Korsika - die immerwährende Berge-und-Meer-Faszination

Frankreich-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Birgit H.

31.08.: RESTONICA-TAL

Zuani

Zuani

manche Entscheidungen fallen nicht leicht

manche Entscheidungen fallen nicht leicht

die Qual der Wahl.... wohin und welche Richtung war das mal, als die Schilder noch standen

die Qual der Wahl.... wohin und welche Richtung war das mal, als die Schilder noch standen

und wenn mal ein Stück Straße fehlt, kein Problem, wird schnell abgesichert

und wenn mal ein Stück Straße fehlt, kein Problem, wird schnell abgesichert

leider die Gebirge etwas im Dunst

leider die Gebirge etwas im Dunst

viele Hängen lassen erahnen, dass sie mal Opfer von Bränden waren

viele Hängen lassen erahnen, dass sie mal Opfer von Bränden waren

sehr schnell wachsen jedoch neue Pflanzen an den verbrannten Stämmen empor

sehr schnell wachsen jedoch neue Pflanzen an den verbrannten Stämmen empor

hier erwische ich wieder mal eine Straße, die keinen Mittelstreifen mehr braucht

hier erwische ich wieder mal eine Straße, die keinen Mittelstreifen mehr braucht

Navi sagt rechts - ABER ...

Navi sagt rechts - ABER ...

das habe ich inzwischen gelernt, dass das nix bringt

das habe ich inzwischen gelernt, dass das nix bringt

dieser dünne Strich im Bild ist "mein Weg"

dieser dünne Strich im Bild ist "mein Weg"

und so endet man, wenn man vom Weg abkommt

und so endet man, wenn man vom Weg abkommt

die ersten Wolken ziehen auf

die ersten Wolken ziehen auf

alte Genueserbrücke

alte Genueserbrücke

Corte - noch mit einer weißen "netten" Wolke

Corte - noch mit einer weißen "netten" Wolke

"Corte hat noch heute etwas Stolzes. Während der kurzen Freiheit der Insel war es seine Hauptstadt gewesen." (Quelle: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1973)

"Corte hat noch heute etwas Stolzes. Während der kurzen Freiheit der Insel war es seine Hauptstadt gewesen." (Quelle: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1973)

​Startzeit: 08:45 h
Ankunftszeit: 14:30 h
Tages-km: 159
Gesamt-km: 1679
Route:
Corsica Natura - Tallone - Zuani - Erbajolo - Corte - Restonica-Tal - Corte - Aleria - Bagheera​
​Übernachtung: (die nächsten/letzten 5 Nächte Bagheera): 42,45 / N. inkl. einer Reservierungsgebühr von 31,00 €, weil ich 2 Tage vorher einen bestimmten Platz habe reservieren lassen
https://de.bagheera.fr/

​08:30 h:​

Ich checke bei Corsica Natura aus.
18,50 € / N

Den Rest meines Urlaubes möchte ich mit Blick auf das Meer und Wellen- statt Straßengeräuschen verbringen und werde deshalb zur Anlage Bagheera wechseln - zum stolzen Preis von 212,25 € für 5 Nächte.

Da ich aber nun schon einmal alles schön eingepackt habe, nutze ich die Gelegenheit, um nochmals einen Abstecher in die Berge zu machen. Die Wettervorhersagen sind leider derzeit in den Bergen nicht besonders. Aber ich werde es versuchen, der Vormittag sollte noch o.k. sein.

Auf der Karte habe ich mir kleinere Straßen bis Corte ausgesucht und es lohnt sich, siehe Fotos.

Von Tallone die D 116 nach Zuani bietet spektakuläre Aussichten sowohl zum Meer als auch auf das korsische Hochgebirge. Leider ist es heute etwas dunstig, aber trotzdem ist die Sicht überwältigend.

Nach Erbajolo fahre ich die D39 Richtung Corte. Inzwischen sieht man schon wieder, dass sich Gewitterwolken über den Bergen bilden. Noch sind sie weiß und ich empfinde sie lediglich als hübsche Fotomotive. Hier bei Corte beginnt das Restonica-Tal.

11:00 h - und ich wage es:

da ich mich auf Straße, Gegenverkehr und Aussichten konzentrieren muss und hin und wieder auch ein paar Fotos mache, sehe ich leider kaum etwas vom Fluss. Aber auch dieses Tal kommt auf meine Liste für eine Wanderung in einem nächsten Urlaub, zu einer anderen Zeit mit niedrigeren Temperaturen und weniger Menschen

​Nach dem ersten Drittel ungefähr weisen Schilder darauf hin, dass Fahrzeuge über 4,5 t und breiter als 1,90 m hier nicht mehr weiter fahren dürfen. Und dann sind an allen noch so kleinen Ausbuchtungen der Straße Halteverbot-Schilder, damit hier nicht alle Fahrzeuge zum Fotografieren stehen bleiben oder gar parken, denn diese Ausbuchtungen sind oftmals die einzigen Möglichkeiten, dass zwei Fahrzeuge aneinander vorbei kommen. Ich überlege, wer denn nun eigentlich zurück fahren muss, wenn man bei Gegenverkehr an eine Stelle kommt, wo es zu eng ist... brauche ich aber nicht, denn egal, ob ich hoch oder runter fahre, es trifft immer mich
Vielleicht, weil ich so klug bin (der Klügere gibt ja bekanntlich nach) ...

Ich bin froh, dass nicht all zu viel Verkehr ist und fahre bis ans Ende des Tals. Dort gibt es einen Parkplatz (gegen Gebühr), ich halte mich aber nicht auf, sondern wende nur und trete gleich die Rückfahrt an. ​

12:00 h:

Mittags-Stopp in einem Restaurant, das direkt am Fluss liegt:
LE RELAIS DES LACS CHEZ CESAR

Ich darf mir einen Platz aussuchen - bis Madame fragt: "combien de personnes?" (wieviel Personen)
Und dann passiert das, was mir fast immer passiert, wenn ich in ein Restaurant gehe:

als ich sage, dass ich alleine bin, legt sich meist ein hektischer Blick über die Gesichter der Bedienungen/Wirte und man/frau sucht nach dem sogenannten "Katzentisch". Und ob ihr es glaubt oder nicht, jede Kneipe hat so einen - mal ganz witzig, mal kurz vor Besenkammer, WC oder Hundetrinknapf

Ich kenne das jetzt schon - also nehme ich es, wie es kommt - ein wenig fühle ich mich allerdings, als hätte ich eine ansteckende Krankheit oder so was... ganz normal werde ich dann wieder beim Bezahlen behandelt, da gibt es keine "Sonderpreise"

Während meiner Pause in der Kneipe suche ich auf der Karte nach einer möglichen Route zurück. Sehr gerne möchte ich noch einen anderen Weg durch die Berge nehmen. Als ich dann jedoch aufbreche, merke ich, dass es bereits merklich zugezogen hat. Und als ich Corte erreiche, ist der Himmel bereits dunkelgrau über den Bergen. Die korsischen Bergstraßen sind mir auch ohne Gewitter anspruchsvoll genug - also entscheide ich mich schweren Herzens dafür, die gut ausgebaute T50 nach Aleria zu nehmen.

Das ist eine gute Entscheidung wie sich die folgenden Kilometer zeigt. Links von mir - Richtung Berge ist es schwarz und Blitze zucken immer wieder (ich dann jedes Mal im Auto auch ) Rechts von mir hält es sich noch hell. Es sieht fast aus, als sei die Straße die Trennlinie zwischen hell und dunkel. Ich komme mir vor, wie auf der Flucht vor einem Unwetter.

Die ersten Regentropfen fallen auf das Auto - kann ja nicht schaden, denke ich - Auto ist ja so verstaubt.... und schicke ein Stoßgebet gen Himmel (in beide Richtungen, die helle und die dunkle), dass da nicht mehr runter kommt. Der liebe Gott hat mir meinen abgebrochenen Klosterbesuch anscheinend nicht übel genommen, der Himmel verschont mich mit einem Gewitter, es gelingt mir, die Küste zu erreichen und als ich in Aleria zum Einkaufen aussteige, trifft mich der inzwischen schon gewohnte Hitzschlag, als ich aus dem klimatisieren Fahrzeug aussteige.

und es geht ins Restonica-Tal

und es geht ins Restonica-Tal

wer hält da wen? der Stein den Baum oder der Baum den Stein?

wer hält da wen? der Stein den Baum oder der Baum den Stein?

die Wolken werden zwar fotografisch interessanter, aber wettermäßig beunruhigend

die Wolken werden zwar fotografisch interessanter, aber wettermäßig beunruhigend

LE RELAIS DES LACS CHEZ CESAR

LE RELAIS DES LACS CHEZ CESAR

omelette corse

omelette corse

immer mehr Wolken

immer mehr Wolken

vorbei ist zu eng...hupen interessiert wenig, ich muss warten bis Mutti mit Kind in der Laune ist, auf die Seite zu weichen

vorbei ist zu eng...hupen interessiert wenig, ich muss warten bis Mutti mit Kind in der Laune ist, auf die Seite zu weichen

auch in den 70ern liefen die Tiere hier frei über die Bergstraßen
Bild: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1972

auch in den 70ern liefen die Tiere hier frei über die Bergstraßen
Bild: Goldstadt-Reiseführer Korsika, Band 15, 1972

noch sieht Corte freundlich aus, aber die Wolken ...

noch sieht Corte freundlich aus, aber die Wolken ...

die Wolken werden dunkler

die Wolken werden dunkler

und auf der T50 ist das Wetter dann wie mit dem Lineal gezogen zwischen Gewitter und blauem Himmel

und auf der T50 ist das Wetter dann wie mit dem Lineal gezogen zwischen Gewitter und blauem Himmel

© Birgit H., 2019
Du bist hier : Startseite Europa Frankreich Frankreich-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Korsika fasziniert durch die Vielfalt der Natur: Sandstrände, Steilküsten, Gebirge, Flüsschen mit Gumpen, kleine Fischerorte, kleine Bergdörfer. Mit Kombi und Dachzelt möchte ich schöne Orte der Insel genießen und werde auf einer Rundtour immer dort halten, wo es sich gerade wohltuend anfühlt.
Details:
Aufbruch: 12.08.2019
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 08.09.2019
Reiseziele: Frankreich
Deutschland
Österreich
Italien
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/10):
Bernhard 1567916847000
Danke Birgit, dass du mich in die Liste deiner vir­tuel­len Beg­lei­ter auf­ge­nom­men hast. Es hat Spaß ge­macht, immer mal wieder Ein­blick zu haben in den Verlauf deiner Reise und die wun­der­schönen Fotos zu bet­rach­ten. Ich freue mich, dass du woh­lbe­hal­ten wieder an­ge­kom­men bist und dich viel­leicht bald mal wieder am Dolmar zu tref­fen.
Mariam 1566816079000
Liebe Bir­git­,

ich freue mich sehr, diese Reise von dir ver­fol­gen zu dürfen. Du hast dir da wir­klich ein schönes Fleck­chen Erde für deine Reise aus­ge­sucht, wie deine wun­der­schönen Auf­nah­men be­le­gen. Alle Achtung für deine fah­re­rischen Leis­tun­gen und auch dafür, dass du dich allein auf diesen Weg gemacht hast. Dein Rei­se­bericht ist sehr inte­res­sant und kur­zwei­lig und eine sehr schöne Mischung aus Bild und Text. Ich wünsche dir wei­ter­hin schöne Er­leb­nis­se, dass du die Her­aus­for­de­run­gen meis­terst und dass Gott, sofern er nicht mit Jakob Jakobi quatscht, ein Auge auf dich wirft
Antwort des Autors: Liebe Mariam, das Buch ist wirklich "göttlich", gleichermaßen lustig wie tiefsinnig - ich werde es dir mitbringen. Ansonsten sammel ich wirklich sehr viele schöne Eindrücke und wachse auch mit meinen kleinen Abenteuern, die ich bewältigen muss. Alles Liebe und bis bald.
Sabine R. 1566666037000
Seit deinem 1. Beitrag ver­fol­ge ich mit Be­geis­te­rung deinen Rei­se­ver­lauf. Die be­ein­drucken­den Fotos von vert­räum­ten Orten und der Natur mit den inten­si­ven Farben. Damit best­ätigst du was Na­pol­éon einst sagte: er erkennt die Ile de Beaute (Kor­si­ka) mit ver­bun­de­nen Augen am Duft der Mac­chia. Danke dir dafür.
Antwort des Autors: vielen Dank für die lieben Worte. Leider kann ich selber - seit einem Unfall - Gerüche nicht mehr so gut wahr nehmen. Aber wer die Macchia riechen will, sollte im Frühjahr hierher kommen. Leider ging es bei mir dieses Jahr nicht, aber ich habe vor, eine Korsika-Reise im Mai/Juni zu machen. Mit weniger Temperaturen, weniger Menschen und noch mehr blühender Natur. vlG