Transsilvanien Moldawien und Walachei

Rumänien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni 2019  |  von Herbert S.

Mediaș und ein Zigeunerdorf

Medias ist schon zu Römerzeit ein Verkehrkreuzpunkt gewesen und bis heute geblieben. In der Nähe wurde Erdgas gefunden und seitdem siedelte sich zunehmend Industrie in der Umgebung an.

Im Zentrum ist der Marktplatz mit schönen alten Patrizierhäusern sehenswert.

An seiner Nordseite wird er vom Kirchenkastell mit seinen Mauern und Türmen grandios und von weither sichtbar überragt. Wahrzeichen der Stadt ist der fast 70 Meter hohe Trompeterturm (Tramiterturm) vom sächsischen Wort Tramit, Trompete, abgeleitet.
Elke erklärt uns, dass der Turm der St. Margareten-Kirche der zweitschiefste Turm hinter dem von Pisa sei. Der Versatz sei etwa 2,25 m!

wie in Sighisoara weisen auch hier die vier Ecktürmchen auf die Hochgerichtsbarkeit hin, d. h., die junge Stadt Mediasch konnte Todesurteile aussprechen und vollstrecken.

wie in Sighisoara weisen auch hier die vier Ecktürmchen auf die Hochgerichtsbarkeit hin, d. h., die junge Stadt Mediasch konnte Todesurteile aussprechen und vollstrecken.

Das Kirchenkastell ist die einzige erhaltene Stadtkirchenburg Siebenbürgens und besitzt die zweitgrößte orientalische Teppichsammlung nach der Schwarzen Kirche in Brasov.
Den Kirchhof betritt man unter dem Tor- oder Glockenturm mit seinem hölzernen Wehrgang.

Alte Schule - 1713 erbaut - ihr Gebäude schließt den fünften Wehrturm ein, der 1888 bis unter das Schuldach abgetragen wurde.

Alte Schule - 1713 erbaut - ihr Gebäude schließt den fünften Wehrturm ein, der 1888 bis unter das Schuldach abgetragen wurde.

Zwei junge Damen empfangen uns und üben sich abwechselnd im Vortragen der Details zur Kirche.
Der Stolz der Kirche ist der gotische Flügelaltar von 1490. Während des Bildersturmes der Reformation waren die Reliefs der zwei schwenkbaren Schreintüren und die hölzernen gefassten Vollplastiken entfernt worden. Ein Teil der Skulpturen wurde 1992 durch die Auferstehungsgruppe des Wiener Künstlers A. Pichler ersetzt. Die Werktagsseite {geschlossene Flügel) zeigt auf acht Altarbildern die Passion Christi.

in Chor und Mittelschiff findet man Netzgewölbe, in den Seitenschiffen Kreuzgewölbe

in Chor und Mittelschiff findet man Netzgewölbe, in den Seitenschiffen Kreuzgewölbe

jeden Montag um 19.00 Uhr finden auf der Johannes-Hahn-Orgel (1755/56) Konzerte statt

jeden Montag um 19.00 Uhr finden auf der Johannes-Hahn-Orgel (1755/56) Konzerte statt

zur Übersicht geeignet - der Prospekt für die Orgelkonzerte

zur Übersicht geeignet - der Prospekt für die Orgelkonzerte

Weiter nach Osten steht der sogenannte Seiler- oder Speckturm mit regelmäßig angeordneten Gusslöchern. Er wird bis heute zum Trocknen von Schinken genutzt.

Am Turm ist an einer Ecke der Trompeter zu erkennen.

Auf dem Rückweg fallen weitere interessante Gebäude auf - darunter auch eines, das auf die Tuchindustrie dieses Ortes hinweist.

deutsche Schule

deutsche Schule

am Stadttor wartet dann wieder unser Bus, um uns wieder nach Bazna zu bringen

am Stadttor wartet dann wieder unser Bus, um uns wieder nach Bazna zu bringen

Auf der Rückfahrt macht uns Elke dann auf eine Besonderheit aufmerksam: Wir fahren durch ein Zigeunerdorf. Woher die Finanzen für die dort zu findenden Prachtbauten stammen, bleibt dabei offen. Zum Teil sind sie noch in Bau.
Angehalten wird jedoch nicht!

© Herbert S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Siebenbürgen, Transsilvanien oder Transsylvanien ist ein historisches und geografisches Gebiet im südlichen Karpatenraum mit einer wechselvollen Geschichte. Heute liegt Siebenbürgen im Zentrum Rumäniens, und uns schien dies eine Reise wert. .
Details:
Aufbruch: 14.06.2019
Dauer: circa 1 Woche
Heimkehr: Juni 2019
Reiseziele: Rumänien
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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