Mit dem Zug nach Armenien und zurück

Rumänien-Reisebericht  |  Reisezeit: August - Oktober 2019  |  von Caroline Gustke

2. Etappe: Bukarest - Istanbul

So märchenhaft wacht man morgens auf.

So märchenhaft wacht man morgens auf.

Bahnfahren for climate mit Nana und Ben - ab wie viel Personen ist man eigentlich eine Bewegung?

Bahnfahren for climate mit Nana und Ben - ab wie viel Personen ist man eigentlich eine Bewegung?

Von Bukarest nach Istanbul

Was für eine Fahrt! Dass Busse in dieser Gegend meist um einiges schneller und auch billiger seien als Züge, wie ich mittlerweile von mehreren Leuten erfahren habe, sollte sich als wahr herausstellen (Tipp: Wer nur durch Osteuropa reist, kann darum wahrscheinlich durchaus günstigere Alternativen zum Interrailticket finden!). Durch die Nacht im Zug spart man sich allerdings das Hostel und wertvolle Tageszeit und der Zug ist natürlich bequemer.
Die lange Fahrt nach Istanbul verbringe ich mit Nana aus Dänemark, die ziemlich gut über internationale Politik Bescheid weiß und Ben, der von einer walisischen Insel mit fünf Häusern und einem Leuchtturm stammt und nach Zypern unterwegs ist, um dort in einem Vogelschutzprojekt zu arbeiten. Die beiden reisen auch aus
klimatechnischen Gründen mit der Bahn; wir verstehen uns prächtig!
Nach kurzer Zeit erreichen wir die rumänisch-bulgarische Grenze, da bleibt der Zug erstmal ein Weilchen einfach stehen. Dogan, der Schaffner unseres Waggons (!), der kaum ein Wort Englisch spricht, hat einen Wasserkocher in seiner Kabine und betreibt wohl mit dem Verkauf von Instantkaffee ein kleines Nebengeschäft. Eine halbe Stunde weiter verweilen wir sogar 2-3 Stunden; Gründe können nur spekuliert werden.
Wir drehen zu viert eine kleine Runde durch das heruntergekommene Örtchen Gorna. Bei uns ist auch Simon, ein malender Neuseeländer, der zu Fuß wohl fast schneller gewesen wäre, denn sein Zielort liegt nur 15 Fahrminuten von Gorna entfernt.
Die Nacht gestaltet sich durch die Gespräche eher kurz und nach wenigen Stunden Schlaf stehen wir eine Stunde lang draußen an der türkischen Grenze und warten auf Einreisestempel und Gepäckscan. So richtig schlafen können wir anschließend nicht mehr, darum vertreiben Nana und ich uns die Zeit mit Singen und Gitarrespielen, während die goldene Mondsichel langsam von der heraufziehenden Morgenröte verschluckt wird.

Mit dem Bus fahren wir die letzten Kilometer zusammen bis in Istanbuls Altstadt, dort trennen wir uns.

Ankunft in Istanbul.

Ankunft in Istanbul.

© Caroline Gustke, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Fliegen kann jeder - Zugfahren auch. Der Klimawandel macht mir Angst und mein bisheriger CO2-Fußabdruck ist erschreckend. Daher steht für mich fest: Bis Fliegen nachhaltig geht, wird nicht mehr geflogen! Nun ist die Reise - Pferdetrekking durch den armenischen Westen - schon lange geplant und so gehe ich das Wagnis ein, die etwa 5000 km pro Weg per Zug zurückzulegen, quer durch Europa und darüber hinaus - als Konsequenz von Erkenntnis, als Klimastreik und Selbstversuch.
Details:
Aufbruch: 26.08.2019
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 07.10.2019
Reiseziele: Armenien
Rumänien
Türkei
Schweiz
Deutschland
Der Autor
 
Caroline Gustke berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (3/7):
Lena 1570654651000
Liebe Caro,
deine tollen Berich­te habe ich versch­lun­gen! Danke, dass ich auf diese Weise an deinem A­ben­teu­er teil­ha­ben konnte! Die Welt braucht Vi­sion­är/in­nen und Macher­/in­nen wie dich! Weiter so!
Für deine wei­teren Reisen alles Gute!
P.S. Im nächsten Jahr werde ich mit der Bahn in Urlaub fahren!
Gerhard Steimann 1570186766000
Hallo Ca­ro­li­ne, nach einem ersten Über­blick habe ich mir viel Zeit genom­men, um Deine Reise, bzw. Deinen Rei­se­bericht, auf mich ein­wir­ken zu lassen. Am Ende bleibt bei mir nur Stau­nen: über Deinen Mut, Deine Er­leb­nis­se, Deine Kontak­tfreu­de, Deine bil­dhafte Schi­derung, Deine be­ein­drucken­den Bilder! Danke, dass ich das lesen kon­nte.­
Lie­be Grüße von Gerhard
anonym 1569845136000
Oh wow­...was für ein toller, e­reig­nis­reicher und span­nen­der Rei­se­bericht. Danke dafür, habe ihn versch­lun­gen und Lust be­kom­men mit dem Zug mein nächstes A­ben­teu­er zu star­ten. Viele liebe Grüsse und bleib so wie du bist.