Unsere Reise geht weiter, auf dem "Landweg" von Australien nach Europa

Lettland-Reisebericht  |  Reisezeit: November 2017 - Oktober 2018  |  von Anja & Wolfgang

Lettland – von 06.09. bis 10.09.2018 1060 km

Ziel: Von der Grenze bei Valka im Gegenuhrzeigersinn rings um Lettlend, dabei über, Cesis, Legatne, Straupe und Limbazi nach Riga, weiter über Jurmala, Cape Kolka und Ventspils nach Kuldiga zum breitesten Wasserfall Europas und schliesslich über Liepaja zur Brauerei im Schloss Jaunpils und dem Barockschloss von Rundale. Südlich von Bauska dann weiter über die Grenze nach Litauen.

Wetter: meist sonnig, <35 º, nachts < 15 º.

In Lettland, in Valka angekommen, sehen die Zöllner Dank Schengen jetzt so aus,

also geht es sofort weiter nach Cesis, eine der alten Hansestädte Lettlands, die Burg eine Ruine,

die alte Brauerei stillgelegt,

das alte Stadttor fast komplett abgerissen

und sowohl Rathausplatz,

als auch Altstadt laden uns auch nicht unbedingt zum längeren Verweilen ein.

Wir ziehen weiter nach Lagatne in Gauja NP wo diese mittlerweile von Künstlern benutzten Höhlen im Sandstein,

teilweise sogar zwei-stöckig angelegt, eine der Attraktionen sind.

Der Russische Geheimbunker mit 2000qm Nutzfläche unter einem Spa-Hotel versteckt ist nur im Rahmen einer Führung von 15h – 16h zu besichtigen (E = EUR 11,- pP), die Papierfabrik, eine der ältesten Fabriken Lettlands gibt auch nicht viel her, fahren wir halt an den Gauja Fluss, wo diese nur von einem Mann per Hand betriebene Fähre (EUR 5 PKW + 2 Pers.) uns erwartet. Der Ponton wird in die Strömung gestellt und gelangt so dank Halteseil und ein wenig Muskelkraft zu uns ans andere Ufer,

auf dem gleichen Weg geht es nun wieder zurück,

wir entlohnen den Fährmann (Don’t pay the Ferryman, till you reach the other side) und fahren weiter nach Straupe, wo vom Glanz vergangener Zeiten einer blühenden Hansestadt aber nur noch sehr wenig zu sehen ist, die Ruinen der Burg,

das war‘s dann auch schon . In Limbazi, der Silberstadt aus der Hanse Zeit eine orthodoxe Kirche,

eine Burgruine,

eine nette Altstadt mit Schloss- und Silbermuseum und etwa 10km südlich der Stadt, die landesweit bekannte und für ihr nach Geheimrezept erstelltes Roggenbrot berühmte Bäckerei Lielezers,

deren Laden aber leider nur zwischen 07:00 und 15:00 geöffnet ist. Bei unserem Eintreffen gegen 18h war zwar der ganze Hof vom Duft von frisch gebackenen Brot erfüllt, uns lief das Wasser im Mund zusammen, wir sabberten wie Pavlows Hunde – und mussten trotzdem unverrichteter, unverkosteter Dinge weiterfahren, bis wir dann am Hwy nach Riga bei einem Rasthaus einen SP finden.
Die heissen Duschen für EUR 3pP können wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so wird es wieder mal ‚etwas später‘ bis wir endlich abfahrbereit sind. Das Parken in der Innenstadt ist selbst an den Parkautomaten mit EUR 2,5 – 3 / Stunde schon eine recht kostspielige Angelegenheit, fahren wir einfach über den Daugava River und parken dort wie noch hundert andere völlig kostenlos droben auf dem Damm. Vorbei am städtischen Flussstrandbad

geht es über eine 1km lange Brücke zurück in die Innenstadt von Riga und dort gleich mal hoch zur Alberta iela,

ein ganzer Strassenzug im Jugendstil,

Toll dekorierte Gebäude rechts und links, man(n) kann sich fast nicht daran sattsehen, entdeckt immer wieder neue Details.

Dann vorbei am National-Kunstmuseum und der Nativity of Christ Cathedral

zum Freedom Monument

und dem National Theater

bis zum Riga Central Market, der in 5 ehemaligen Zeppelinhallen untergebracht ist.

Drinnen ein Warenangebot zum Schauen und Staunen, wobei wir wieder mal dem gerauchten Fisch nicht wiederstehen können, uns erst eine Portion zum Mittagessen kaufen und da das so gut war, uns dann gleich noch eine weitere Riesenportion fürs Abendessen einpacken lassen.

Durch schmale Altstadtgassen,

die zusätzlich noch von solchen Bier-Party-’Fahrrädern‘ bevölkert werden,

geht es an der St. John Church vorbei

gleich nach nebenan

zur St. Peter’s Church,

eine Kirche in toller Backsteingotik, die durch diesen barocken Turmvorbau verschandel wird. Der Rathaus Platz

mit dem herrlich wiederaufgebauten ‚Blackheads House‘ (im Foto rechts),

einst Zunft / Gildehaus der unverheirateten Deutschen Händler, von den Sowjets 1947 eingeebnet, aber dann zum 800sten Jahrestag von Riga in 2001 nach den alten Bauplänen wiederhergestellt.
Die Sonne brennt vom Himmel, die Strassen-Restaurants schon am frühen Nachmittag gut gefüllt,

wir überqueren mittlerweile den Cathedral Square,

werfen von der Brücke einen Blick zurück auf eine Stadt, die uns sicher nicht zum letzten Mal gesehen hat

und fahren weiter zu einem SP I-Overlander gefundenen SP am Strand nahe Jürmala.

Wir haben vor, die in einer Broschüre entdeckte Gourmetroute Lettlands abzufahren, doch zuerst geht es ins nahegelegene Jürmala, die Cote d’Azur Lettlands, Sommerresidenz der Schönen und Reichen, vor der Einfahrt in diesen Küstenabschnitt sind erst mal EUR 2 ‚Kurtaxe‘ zu entrichten, aber dann, die Schlagader eine 1km lange Fußgängerzone dank Nachsaison halb geschlossen, halb verwaist

und auch am Strand, von dem im Reiseführer versprochenen russischen Ölscheichs mit ihren Supermodels nichts zu sehen, (aber das haben wir ja auch schon 1969 in St. Tropez erlebt, als wir auf der Suche nach dem Traumpaar Gunther und Brigitte waren). Hier, heute am Strand allenfalls Badenixen in den Bikinigrößen 3XL bis 8XL.

Wir kehren dem Strand den Rücken und fahren Richtung Westen nach Laci, wo eine Bäckerei seit 1994 bestes Roggenbrot herstellt und das bis hin zum 10kg Laib,

schnell eine ½ Wochenration eingekauft und weiter nach Ragaciems wo die Fischhändler mit ihren ach so leckeren Räucherfischen bereits auf uns warten.

Der Kühlschrank ist jetzt auch voll, der Ridelu Wassermühle

gönnen wir einen kurzen Blick, dem Lilien Garten bei Talsi, wo über 1000 Sorten von Lilien angebaut und als Setzlinge verkauft werden,

schon einen längeren, die Blütesaison ist eigentlich seit Ende August vorbei, aber ein paar Supermodels blühen noch,

wollen sich fotografieren lassen. Vorbei an den Fischhändlern in Roja, leider kein Platz mehr im Kühlschrank, geht es nach Cape Kolka, dem nördlichsten Punkt Lettelands. Hoch auf den Aussichtsturm,

kein Feind in Sicht, also sofort wieder runter und weiter nach Ventspils, eine Hansestadt, über die aber wenig bekannt ist, sie wurde einfach zu oft zerstört und wiederaufgebaut. Am Hafen die Reste einer alten Burg,

ein paar nette Parks, das war‘s dann schon. Nochmals 40km Richtung Süden und wir stehen mit mehreren einheimischen Wochenendcampern am Lighthouse bei Uzava.
Von der Küste geht es knapp 100km ins Innenland nach Kuldiga, dem einstigen Goldingen, das neben einer sehr sehenswerten alten Innenstadt mit zahlreichen aus Backsteinen erbauten Kirchen

oder dem schön angelegten Rathaus Platz,

auch noch den mit 249m breitesten Wasserfall Europas besitzt,

der aber nur ganze 1,8-2,2m hoch ist

und so von Lachsen und anderen Fischen zur Laichzeit übersprungen werden kann, was ab dem 17. Jh. dazu führte, dass die springenden Fische gleich in Körben gefangen wurden. Hier noch die aus Backsteinen erstellte Bogenbrücke unterhalb des Wasserfalls,

der Schlosspark

und noch eines der zahlreichen Backsteinbauwerke.

Wir beenden unseren Rundgang am Rathaus Platz

und fahren zurück an die Küste nach Liepaja, wo der ‚täglich‘ stattfindende Bauernmarkt Sonntags offensichtlich seinen Ruhetag hat, streifen wir halt durch eine fast verlassen wirkende Fußgängerzone,

kommen so an der Universität vorbei,

entdecken in Seitenstrassen ein paar schöne alte Lagerhäuser die mittlerweile zu Musikclubs oder Bars umgebaut wurden

und probieren in einer Konditorei natürlich auch die im Gourmetführer angepriesenen Sklandrausis = kleine Karottenkuchen,

die nicht nur lecker aussehen, sondern mindestens genauso gut schmecken. In Saldus wollten wir eigentlich erfahren wie die Kuhbonbons, Karamellen, eine lokale Spezialität hergestellt werden, aber bereits die Tourist Info ist mit dem Schild Sonntags: slegts (=geschlossen) dekoriert und das setzt sich eigentlich so durch den ganzen Ort fort. Hier ist Sonntag eben noch Ruhetag. Auch gut, fahren wir eben zum letzten Ziel unserer Reise für heute der Burg in Jaunpils

mit ihrem schönen Innenhof,

drinnen ein zumindest bis 20h geöffnetes Brauereirestaurant,

in Steinkrügen wird dunkles Bier serviert, wir bestellen uns dazu noch gebratene Wildwurst, Blutwurst, Rauchfleisch,

hier ist Wohlsein und dazu dürfen wir im Burghof auch noch stehen bleiben darauf gleich noch ein extra Bier.
Wir besuchen das Schloss Rundale, als Residenz für den Herzog von Courtland von Rastrelli entworfen, nach dessen Plänen ja auch der Winterpalast in St. Petersburg erbaut wurde.

Ein riesiges Schloss, mitten auf dem Land,

dazu noch eine französische Gartenanlage (E=EUR 4), die den Gärten von Versailles nachempfunden wurde.

Von den 138 Räumen können nach Wahl bis zu 40 besichtigt werden (kurze Tour EUR 8, lange Tour EUR 10). Hier ein paar Bilder von unserem Rundgang,

der ganz in weiss gehaltene Ball Saal,

eine prächtige Sammlung Kobaltblauer Vasen aus China und Japan,

opulente Deckengemälde,

das herzogliche Schlafgemach

und dazu auf der langen Tour noch die Räume der Herzogin

ihr Boudoir

und ihr Schlafzimmer.

Vorbei an der Burg von Bauska,

wo uns dieser ferngesteuerte Rasenmäher noch mehr beeindruckte als die Anlage selbst

geht es auf der A7 noch 20km weiter Richtung Süden zur Grenze nach Litauen.
Dort weiter dann im nächsten Kapitel.

© Anja & Wolfgang, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nochmals 3 Monate Australien, dann während unser Auto nach Japan verschifft per Flug, Bus und Boot durch Kambodscha und Vietnam. Mit dem Auto durch 4 Monate durch Japan, weiter nach Russland und dann auf den üblichen Umwegen durch Kasachstan, Kirghistan, Tajikistan, Richtung Westen, um nach 340 Tagen, 56.000km) dann Mitte Oktober in Deutschland anzukommen.
Details:
Aufbruch: 12.11.2017
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.10.2018
Reiseziele: Australien
Malaysia
Kambodscha
Vietnam
Japan
Russland / Russische Föderation
Kasachstan
Kirgisistan
Tadschikistan
Estland
Lettland
Litauen
Polen
Tschechische Republik
Slowakei
Österreich
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.