Mit dem Wohnmobil nach Rumänien, Moldawien und Transnistrien

Österreich-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2018  |  von B. & F. S.

Die Rückfahrt


Dienstag, 18. September: Săpânţa (Rumänien) ► Tiszafüred Ungarn), 330 Tageskilometer
An diesen frühen Morgen kommen wir direkt am Flußbett der Theiß entlang, die hier die Grenze zur Ukraine bildet. Dann fahren wir in engen Serpentinen über einen kleinen Gebirgszug. Noch ein Fotostopp an einem schönen neuen Holztor.

In Certeze staunen wir nicht schlecht über die fast lückenlose Bebauung mit „Millionärsvillen“. Die Ortsdurchfahrt ist gesäumt von Grundstücken, wo bei vielen schon allein die Zaunanlage sicherlich dem Wert eines durchschnittlichen deutschen Einfamilienhauses überschreitet. Dann sind wir in flacher pusztaähnlicher Landschaft. Jetzt müssen wir in den nächsten Tagen mehr Kilometer machen, wir haben zu sehr getrödelt. Zu Hause stehen Termine an, die wir leider nicht verschieben können. So eilen wir durch Satu Mare und Carei nach Nyírbátor in Ungarn. Auf der Autobahn M3 geraten wir in eine Maut-Sonderkontrolle. Der gesamte Verkehr wird über das Gelände einer Tankstelle geleitet und in viele Spuren aufgeteilt. Mit erheblichen Personalaufwand werden die Kennzeichen aller Fahrzeuge in Tablets eingetippt und dann die Freigabe zur Weiterfahrt erteilt. In der Nähe der Theiß-Seen übernachten wir noch einmal auf einem kleinen Campingplatz in Tiszafüred. Es ergibt sich ein nettes Gespräch mit einem französischen Paar. Auf unserem Spazierweg durch den Ort sehen wir, in den Straßen rings um das Thermalbadgelände sind an den Zäunen große Schilder angebracht. Sie sind alle nur deutschsprachig und weisen darauf hin, daß die Hinterlassenschaften von Hunden mitzunehmen sind.


Mittwoch, 19. September: Tiszafüred (Ungarn) ► Deutsch-Jarndorf (Österreich) 369 Tageskilometer
Trotz unseres frühen Starts verlieren wir viel Zeit auf dem Budapester Autobahnring M0. Es herrscht fast durchgängig Stau und Zähflüssigkeit. Auf der rechten und mittleren Spur nur Lastzüge, auf der linken Spur PKW und Transporter. Noch vor der Österreichischen Grenze wechseln wir auf die Landstraße. Beim Einkaufen und Tanken verbrauchen wir die letzten Forint. Der nächste Stopp ist schon in Österreich nahe des Dreiländerecks Österreich/Slowakei/Ungarn. Eine abendliche Runde durch das blitzsaubere völlig ausgestorben wirkende Dörfchen Deutsch-Jarndorf beschließt den Tag. Der Dorfgasthof hat heute leider geschlossen.


Donnerstag, 20. September: Deutsch-Jarndorf (Österreich) ► Obernzell (Deutschland), 382 Tageskilometer
4 Kilometer vor dem Dorf ist der exakte Punkt des Dreiländerecks Österreich/Slowakei/Ungarn. Hier kann man gleichzeitig in 3 Ländern stehen. Man muß allerdings Schotterstraße und ein Stück unbefestigten Feldweg auf sich nehmen.

Am Feldweg noch vor der Grenze steht ein Container mit einem Toihäuschen und zwei jungen österreichischen Soldaten. Welch einsamer Posten. Uns begegnet auf diesem Abstecher weiter niemand.
Nun eilen wir zur Autobahn. Oft schon sahen wir im Vorbeifahren die Silhouette des Klosters Melk.

Dieses Mal biegen wir ab und besichtigen es, schlendern durch die Stadt und essen im Fährhaus auf der Donauinsel Mittag. Danach geht es bis Linz, wo wir uns irgendwie verfransen und kommen am Do-nauufer entlang immer weiter Richtung Deutschland.
Am Fähranleger gegenüber Obernzell reihen wir uns hinter einem bereits wartenden Transporter ein. Die Fähre liegt am Ufer gegenüber. Die Frau vor uns sagt sie hätte bereits die Ruftaste gedrückt. Es leuchtet ein Signallicht. Wir warten schon eine ganze Zeit. Frank studiert aus Langeweile das kleingedruckte der angeschlagenen Betriebsordnung: Fährbetriebszeiten von 8.³⁰ bis 16.³⁰ Uhr! Es ist genau auf den Punkt 16.³⁰ Uhr und wir stehen ja auch schon eine Weile. Uns dämmert, wir warten umsonst. Was ist das für eine verkehrte Welt, wenn die Fähre verkehrt verkehrt? Wer hier zu normalen Geschäftszeiten auf der jeweils anderen Seite einer geregelten Arbeit nachgeht, der muß einen weiten Umweg machen. Und zwar durch die staugeplagten engen Altstadtgassen von Passau. Wie wir jetzt auch, weil wir uns in den Kopf gesetzt haben, noch einmal am letzten Tourtag idyllisch ruhig an der Donau zu stehen, und nicht auf einem der lauten Stellplätze in der Stadt. Nach genau einer Stunde Fahrt sind wir auf der gegenüberliegenden Seite der Fährstrecke angelangt und sitzen in lauer Abendluft am Fluß, genau da, wo vor vier Wochen unsere Reise begann.


Freitag, 21. September: Obernzell ► Heimatort, 460 Tageskilometer
Weil ich auf dem Marokkofahrertreffen in der Rhön im Juli eine nicht uns gehörende Backform gerafft habe, müssen wir diese nun auf dem Weg nach Hause ausliefern. Die rechtmäßigen Kuchenformbesitzer wohnen in der Nähe von Bamberg nur wenige hundert Meter entfernt von einer Autobahnausfahrt der A71. Deshalb ist das schnell erledigt. Nachmittags kommen wir in der Heimat an. So schnell kann man sich nicht von der blauen Zitrone lösen. Deshalb sitzen wir noch drin und trinken Kaffee und essen Kuchen während sie bei uns im Garten steht.

Birgit
August / September 2018

© B. & F. S., 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wieder einmal sind wir mit unserer "blauen Zitrone" unterwegs in Osteuropa. Über 6.000 Kilometer legten wir an der Donau, in den Karpaten und in den Nußbaumalleen Moldawiens zurück.
Details:
Aufbruch: 23.08.2018
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 21.09.2018
Reiseziele: Moldau
Ungarn
Rumänien
Österreich
Deutschland
Der Autor
 
B. & F. S. berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (1/1):
Ulrike S. 1546438655000
Hallo ihr bei­den,
schön hier mal wieder einen tollen Rei­se­bericht von euch zu lesen und in E­rin­ne­run­gen an unsere eigene Rum­änien-­Rei­se im letzten Frühsom­mer zu schwel­gen. Vieles kam uns sehr bekannt vor, vieles jedoch auch völlig un­be­kannt. Mol­da­wien scheint mir ein span­nen­des Pflas­ter zu sein und es würde uns inte­res­sier­en, welche For­ma­lit­äten ihr vorab für euer Fah­rzeug er­le­di­gen mus­stet. Wir haben gehört, dass es nicht ganz un­kom­pli­ziert sein sol­l.
Vie­len Dank also für's Mit­neh­men auf diese Reise und ihr habt uns mal wieder einige In­spi­ra­tio­nen ge­ge­ben.­
Ein gutes neues Rei­se­jahr 2019 und herz­liche Grüße aus Schwa­ben
­
Ul­li
Antwort des Autors: Auch wir wünschen euch ein gutes neues Reisejahr. Euer Reisebericht Rumänien war uns auch Inspiration für diese Reise. Die Einreise nach Moldawien ist unkompliziert und visafrei. Es werden außer Reisepaß, Fahrzeugschein und grüner Versicherungskarte keine weiteren Papiere verlangt. Es wird keine Gebühr erhoben. Es ist eine fahrzeugabhängige Straßenmaut bei der Einreise zu zahlen.
Gruß
Frank & Birgit