GO EAST - Streifzüge in Osteuropa

Polen-Reisebericht  |  Reisezeit: Juli / August 2017  |  von Monika Schulmeiss

Auf den Spuren von vergangenen Kulturen und Herrschaftsverhältnissen wurden wir in Krakau, Rzeszow, Lviv/Lemberg und Bratislava/Preßburg fündig und erhielten überraschende Einblicke in das heutige Leben. Mit Bus und Zug waren wir unterwegs. Ein Tagesausflug, gemeinsam nur mit ukrainischen Teilnehmern, brachte uns in den Oblast Ivano-Frankivsk.

Tage in Krakau

Chagall läßt grüßen - Ausschnitt eines Wandbildes in der Synagoge Popper ul.Szeroka 16

Chagall läßt grüßen - Ausschnitt eines Wandbildes in der Synagoge Popper ul.Szeroka 16

Unterwegs in Krakau

Die Busfahrt mit dem Busunternehmen Sindbad haben wir, trotz schlechter Kritik, als angenehm empfunden. Nachts erreichten wir die polnische Grenze und mit einstündiger Verspätung, wegen mehrer Baustellen, dann Gliwice. Der Anschlußbus wartete auf uns, damit hatten wir nicht mehr gerrechnet.
Mittags kamen wir in Krakau an und machten uns auf Taxisuche, was auch bald gelang. Der Taxifahrer wies uns darauf hin, keine Euro anzunehmen. Erst als A. Zlotys aus der Tasche zog war unser Handel perfekt. In Sichtweite des großzügigen und modernen Bahnhofes, der gleichzeitig auch Busbahnhof ist, fuhren wir Richtung Kazimierz. Unser gebuchtes Hotel Astoria in der ul. Josefa lag in diesem quirligen Ausgehviertel. Unser Zimmer war noch nicht bezugsfertig. Das Gepäck deponierten wir in der Rezeption und steckten unsere Nasen in die unbekannten Gassen. Ohne Ziel schlenderten vielleicht viermal im Carree herum, die Beine dankten dies nach der langen Busfahrt. In der ul. Krakowska 20 , sozusagen einmal um's Eck entdeckten wir Swiat Salatek. Wir setzten uns an einen der beiden Tische. Frisch zubereitete Gerichte wurden angeboten. Unserem Hungergefühl wurde nachgegeben und wir waren so begeistert, daß wir noch zweimal dort aßen. Um 15 Uhr konnten wir unser Zimmer beziehen, daß nach hinten hinaus lag, was sich als sehr gut herausstellen sollte.

Innenhof des Wawelschlosses - Das ursprünglich im gotischen Stil errichtete, wurde im 16.Jh. zum Renaissancepalast umgestaltet. Der frühere Königsitz gilt als nationales Symbol Polens.

Innenhof des Wawelschlosses - Das ursprünglich im gotischen Stil errichtete, wurde im 16.Jh. zum Renaissancepalast umgestaltet. Der frühere Königsitz gilt als nationales Symbol Polens.

Neben dem Wawel erhebt sich die Kathedrale Krakaus. In ihr wirkte der spätere Papst Johannes Paul II. als Erzbischof, hier als Statue zu sehen.

Neben dem Wawel erhebt sich die Kathedrale Krakaus. In ihr wirkte der spätere Papst Johannes Paul II. als Erzbischof, hier als Statue zu sehen.

Eine Oase am Burgberg mit der Kathedrale im Hintergrund.

Eine Oase am Burgberg mit der Kathedrale im Hintergrund.

Am nächsten Tag machten wir uns auf Richtung Wawel mit dem ehemaligen Königsschloß und der Kathedrale. Seit 1978 UNESCO Welterbe ebenso wie Krakaus Altstadt und das ehemals jüdische Viertel Kazimierz. Bei sommerlichen Temperaturen, das heißt angenommene 30°, kamen wir oben an. Freie Sicht auf die Wisla (Weichsel) und kühlere Luft versöhnten mich mit dem Aufstieg. Wir waren natürlich nicht alleine auf Besichtigungstour, aber die vereinzelten Gruppen hielten sich in Grenzen. Der Innenhof des einstigen Königsschlosses erinnerte mich an Italien. Wir verließen den Wawelberg und orientierten uns Richtung Rynek, dem Platz im Zentrum des alten Krakaus.

Blick über die Weichsel auf Krakau vom Wawel aus.

Blick über die Weichsel auf Krakau vom Wawel aus.

Der wohl schönste Platz in Krakau wird von den basarähnlichen Tuchhallen dominiert. Der 100 Meter lange Bau in der Mitte des Platzes, früher Handelsplatz von Kaufleuten aller Herren Länder, ist heute Anziehungspunkt für Krakauer und Touristen. Darunter befindet sich ein Museum, das  archeologische Ausgrabungen mit informativen Darstellungen in modernem Ausstellungskonzept  darbietet.

Der wohl schönste Platz in Krakau wird von den basarähnlichen Tuchhallen dominiert. Der 100 Meter lange Bau in der Mitte des Platzes, früher Handelsplatz von Kaufleuten aller Herren Länder, ist heute Anziehungspunkt für Krakauer und Touristen. Darunter befindet sich ein Museum, das archeologische Ausgrabungen mit informativen Darstellungen in modernem Ausstellungskonzept darbietet.

Auf dem Weg in Richtung Rynek wurde das Gedränge immer dichter, vorbei an Souvenirläden und Lokalen, um sich dann auf den riesigen Platz zu ergießen. Was für ein Treiben, mein Auge konnte sich nicht satt sehen. Wir peilten die nördliche Ecke an und gingen die Slawkowska entlang. Im Haus Nummer 14 wollten wir ein Klezmerconcert besuchen. Werbung war in unserem Hotel ausgelegen. Wir suchten im Treppenhaus, als eine Stimme von oben erklang und uns hinaufbat. Nach kurzem Zögern kauften wir zwei Tickets für die Vorstellung. Außerdem wurde anschließende Weinverkostung angeboten und wir konnten uns Wunschsitzplätze aussuchen. Wir wollten noch in der Nähe etwas essen und fragten nach einem Lokal, was ein Fehler war. Der Sohn wurde gerufen, er sollte uns den Weg zum empfohlenen Restaurant zeigen; ganz in der Nähe, sehr gute Küche... Und los ging's, vorne die Männer mit Riesenschritten, unser Guide mit vielleicht Schuhgröße 44, und ich hintendrein mit meinen Siebenmeilenschuhen, was für ein Glück. A. sah sich hin und wieder nach mir um und ich versuchte die beiden nicht im Menschengewirr zu verlieren. Es ging quer über den Rynek ! Doch plötzlich stoppten die Männer und so konnte ich aufschließen. Offenbar war unserem Stadtführer nicht klar wo genau das Lokal lag und so fragte er einige junge Männer, die auf Kundschaft warteten, - Tourguides oder ähnliches, wer weiß.
Nach kurzem Galopp kamen wir im Lokal an. Es lag idyllisch in einem der Innenhöfe nahe des Rynek. Wir bestellten Pelmeni. Sie wurden relativ schnell serviert und schmeckten nicht so besonders. Den dazu gereichten Wein ließ ich stehen, die Zeit drängte, wir mußten ja wieder zurück.


In einem kleinen Saal, eher ein Salon für Kammermusik, liefen die Ventilatoren leise vor sich hin. Das Publikum, sehr gemischt und überwiegend US-englisch sprechend, wartete auf die Darbietung. Für mich mit Gänsehautfeeling und auch A. war begeistert. Absolut besuchenswert
Aus der Weinverkostung wurde nichts da die Schwüle die Besucher nach draußen trieb. Wir ließen uns anschließend in einem der Lokale am Rynek kühle Getränke servieren.

Die Arkaden der Tuchhallen am Rynek laden zu einem Drink oder Kaffee, manchmal mit Pianomusik, ein.

Die Arkaden der Tuchhallen am Rynek laden zu einem Drink oder Kaffee, manchmal mit Pianomusik, ein.

Marienkirche am Rynek - Sie wurde im 13.Jh. von Bürgern der Stadt gestiftet und ist die größte Kirche in Krakau. Zu jeder vollen Stunde ertönt eine Trompetenmelodie. Im Mittelalter war das sowohl der Weckruf aber auch Warnung vor Feuer oder auch Ankunft feindlicher Truppen.

Marienkirche am Rynek - Sie wurde im 13.Jh. von Bürgern der Stadt gestiftet und ist die größte Kirche in Krakau. Zu jeder vollen Stunde ertönt eine Trompetenmelodie. Im Mittelalter war das sowohl der Weckruf aber auch Warnung vor Feuer oder auch Ankunft feindlicher Truppen.

Auf unserem gestrigen Heimweg hatten wir eine kühle, beschattete Alternative zu den übervollen Gassen und Straßen gefunden. An den Wallanlagen entlang suchten wir unseren Weg über die SW Gertrudy zum Bahnhof, um Fahrkarten für die Weiterfahrt nach Rzeszow zu besorgen. Der moderne Komplex umfaßt den Bahnhof, Shoppingcenter mit Lokalen, Post und den bereits bekannten Busbahnhof. Für den PKP Intercity kostete das Ticket für 2 Personen 58,80 Zloty, für Senioren, wie wir, war das um 30% verbilligt. Das Shoppingcenter wäre austauschbar und könnte auch in einer anderen Stadt Europas stehen.

Rynek underground  gelungene Konzeption..

Rynek underground gelungene Konzeption..

Der Rückweg führte uns wieder zum Rynek, wo wir das unterirdische Museum besuchten.


Den letzten Tag unseres Aufenthaltes widmeten wir unserem Viertel Kazimierz. Die Nacht war unruhig verlaufen, doch dank unseres Hinterzimmers waren die Laute von Nachtschwärmern erträglich und Musik nur leise zu hören. Wir besuchten die Alte Synagoge , die heute ein Museum ist, mit ihren beeindruckenden Exponaten. Überall im Viertel waren auch unterschiedliche Gruppen unterwegs, kosmopolitische sozusagen, die von Stadtführern mit Erklärungen versorgt wurden. Eine Gruppe Älterer war mit einer hebräisch sprechenden alten Frau unterwegs. Alle hörten ernst und aufmerksam zu und ich beobachtete sie einige Zeit. Waren sie selbst einst Opfer, oder waren es ihre Angehörigen, die viel Leid erfahren mußten? Andernorts lärmten Jugendgruppen und abends war der Szeroka ebenso mit Leben erfüllt. Wir saßen in der Dämmerung noch vor dem Ariel und ließen die Tage in Krakau ausklingen.

Es war das erste Lokal im Stadtteil Kazimierz das sich zu jüdischer Küche bekannte und mit am Aufschwung des Viertels Anteil hatte. Steven Spielberg drehte hier den Film Schindlers Liste , seither ist der Platz Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. 
Mitten im Geschehen, gut besucht und trendy Empfehlenswert

Es war das erste Lokal im Stadtteil Kazimierz das sich zu jüdischer Küche bekannte und mit am Aufschwung des Viertels Anteil hatte. Steven Spielberg drehte hier den Film Schindlers Liste , seither ist der Platz Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt.
Mitten im Geschehen, gut besucht und trendy Empfehlenswert

Klezmer-HoisTraditionslokal in Krakau-Kazimierz.  Für Kenner und solche die diese Musik noch kennenlernen wollen, bieten viele Lokale dazu die Möglichkeit. Wir haben auch ein Klezmerconcert  besucht und waren begeistert. .

Klezmer-HoisTraditionslokal in Krakau-Kazimierz. Für Kenner und solche die diese Musik noch kennenlernen wollen, bieten viele Lokale dazu die Möglichkeit. Wir haben auch ein Klezmerconcert besucht und waren begeistert. .

Stara Synagoga Die Alte Synagoge beherbergt heute ein Museum mit interessanten und aufschlußreichen Exponaten. Mitten im Stadtviertel Kazimierz gelegen waren auch wir bei den Besuchern.  Wir beobachteten Jugendgruppen, mit Kippa und ohne, auf dem Vorplatz die aufmerksam die Ausführungen ihrer Gruppenleitungen folgten.  Mit kleinem Museumsshop

Stara Synagoga Die Alte Synagoge beherbergt heute ein Museum mit interessanten und aufschlußreichen Exponaten. Mitten im Stadtviertel Kazimierz gelegen waren auch wir bei den Besuchern. Wir beobachteten Jugendgruppen, mit Kippa und ohne, auf dem Vorplatz die aufmerksam die Ausführungen ihrer Gruppenleitungen folgten. Mit kleinem Museumsshop

Exponat in der Alten Synagoge

Exponat in der Alten Synagoge

Freundlich sieht der gehäkelte Wawel-Drache Smok Wawelski aus. In der überlieferten Darstellung soll es sich jeweils um ein blutrünstiges Ungeheuer gehandelt haben.  Der spätere König und Stadtgründer Krak soll den unter dem Berg Wawel wohnenden Drachen getötet haben. In diese leere Drachenhöhle muß zu späteren Zeiten erneut ein Drache eingezogen sein. Der tapfere Schuhmacherlehrling Dratewka hat dann diesen mit einer List besiegt. Dafür erhielt er die Tochter des Königs, Wanda, zur Frau. Nachzulesen  siehe Landeskunde Polen/Arbeitsblatt 1 - Krakau- mit einem Drachen fing alles an.

Freundlich sieht der gehäkelte Wawel-Drache Smok Wawelski aus. In der überlieferten Darstellung soll es sich jeweils um ein blutrünstiges Ungeheuer gehandelt haben. Der spätere König und Stadtgründer Krak soll den unter dem Berg Wawel wohnenden Drachen getötet haben. In diese leere Drachenhöhle muß zu späteren Zeiten erneut ein Drache eingezogen sein. Der tapfere Schuhmacherlehrling Dratewka hat dann diesen mit einer List besiegt. Dafür erhielt er die Tochter des Königs, Wanda, zur Frau. Nachzulesen siehe Landeskunde Polen/Arbeitsblatt 1 - Krakau- mit einem Drachen fing alles an.

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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 25.07.2017
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 11.08.2017
Reiseziele: Polen
Ukraine
Slowakei
Der Autor
 
Monika Schulmeiss berichtet seit 11 Wochen auf umdiewelt.
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Aus dem Gästebuch (1/1):
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Gerne gebe ich auch Tipps und weitere Info zu dieser Reise in Europas Osten, Monika