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Grönland-Reisebericht  |  Reisezeit: Juli / August 2018  |  von Monika Schulmeiss

In Nuuk und auf der Fähre Sarfaq Ittuk

Nuuk, in Grönlands Hauptstadt

Auf dem Flug von Kopenhagen nach Kangerlussuaq saßen wir noch in einem Airbus, doch dann bestiegen wir eine der zweimotorigen Propellermaschinen von Airgreenland. Bei Graupelschauer erreichten wir Nuuk. Ein Taxi brachte uns zu unserer Unterkunft und ich versuchte mit klammen Fingern den Code einzugeben, um das Schlüsselkästchen neben der Haustüre zu knacken. Was erst einmal nicht funktionierte und uns zweifeln ließ, ob wir vor dem richtigen Häuschen gelandet waren. Nach einem Anruf bei unserer Kontaktperson versuchte ich es erneut und drückte nochmals intensiv auf die Zahlen und besonders intensiv auf die Raute,- und es klappte. Wir hielten den Schlüssel in den Händen. Unsere Mitbewohner trudelten im Laufe des Nachmittags ein. Ein älterer Norweger mit guten Deutschkentnissen, sowie eine junge Frau aus Deutschland und ein gestrandeter Mann, ebenfalls aus Deutschland, der auf ein Flugticket zurück nach Germany wartete. Gemeinschaftsküche mit offener Wohnecke, ein Badezimmer für alle und fünf Zimmer bildeteten unser neues Zuhause. Draußen regnete es inzwischen. Wir waren froh unser Zimmer upstairs zu beziehen. Die ungewohnt steile Holztreppe konnte ich am besten im Entengang zu bewältigen. Ein angekündigter chinesischer Gast erschien nicht. A. machte sich für seine Einkaufstour bereit, als der Gestrandete anbot mitzukommen. Von der Hitze Kopenhagens in die Kühle Nuuks; ich fand es angenehm. Der Abend klang nach einem einfachen Abendessen und einigen Informationen unserer Mitbewohner entspannt aus.

Die Unser-Erlöser-Kirche wurde 1849 geweiht. Mit Errichtung eines eigenen Bistums wurde sie 1994 zur Domkirche. Links im Bild sieht man den Ausläufer eines felsigen Hügels von dem aus man einen schönen Blick auf den Fjord und den alten Kolonialhafen hat. Ein Aufstieg lohnt sich. Im Haus neben der Kirche war um 1854 ein Lehrerseminar untergebracht, heute lebt darin die derzeitige Bischöfin.

Die Unser-Erlöser-Kirche wurde 1849 geweiht. Mit Errichtung eines eigenen Bistums wurde sie 1994 zur Domkirche. Links im Bild sieht man den Ausläufer eines felsigen Hügels von dem aus man einen schönen Blick auf den Fjord und den alten Kolonialhafen hat. Ein Aufstieg lohnt sich. Im Haus neben der Kirche war um 1854 ein Lehrerseminar untergebracht, heute lebt darin die derzeitige Bischöfin.

Teilansicht der Herrnhuter Missionskirche, die zuletzt von der Universität genutzt wurde. Für mich einer der schönsten Plätze Nuuks. Über einen der vier Friedhöfe mit weißen Kreuzen in einem Blumenmeer gelangt man an einen ursprünglichen Teil der Stadt. Ruinen von alten Thulehäusern befinden sich in der Nähe. Die Herrnhuter kamen 1733 nach Nuuk und missionierten mit Erfolg.  In der Nähe der Kirche bildete sich eine kleine Kolonie, die sich nach Weggang der Missionare 1899 mehr oder weniger auflöste.

Teilansicht der Herrnhuter Missionskirche, die zuletzt von der Universität genutzt wurde. Für mich einer der schönsten Plätze Nuuks. Über einen der vier Friedhöfe mit weißen Kreuzen in einem Blumenmeer gelangt man an einen ursprünglichen Teil der Stadt. Ruinen von alten Thulehäusern befinden sich in der Nähe. Die Herrnhuter kamen 1733 nach Nuuk und missionierten mit Erfolg. In der Nähe der Kirche bildete sich eine kleine Kolonie, die sich nach Weggang der Missionare 1899 mehr oder weniger auflöste.

Am nächsten Morgen machte sich A. auf den Weg, um unsere zweite gebuchte Unterkunft in Nuuk zu suchen. Am Ende unserer Reise waren noch zwei Tage in Nuuk geplant. Der Regen hatte nachgelassen aber der Himmel war grau und hüllte die Berge ein. A. kam nach zwei Stunden enttäuscht zurück. Die Unterkunft habe er vermutlich, so seine Aussage, gefunden. Sehr abgelegen an den neuen Hochhäusern, über dem Atlantikhafen in der Nähe der Schwimmhalle Malik. Nach diesem Bericht versuchten wir eine andere Unterkunft zu finden, was auch klappte; Booking.com sei Dank.
Am nächsten Tag machten wir uns bei Sonnenschein auf in Richtung Hafen. Wir wollten den Abfahrtsterminal finden und auch besichtigen. Ein kleiner Umweg führte uns zu unserer neu gebuchten Unterkunft, Vandrehuset 1-3. Den Standort kannten wir nun, doch die vielen Häuser und Eingänge verwirrten etwas, - egal, wir werden sehen. Hinter einer kleinen Kuppe sahen wir auf den Atlantikhafen hinunter. Nachdem wir zuerst auf dem falschen Pier suchten, mußten wir dann auf dem zweiten ebenso lange nach Informationstellen suchen. Keine Halle, keine Gepäckaufbewahrung, keine Toiletten, nur einige Bänke im Freien. Ich startete meine weitere Erkundung im Büro der Royal-Arktic-Line. Wider Erwarten wurde mir freundlich Auskunft gegeben. Nicht nur das, ein Mitarbeiter begleitete mich in das Office der Artic Umiaq Line. Nun erhielt ich nochmals Bestätigung meiner eigenen Beobachtungen. Unsere drängende Frage: Wohin mit unserem Gepäck während der Wartezeit? Die Fähre würde am nächsten Tag um 21 Uhr ablegen. Die bereits bekannte und jetzt wiederkehrende Aussage: das Gepäck im Seemannsheim Sjoemandshjemmet zu deponieren, die machen das! Nun gingen wir schnurstracks zu dem am Hafeneingang gelegenen Hotel mit Restaurant, um nachzufragen. Neben der Rezeption stapelten sich Kartons und Koffer und wie sich herausstellte würden wir auch unsere Koffer hier abstellen können. Problem gelöst ! Anschließend besuchten wir das Restaurant und stellten fest: kleine Auswahl, aber sehr gute Küche und Riesenportionen, (auch Hafenarbeiter essen hier), bei günstigen Preisen.
Wir verbrachten die restliche Zeit in Nuuk mit Erkundungen der übersichtlichen Stadt.

Abschied im Atlantikhafen / Nuuk

Abschied im Atlantikhafen / Nuuk

Auslaufen der Fähre Sarfaq Ittuk mit der grönländischen Flagge ERFALASORPUT  an Bord.
1985 als Sieger eines Wettbewerbes ist sie seit 1989 die offizielle Flagge von Grönland. Sie symbolisiert mit den Halbkreisen das Pack-undTreibeis (weiß) und die Sonne (rot), die Rechtecke stehen für das Meer (rot) und Gletscher (weiß).

Auslaufen der Fähre Sarfaq Ittuk mit der grönländischen Flagge ERFALASORPUT an Bord.
1985 als Sieger eines Wettbewerbes ist sie seit 1989 die offizielle Flagge von Grönland. Sie symbolisiert mit den Halbkreisen das Pack-undTreibeis (weiß) und die Sonne (rot), die Rechtecke stehen für das Meer (rot) und Gletscher (weiß).

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Grönland als Reiseziel stand schon lange auf meiner Wunschliste. Es sollte aber keine der angebotenen Kreuzfahrten sein, sondern wie bei A. und mir üblich, eine Reise auf eigene Faust. Die Anreise über Kopenhagen und ein Puzzle um den Fahrplan der Fähre an Grönlands Küste von Nuuk nach Ilulissat waren lösbar.
Details:
Aufbruch: 27.07.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 16.08.2018
Reiseziele: Grönland
Dänemark
Der Autor
 
Monika Schulmeiss berichtet seit 11 Monaten auf umdiewelt.
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