Kroatien-Reisebericht :Mit dem Motorrad nach Korfu

Tag 2 | Kroatien

Die erste Nacht im neuen Zelt war recht gut, ich konnte am nächsten Morgen zumindest noch alles bewegen. Moment mal, ... bewegen ? .... Stimmt ja, gestern fast 1000km und keine Probleme! Was für ein cooles Bike !!

mein erstes Nachtlager am nächsten Morgen

mein erstes Nachtlager am nächsten Morgen

Das Zelt war noch schneller abgebaut als den Abend zuvor im dunkeln aufgebaut und auch das Beladen des Motorrads ging deutlich schneller von statten als noch am Vortag. Schnell noch am Campingplatz auschecken und schon war ich um 9.00 Uhr wieder auf der Strasse. Nachdem ich mich im nächsten Supermarkt mit ein wenig Obst versorgt hatte, habe ich mir ein lauschiges Plätzchen für mein Frühstück gesucht.

Frühstückspause

Frühstückspause

Mann, war das warm. Ich meine, als ich in Frankfurt losgefahren bin war ja auch gutes Wetter, aber hier? Die Sonne gab wirklich ihr Bestes und schon war es da, dieses besondere Gefühl, das was so anders ist als wenn man in Deutschland gutes Wetter hat: URLAUB !!!

Nachdem ich gefrühstückt hatte und mich reichlich mit Sonnencreme eingeschmiert hatte konnte es weiter gehen. Die Lederjacke habe ich mal ausgelassen und hinten auf das Gepäck geschnallt, super dieses Gefühl.

Nach 20 Minuten merkte ich, daß ich möglicherweise die Jacke schneller wieder anziehen würde als gedacht - und zwar freiwillig. Ich war einfach nicht genug an eine solch intensive Sonneneinstrahlung gewöhnt und schon begann meine Haut an Armen und Gesicht sich zu melden. Im März, als wir in Arizona Motorrad gefahren waren, war es ganz ähnlich, der Wind kühlt schön die Haut, da merkt man das fast nicht, und Zack haste Dir den Pelz verbrannt wie noch nie zuvor. Wenn es also auch schwer fiel, aber die Jacke musste ich wieder anziehen, puh ... wat 'ne Hitze.

Weiter ging es die Küstenstrasse entlang Richtung Süden, das war herrlich, immer wieder den Blick aufs Meer und ganz ruhig und beschaulich die Strasse entlang tuckern. Mit Blick auf meinen Termin am Samstag wurde es mir dann aber etwas zu beschaulich und ich war mir nicht sicher wie ich durch die nächsten Staaten vorwärts kommen würde. Da waren die Schilder in Richtung Autobahn im Landesinneren dann doch zu verlockend und so bog ich in Senj von der Küstenstrasse ab. Weiter weg von der Küste wurde es dann bergiger und man spürte den Wind viel intensiver, das ist auf dem Motorrad nicht so richtig klasse, zumal ich ja ohne Verkleidung am Moppet unterwegs war. Aber was soll's, kräftig am Gashahn gedreht und ab dafür.

Bei meiner ersten Tankpause traf ich zwei Herleyfahrer die gerade auf dem Heimweg nach Split waren. "wo seid ihr denn gewesen?" fragte ich sie und einer erzählte mir in sauberem Deutsch, daß sie vor zwei Wochen von Split aus zur Barcelona-Bike-Week aufgebrochen waren und jetzt kurz vorm Ende ihrer Reise waren. Coole Tour dachte ich so bei mir, aber er schien die Schnautze gestrichen voll zu haben. "Ich habe keinen Bock mehr, ich will nach Hause" sagte er, 14 Tage lang jeden Tag Motorrad fahren war wohl etwas zu viel für ihn ...

Nachdem ich das Ende der Autobahn erreichte und durch eine herrliche Landschaft rund um ein Fluss-Delta gekommen bin ging es wieder in die Berge, kurz durch Bosnien und Herzegovina und wieder zurück nach Kroatien.

Rastplatz hoch oben auf dem Berg mit tollem Meerblick, aber leider mit total un-tollem Zaun und Müll

Rastplatz hoch oben auf dem Berg mit tollem Meerblick, aber leider mit total un-tollem Zaun und Müll

Am Nachmittag dann war ich in Dubrovnik angekommen, suchte mir einen Campingplatz und baute das Zelt auf.

Blick auf Dubrovnik

Blick auf Dubrovnik

Im Restaurant traf ich dann wieder jemanden der deutsch sprach, der Kellner. Er war 17 Jahre lang in Essen tätig und vor einigen Jahren zurück in die Heimat gegangen. Aber er schien nicht sonderlich glücklich zu sein. Nicht nur der Krieg, sondern auch die wirtschaftlichen Folgen dessen machten ihm immernoch sehr zu schaffen.

© Frank Witte, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Warum eigentlich immer in den Urlaub fliegen, wenn man schon die Anreise wirklich geniessen kann. Mit meiner Harley bin ich auf dem Landweg von Frankfurt nach Igoumenitsa in Griechenland gefahren und habe auf dem Weg Eindrücke in Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien und natürlich Griechenland gesammelt.
Details:
Aufbruch: 05.07.2011
Dauer: 5 Tage
Heimkehr: 09.07.2011
Reiseziele: Slowenien
Kroatien
Montenegro
Albanien
Griechenland
Der Autor
 
Frank Witte berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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