garten

In diesem 2011 eröffneten Garten sieht man die in horizontalen Zeilen angeordneten gold-lackierten Metall-Lettern, die ein licht- und luftdurchlässiges Gehäuse bilden.
Diese Lettern bilden Textpassagen, die sich mit dem Thema Menschen in der Natur und Bibel-Zitaten aus dem Alten und Neuen Testament sowie der Philosophie beschäftigen.
Der von einer hohen Buchenhecke umgebene quadratische Garten erinnert an den Kreuzgang eines Klostergartens. Im Mittelpunkt befindet sich ein Wasserspiel - symbolisch für die Quelle des Lebens.

Jüdischer Garten

Im Herbst 2019 wurde der Grundstein für den 2100 qm Jüdischen Garten gelegt, der leider noch mehr oder weniger "im Bau" war.
.Hier sollen Nutz- und Zierplfanzen, die zum jüdischen Leben gehören, angebaut und erforscht werden.
Zusammen mit dem Christlichen und Orientalischen Garten soll der Jüdische Garten zukünftig die drei grossen Religionen präsentieren. In zwei Pavillons plant man Infoveranstaltungen zur jüdischen Kultur.

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Karl-Förster-Staudengarten

Karl Förster war Gärtner und Gartenphilosoph und hat mit seinen Schriften und Einführungen von zahlreicher Wild- und Kulturstauden die Gartenkultur stark beeinflusst. Deshalb wurde der 2008 eröffnete Staudengarten mit den markanten Solitärsträuchern nach ihm benannt. Da hier fast das ganze Jahr über irgendwelche Stauden und Gehölze blühen, wird diese Anlage auch "Vier-Jahreszeiten-Garten" genannt.
Dieser Gartenbereich ist ca. 3.600 qm gross mit meistens geometrisch angelegten Beeten, wo man prächtige Stauden sehen kann. Die Beete sind gerahmt von Buchsbaumhecken.
Gegenüber einer blaugrauen Pergola mit 88 Stützen befinden sich ein Heidegarten und auch ein Steingarten, es gibt in diesem Bereich keine Gebäude..
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Im Staudengarten

Im Staudengarten

Interessante Anpflanzung

Interessante Anpflanzung

Gärten der Welt

Gärten der Welt

Koreanischer Garten

Der ca. 4.000 qm grosse Koreanische Garten wurde im Jahr 2006 eröffnet und wurde in der koreanischen Tradition beeinflusst durch den Buddhismus, den Lehren des Konfuzius und dem schamanischen Glauben. Auffällig sind die abstrakten Holzfiguren und Totempfähle.
Der Garten ist eine Art Abbild der koreanischen Natur mit Felslandschaften und den typischen Baumarten wie Kiefern, Bambus, Eiche und Fächerahorn. Es gibt Höfe mit aufwendig gestalteten Toren und Mauerwerken. Das zentrale Bauwerk ist der auf Felsen gebaute Pavillon am Wasser "Kye Zeong".
Der Garten war ein Geschenk der Stadt Seoul, und es wurden fast ausschliesslich originale Kunstwerke und Bauelemente aus Korea verwendet.
Die verschiedenen Holzfiguren und Totempfähle sind Zeugnisse der am Schamanismus orientierten koreanischen Kultur. An die Totempfähle und grossen Holzfiguren werden Wünsche adressiert, die kleineren Figuren sollen vor Naturkatastrophen und Epidemien schützen.

Der Pavillon inmitten von Bäumen

Der Pavillon inmitten von Bäumen

Im Koreanischen Garten

Im Koreanischen Garten

Der Pavillon am Wasser

Der Pavillon am Wasser

Japanischer Garten

Der 2.700 qm grosse Japanische Garten wurde bereits im Jahr 2003 eröffnet und entstand im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Tokio und Berlin
Es ist ein Garten mit traditonellen Stilelemente, einem Pavillon und typsich japanischen Pflanzen wie Fächerahorn, Lavendelheide und Zierkirschen. Es gibt einen Hügel mit Wasserläufen und einen Teich sowie einen Trockengarten.
In Japan sind Steine ein wichtiger Bestandteil der Gärten, deshalb befinden sich auch 300 der viele Millionen Jahre alten Augengneis-Steine im Japanischen Garten.
Leitmotiv des Gartens ist das Wasser, welches das Zusammenfliessen von Kulturen symbolisieren soll. Die Gärten sind aufgeteilt in miteinander verbundene Abschnitte, die jeweils für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen.
In der Mitte des Gartens sieht man einen symbolischen Wasserfall aus vielen grossen und kleinen Steinen mit einem steinernen Karpfen. Im Zen-Buddhismus heisst es, dass sich der Karpfen, nachdem er erfolgreich den Wasserfall bewzungen hat, in einen Drachen verwandelt. D.h. die Überwindung grosser Hürden ist ein symbolischer Teil des Konzepts im Japanischen Garten.

Im Japanischen Garten

Im Japanischen Garten

Im Japanischen Garten

Im Japanischen Garten

Im Japanischen Garten

Im Japanischen Garten

Balinesischer Garten in der Tropenhalle

Der Balinesische Garten befindet sich in der 14 m hohen Tropenhalle, die leider "corona-bedingt" geschlossen war.. Der Garten wurde 2017 zur IGA auf 1200 qm erweitert.
So konnten wir leider die Vielfalt aus exotischem Urwald, balinesischen Wohn- und Tempelanlagen und tropischen Anpflanzungen nicht bewundern.
Der Garten enstand 2003 im Rahmen der Städtepartnerschaft von Berlin und Jakarta,, die 1200 qm grosse Tropenhalle zur IGA in Berlin 2017.
Die Tempelanlage wird von der in Berlin lebenden balinesischen Gemeinde genutzt zur Pflege ihrer Kultur und Religionsausübung.

Wunderschöne Dahlien

Wunderschöne Dahlien

Gärten der Welt

Gärten der Welt

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reise aus familiären Gründen und auch genügend Zeit um - für uns - Neues zu entdecken.
Details:
Aufbruch: 16.08.2020
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 23.08.2020
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Inge Waehlisch Soltau berichtet seit 24 Monaten auf umdiewelt.