GO EAST - Streifzüge in Osteuropa

Ukraine-Reisebericht  |  Reisezeit: Juli / August 2017  |  von Monika Schulmeiss

Lviv entdecken

Lviv ist kein Niemandsland mehr. Die Mitarbeiter der Touristeninformation am Rynok bieten freundliche und kompetent Beratung an, auch zu Tagestouren.  Siehe Ausflug in den Oblast Ivano-Frankivsk Unser gebuchtes Apartement: siehe Plan  F-6 /Pekars'ka Straße - Abzweigung von Hausnummer 24 -26 weiter in die Tugan-Baranovskogo zu  Hausnummer 6.

Lviv ist kein Niemandsland mehr. Die Mitarbeiter der Touristeninformation am Rynok bieten freundliche und kompetent Beratung an, auch zu Tagestouren. Siehe Ausflug in den Oblast Ivano-Frankivsk Unser gebuchtes Apartement: siehe Plan F-6 /Pekars'ka Straße - Abzweigung von Hausnummer 24 -26 weiter in die Tugan-Baranovskogo zu Hausnummer 6.

Stadt der vielen Namen Lviv - Lwow - Lemberg - Leopolis

Mit Lemberg verband ich die versunkene Welt des Ostjudentum, Galizien des multiethnischen Habsburgerreiches, kulturelle Blütezeit, Kosmopolitismus, aber auch Gräuel der Vernichtung. Ich habe mich auf die Suche gemacht und bin nicht enttäuscht worden. Joseph Roth nannte die Stadt eine kleine Filiale der großen Welt.


Der Bahnhof in Lviv war Endstation. Da seit der Grenze die Toiletten im Bus aus unerfindlichen Gründen nicht mehr zu benützen waren suchten wir im beeindruckenden Bahnhofsgebäude die stillen Örtchen auf, Haupthalle, - Männer links, Frauen rechts, doch die Stillen Örtchen waren um 12h05 mittags tatsächlich still. Geschlossen, wegen ... Mittagspause? Also bitte nach Möglichkeit nicht zu dieser Zeit anreisen.

Lviv Hauptbahnhof - Zur Eröffnung 1904 war der Bahnhof einer der modernsten in der Österreich-Ungarischen Monarchie. 1888 von dem Architekten W. Sadlowski geplant weist das Bauwerk neben Jugendstil auch elemante des Neoklassizismus und im Inneren neugotische Formen auf. Der Bahnhof war Vorbild für den Wiener Otto Wagner bei der Planung von anderen repräsentativen Bauten.

Lviv Hauptbahnhof - Zur Eröffnung 1904 war der Bahnhof einer der modernsten in der Österreich-Ungarischen Monarchie. 1888 von dem Architekten W. Sadlowski geplant weist das Bauwerk neben Jugendstil auch elemante des Neoklassizismus und im Inneren neugotische Formen auf. Der Bahnhof war Vorbild für den Wiener Otto Wagner bei der Planung von anderen repräsentativen Bauten.

Im gecharterten Taxi ging es Richtung Unterkunft, die wir über ein Portal gebucht hatten. Auf meinen Anruf meldete sich sogleich eine englischsprechende Frau. Vor unserer Ferienwohnung wurden wir auch schon erwartet, doch nicht von unserer telefonischen Kontaktperson. Die nun analoge junge Ukrainerin reichte uns ihr Handy. Die folgende Englisch-Kommunikation erfüllte ihren Zweck und wir erfuhren alles für uns Wichtige. Anschließend wurde uns die Wohnung gezeigt, ohne sprachliche Informationen, jedoch sehr freundlich. Von der Wohnung waren wir sehr angenehm überrrascht. Sie war im modernen Stil eingerichtet und wirkte mit ihrem Erker wohnlich. Im Haus gab es vier Ferienwohnungen, die in den kommenden Tagen wechselnde Gäste hatten, ausschließlich, wie es schien Ukrainer. Ein Minibalkon mit Sitzgelegenheit und eine gut funktionierende Klimaanlage im Wohnschlafraum ließen keine Wünsche offen. Auch hierher war uns die Hitze gefolgt und so kühlte ich gleich den Raum auf eine angenehmere Temperatur.

In unserer Wohnung in Lviv, Tugan-Baranovskogo 6 (A&A apartments)

In unserer Wohnung in Lviv, Tugan-Baranovskogo 6 (A&A apartments)

A. war zur nächsten Bank gegangen um Geld zu holen, da wir im Voraus und Cash zahlen mußten. Die wenigen Hryvnia - (Grivna) reichten nicht, die A. bei einem privaten Geldwechsler in Krakau gegen Zloty eingewechselt hatte. Nachdem wir das Finanzielle geregelt hatten, ging A. nochmals los. Zweimal um die Ecke war ein kleiner Laden. A. richtete sich nach Angebot und Einkaufsliste. Das Mitgebrachte nahm ich sogleich mit in die kleine Küche. Mit dem Gasherd freundete ich mich auch noch an, um zu kochen. Alles klappte und wir ließen den ersten Abend in meinem Lemberg gemütlich ausklingen.

AmRynok - In der Häuserzeile steht eines der schönsten archtektonischen Denkmäler Lvivs, das Schwarze Haus. Die Fassade erhielt während einer Restaurierung (1675-79) ihre rautenartige sogenannte Diamantenquaderstruktur. Der helle Sandstein veränderte seine Farbe und seit dem 19. Jh. wird das ehemalige Patrizierhaus  auch Schwarzes Haus genannt.

AmRynok - In der Häuserzeile steht eines der schönsten archtektonischen Denkmäler Lvivs, das Schwarze Haus. Die Fassade erhielt während einer Restaurierung (1675-79) ihre rautenartige sogenannte Diamantenquaderstruktur. Der helle Sandstein veränderte seine Farbe und seit dem 19. Jh. wird das ehemalige Patrizierhaus auch Schwarzes Haus genannt.

In den nächsten Tagen machten wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Die bedeutende Historie dieser einstigen Metropole prägt noch heute durch ihre Bauten das Stadtbild. Eine lebhafte Mischung aus Jugend und geschäftigen Passanten, entspannten Alten und auch Touristen waren unterwegs. Am RYNOK, sozusagen das Wohnzimmer Lembergs, versuchten wir jeden Tag einmal die Atmosphäre zu erleben. Dort befindet sich auch das serviceorientierte Tourismusbüro. Wir buchten dort unseren Ausflug in den Oblast Ivano-Frankivsk

Am Rynok

Am Rynok

Am Rynok suchten wir  gerne eines der vielen Lokale auf

Am Rynok suchten wir gerne eines der vielen Lokale auf

Innenhof desKornjakthauses, auch bekannt als Italienischer Hof. Seit 1998 gehört es gemeinsam mit 44 Bürger- und Patrizierhäuser am pl.Rynok zum UNESCO Kulturerbe.

Innenhof desKornjakthauses, auch bekannt als Italienischer Hof. Seit 1998 gehört es gemeinsam mit 44 Bürger- und Patrizierhäuser am pl.Rynok zum UNESCO Kulturerbe.

Das Fotoprojekt Sula unbroken von Maryna Batsiukova (Belarus) erhielt für ihre dokumentarisch-konzeptionelle Fotographie 2017 ein Diplom der UNESCO. Ihre Arbeiten auf Leinwand waren im Hof des Kornjakthaus zu sehen.Für alle die mehr über die Künstlerin wissen möchte.

Das Fotoprojekt Sula unbroken von Maryna Batsiukova (Belarus) erhielt für ihre dokumentarisch-konzeptionelle Fotographie 2017 ein Diplom der UNESCO. Ihre Arbeiten auf Leinwand waren im Hof des Kornjakthaus zu sehen.Für alle die mehr über die Künstlerin wissen möchte.

Der bekannteste von Lvivs Friedhöfen stand, trotz Hitze, auf meinem Programm. Eine Straßenbahnfahrt zum Hauptbahnhof konfrontierte uns auch mit Armut. Die Kirche ist noch immer präsent und viele Ukrainer sind gläubig. Der Kommunismus konnte dies nicht ausmerzen.

Lytschaikiwskyi Friedhof Der bekannteste Friedhof von Lviv ist einen Besuch wert. Der alte Baumbestand beschattet Gräber, Kapellen und Gruften. Hier wurde 
die Opernsängerin Salomea Krusnel'nycka  bestattet, ebenso wie andere bedeutende Männer und Frauen der Stadt.

Lytschaikiwskyi Friedhof Der bekannteste Friedhof von Lviv ist einen Besuch wert. Der alte Baumbestand beschattet Gräber, Kapellen und Gruften. Hier wurde
die Opernsängerin Salomea Krusnel'nycka bestattet, ebenso wie andere bedeutende Männer und Frauen der Stadt.

Olha und Elisabethkirche Seit über 100 Jahren ist sie ein Wahrzeichen der Stadt. Außerdem steht sie am höchsten Punkt von Lviv, an der Wasserscheide von Baltischen Becken(Bug) und Schwarzen Meer (Dnister). Erbaut wurde sie im neugotischen Stil zwischen 1903 und 1912. Sie wurde als Gedächtniskirche an Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, errichtet.

Olha und Elisabethkirche Seit über 100 Jahren ist sie ein Wahrzeichen der Stadt. Außerdem steht sie am höchsten Punkt von Lviv, an der Wasserscheide von Baltischen Becken(Bug) und Schwarzen Meer (Dnister). Erbaut wurde sie im neugotischen Stil zwischen 1903 und 1912. Sie wurde als Gedächtniskirche an Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, errichtet.

Lembergs Oper bildet den Anziehungspunkt auf dem Boulevard Svobody Prospekt. Abends schlenderten wir, eigentlich müßte ich flanieren sagen, unter den alten Bäumen. Entspannt und freudig wirkten die Menschen um uns herum.

Der Svobody-Prospekt endet an einem der schönsten Opernhäuser Europas. In der Zeit von 1897 bis 1900 wurde es erbaut und trägt den Namen der legendären Sopranistin Salomea Krusnel'nycka (1872-1952). In den Tiefen des Opernhauses soll man das Rauschen des unterirdischen Flußes Pultwa hören.Heute lädt der Boulevard zum Flanieren ein und ist besonders an Wochenenden ein Treffpunkt. Schachspieler werden von Umstehenden wortlos beobachtet. Familien treffen einander, ebenso Paare und Kinder laufen durch die Menge. Irgendwo wird gesungen und auch musiziert.  3-D Tour in der Oper.

Der Svobody-Prospekt endet an einem der schönsten Opernhäuser Europas. In der Zeit von 1897 bis 1900 wurde es erbaut und trägt den Namen der legendären Sopranistin Salomea Krusnel'nycka (1872-1952). In den Tiefen des Opernhauses soll man das Rauschen des unterirdischen Flußes Pultwa hören.Heute lädt der Boulevard zum Flanieren ein und ist besonders an Wochenenden ein Treffpunkt. Schachspieler werden von Umstehenden wortlos beobachtet. Familien treffen einander, ebenso Paare und Kinder laufen durch die Menge. Irgendwo wird gesungen und auch musiziert. 3-D Tour in der Oper.

Am Svobody-Prospekt

Am Svobody-Prospekt

Lviv überrraschte uns jeden Tag aufs neue. Ob es ein verwinkelter Markt war oder ein sehr gut bestückter Supermarkt mit heißer Theke, Luxusläden und immer wieder imposante Bauten die mich in ihren Bann zogen. Das pulsierende Leben in der Stadt, Aufbruch und Selbstbewußtsein, beeindruckte mich.

Die Grundsteinlegung der Synagoge erfolgte 1555. Sie erhielt den Namen Goldene Tore. Späterwurde sie in Goldene Rose umbenannt, zu Ehren der Schwiegertochter des Erbauers. Heute ist nur mehr ein Teil der nördlichen Seite der Goldenen Rose zu sehen.

Die Grundsteinlegung der Synagoge erfolgte 1555. Sie erhielt den Namen Goldene Tore. Späterwurde sie in Goldene Rose umbenannt, zu Ehren der Schwiegertochter des Erbauers. Heute ist nur mehr ein Teil der nördlichen Seite der Goldenen Rose zu sehen.

Fassade in der vul.Staroyevreyska 48 des House of Legends Restaurant und der Möglichkeit auf dem Dach durch Munzeinwurf  einen geheimen Wunsch erfüllt zu bekommen.

Fassade in der vul.Staroyevreyska 48 des House of Legends Restaurant und der Möglichkeit auf dem Dach durch Munzeinwurf einen geheimen Wunsch erfüllt zu bekommen.


Am Samstag vor unserer Abreise traten wir zu unserem Ausflug in den Oblast Ivano-Frankivsk an.

Bereit zur Reise mit dem train #771 nach Bratislava

Unsere Tickets für die Bahnfahrt hatten wir uns im Stadtbüro besorgt. Das Central Train Ticket Office befindet sich in der Akademika Hnatyuka Street 20, einer Nebenstraße des Svobody Prospekts. Die freundliche Schalterbeamtin bot uns ein Abteil mit drei Plätzen an, mit dem Hinweis, auch Tickets für diese drei Plätze zu buchen. Offenbar ist dies auch notwendig, wie wir auch später feststellen konnten. Wir nahmen das Angebot an: ein Coupe zu 3x UAH 1763,60 das sind ca.3x56,00 Euro. 2017 konnte man keine Tickets für die gesamte Strecke online buchen. Informationen zu den Verbindungen unter


An unserem Abreisetag regnete es in Strömen. Mit dem Taxi kamen wir frühzeitig am Bahnhof an, der Zug sollte um 10:10 abfahren. Es gab zwei Wartehallen, die kostenlose war überfüllt und so suchten wir gegen eine geringe Gebühr die angenehmere, mit freien Sitzplätzen, auf. Dort gab es, oh Wunder, auch einige Internetplätze. Zeitgerecht machten wir uns auf und gesellten uns zu den anderen Reisenden. Nur ein Teil des Bahnsteigs war in der Halle und somit trocken. Als der elendlange Zug einfuhr, blieben daher viele Waggons im Regen stehen, der vor sich hinplätscherte. Viele Reisende stiegen aus. Der Zug war aus Kiew gekommen. A. versuchte nochmals zu erfragen in welchen Waggon wir einsteigen mußten. Ich hüttete unser Gepäck. In dem Gedränge wurde ihm das Portemonaie geklaut. Viel Freude hat der Dieb damit sicher nicht gehabt; mit Klebeband repariert, keine Kreditkarten und nur ein paar Hryvnia.
Nun war auch klar, der letzte Waggon war unserer. Also raus in den Regen und im Laufschritt in Richtung Ende des Bahnsteigs. Unterwegs fragte ich noch einen Uniformierten nach "Bratislava, Bratislava??". "The last one", sagte er und deutete in die von uns bereits eingeschlagene Richtung. Im Waggon, übrigens der einzige der über die Grenze in die Slowakei fuhr, erwartete uns schon die Zugbegleiterin. Nach Kontrolle der Tickets zeigte sie uns das Coupe. Für drei Personen mit Gepäck wäre es sicherlich zu eng geworden. Wir verstauten unsere Koffer sehr kreativ und machten es uns "wohnlich".

A. am Fensterplatz in unserem Abteil

A. am Fensterplatz in unserem Abteil

Train #771 noch auf der Fahrt in der Ukraine

Train #771 noch auf der Fahrt in der Ukraine

Mit dem Train #771 durch die Karpaten

Mit dem Train #771 durch die Karpaten

Erwartungsvoll wartete ich auf die Umspurung in Chop (Tschop). Unser Waggon mußte von der Breitspur auf die europäische Normalspur getrimmt werden. Das erfolgte dann auch mit Getöse und dauerte eine Weile. Chop ist ein Grenzbahnhof in der Ukraine. Die beiden Paßkontrollen von ukrainischen Zöllnern, und später kurz nach der Grenze durch slowakische Beamte, erfolgten im Zug und dauerten nicht lange, da ja nur ein Waggon in die Slowakei mit seinen Passagieren einreiste. Es gab auch keine Probleme.

In Chop - Equipment zur Umspurung

In Chop - Equipment zur Umspurung

Equipment zur Umspurung

Equipment zur Umspurung

Die Fahrt in den Abend erlebten wir bereits in der Slowakei. Sauber und noch etwas bügelfeucht war die Bettwäsche, die unsere Zugbegleiterin vorbeibrachte. Ansonsten gab es keinen weiteren Service. Für unterwegs waren wir mit Getränken und Lebensmittel ausreichend ausgestattet. Draußen hatte der Regen aufgehört und bei Dunkelheit ratterte unser Waggon, der nun an einem slowakischen Zug hing, unserem nächsten Ziel entgegen.

In der Slowakei, Abendstimmung auf der Zugfahrt in Richtung Bratislava

In der Slowakei, Abendstimmung auf der Zugfahrt in Richtung Bratislava

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Auf den Spuren von vergangenen Kulturen und Herrschaftsverhältnissen wurden wir in Krakau, Rzeszow, Lviv/Lemberg und Bratislava/Preßburg fündig und erhielten überraschende Einblicke in das heutige Leben. Mit Bus und Zug waren wir unterwegs. Ein Tagesausflug, gemeinsam nur mit ukrainischen Teilnehmern, brachte uns in den Oblast Ivano-Frankivsk.
Details:
Aufbruch: 25.07.2017
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 11.08.2017
Reiseziele: Polen
Ukraine
Slowakei
Der Autor
 
Monika Schulmeiss berichtet seit 11 Wochen auf umdiewelt.
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Aus dem Gästebuch (1/1):
Monika Schulmeiss [?] 1543931189000
Gerne gebe ich auch Tipps und weitere Info zu dieser Reise in Europas Osten, Monika