Altes Land – neue Staaten: Slowenien – Kroatien – Bosnien-Herzegowina

Kroatien-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai / Juni 2018  |  von Angelika Gutsche

Kroatien - entlang der Adriaküste: Plitvicer-Seen

Am nächsten Morgen sind die Plitvicer-Seen unser Ziel. Auf dem Weg ins Landesinnere müssen wir das große Bergmassiv mit seinen steil aufragenden Zinnen bezwingen. Die Autobahn führt durch einen sechs Kilometer langen Tunnel, anschließend steil bergab, bis die Bergwelt in weites Grasland übergeht.

Unterwegs - Grasland

Unterwegs - Grasland

Auf einer Anhöhe legen wir eine Mittagspause ein. Weil es hier so schön ist, beschließen wir, einfach die Nacht zu bleiben. Nach dem überlaufenen Trogir und der bedrückenden Enge des Campingplatzes dort tut die einsame Natur, die Ruhe und der weite Blick auf den Talkessel einfach gut. Dazu ein einfaches Essen aus Bratkartoffeln und Paprikagemüse mit einem Glas Rotwein. Abends breitet sich rings um uns tiefe Dunkelheit aus. Ganz weit entfernt entdecken wir drei kleine Lichtlein, die wohl von Häusern irgendwo in den bewaldeten Hängen stammen. Das wird eine traumhaft gute Nacht.

Unterwegs - wildes Campen

Unterwegs - wildes Campen

Am nächsten Vormittag erreichen wir das Campo Corano, das am Fluss Korano liegt, (37 Euro/Nacht). Es ist in einer großzügigen Parklandschaft angelegt und nicht sehr stark belegt. Kaum haben wir eingeparkt, bricht ein heftiges Gewitter los. Als danach wieder die Sonne scheint, machen wir uns auf den Weg ins am Flussufer gelegene Restaurant. Es ist dort nicht gerade billig und mäßig gut.

Im Camper bei Regen wird's eng

Im Camper bei Regen wird's eng

Jetzt sind wir schon so lange bei Sonnenschein unterwegs, doch heute erwischt es uns heftig mit Regen. Frühstück im Camper ist angesagt. Doch dann geht’s los zum Nationalpark Plitvicer-Seen, dem größten und ältesten Nationalpark Kroatiens und Weltnaturerbe der UNESCO (www.np-plitvicka-jezera.hr). Der Nationalpark ist ein Muss für jeden Winnetou-Fan, stellte der Wasserfall Galovački buk doch hier die Hauptkulisse für Karl Mays „Schatz im Silbersee“ (www.winnetous-spuren.de).

Plitvicer-Seen

Plitvicer-Seen

Als wir am Eingang 1 der Plitvicer-Wasserfälle ankommen, gießt es in Strömen. Der Eintritt kostet 15 Euro und wir beschließen, der rot gekennzeichneten Tour zu folgen. Menschenmassen schieben sich den Hang hinab zum Großen Wasserfall, Gruppen von Chinesen, Japanern, Indern, die alles und vor allem sich selber immer und immer wieder fotografieren. Und wir mitten drin. Trotz Regen und der vielen Menschen: Es lohnt sich. Der 78 m hohe Großer Wasserfall ist eine beeindruckende Naturkulisse. Auf Holzstegen überqueren wir die türkisfarbenen Teiche mit Pflanzen und Moosen, Flüsse mit ihrer wilden Ufervegetation. 55 Orchideenarten wachsen hier. Als wir den Wasserläufen, die immer wieder von Kaskaden unterbrochen werden, folgen, lösen sich die Touristengruppen langsam auf. Unser rot gekennzeichneter Pfad geht wieder den Berg hoch und zurück an den Ausgangspunkt. Dass gerade diese wunderschöne Gegend im Jugoslawienkrieg stark umkämpft war, ist heute fast unvorstellbar.

Plitvicer-Seen

Plitvicer-Seen

Plitvicer-Seen

Plitvicer-Seen

Nach etwa zwei Stunden Wanderung sind wir trotz Regenmäntel total durchnässt. Die Touren 2 und 3 hätten noch eine Schifffahrt über den Kozjaken See beinhaltet, aber bei dem Wetter verzichten wir gerne. Und wir haben auch keine Lust mehr, uns zum Eingang 2 (mit Nationalparkhotels) zu begeben und weitere Wasserfälle und Kaskaden zu besichtigen. Wir ziehen einen Restaurantbesuch vor. Das große Restaurant am Parkplatz überrascht durch wirklich leckeres Essen, guten Service und zivile Preise.

Plitvicer-Seen

Plitvicer-Seen

Plitvicer-Seen

Plitvicer-Seen

Nun geht wieder Richtung Heimat, d.h. zunächst Richtung Zagreb. In Karlovac folgen wir nach links einer Ausschilderung zu einem Autocamp, das 15 Kilometer entfernt und sehr schön am Fluss Mrežnica gelegen ist (21 Euro/Nacht). Es gibt einen Bootsverleih, nur bei dem regnerischen Wetter sind Bootstouren nicht so angesagt. Der Fluss mit seinem kristallklaren Wasser mäandert, hat kleine Gumpen mit Seerosen und Seegras und eine Mühle mit Mühlrad. Mit den Hunden machen wir einen schönen Abendspaziergang über die Brücke zur Ortschaft namens Slapic. Schade, dass wir nur eine Nacht eingeplant haben.

Autocamp am Fluss Mrežnica

Autocamp am Fluss Mrežnica

© Angelika Gutsche, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reise durch drei ehemalige jugoslawische Republiken, in denen sich noch viele Spuren des Bürgerkriegs finden, dessen Wunden noch nicht verheilt sind.
Details:
Aufbruch: 26.05.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 15.06.2018
Reiseziele: Slowenien
Kroatien
Bosnien und Herzegowina
Österreich
Deutschland
Der Autor
 
Angelika Gutsche berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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