Italien-Reisebericht :SIMSON "Große Glocken Tour 2017"

3.Tag "über die Dolomiten": Falzarego im Gewitter

Donner grollen und Blitze zucken

Bei der Aufahrt war es im Osten bereits recht dunkel. Hinter den Bergspitzen stand eine massive Gewitterfront.

Da die Sonne allerdings schon abendlich im Westen stand hatten wir gutes Licht und ab und an sogar Sonnenstrahlen im Genick.

Ich fuhr mit zügiger Geschwindigkeit den Berg hoch, da ich die trockene Straße nutzen wollte. Wenn man, Nässe bedingt, langsam ohne Schwung durch die Kehren fährt ist es aussichtslos in höhere Gänge zu kommen.
Das wollte ich mir ersparen.
Die ca. 10 Km lange Auffahrt dauerte ca. 15 min.

Ankunft es Kracht und Blitzt

Ankunft es Kracht und Blitzt

Oben auf dem Falzarego war es ein Erlebnis.

Ein lautes Krachen, ....

... wie ich es selten zuvor erlebt hatte ...

... und Blitze die durch die Wolken zuckten, war voraus in östlicher Richtung zu sehen.

Über mir war allerdings noch blauer Himmel.
Ich wäre nie in der Situation ins Tal mitten in den Gewitterherd ab gefahren.

3 fach Regenbogen

3 fach Regenbogen

Es war rings rum Nass aber die Sonne scheinte eine einzigartige Stimmung auf dem fast leeren Pass.

Ich wartete auf meine Kumpel und schaute mich ausgiebig um.

Die Passhöhe in der Totalen

Die Passhöhe in der Totalen

Das Donnern hallte aus dem Tal hinauf, wurde aber zusehends weniger.
Es sah fast so aus als ob es nach Südosten abzog.

Foto der Karte vom Passgebäude

Foto der Karte vom Passgebäude

Bild unten der markante Monte Averau

Mehr Bilder zum Monte Averau 2648 Hm

Typische Dolomiten Landschaft.
Grüne Täler, bewaldete Hügel, weitläufige Almenwiesen mit vereinzelten Latschenkiefern und Lärchen und dann stehen da mitten drin riesige schroffe, zerfurchte Kalkfelsen.
Als ob ein Riese die Felsblöcke hier locker auf die Wiesen verteil hätte.

Warten auf die Jungs.

1/4 Stunde ging rum, eine 1/2 Stunde ging rum.
Ich machte mir Sorgen und führ den Pass hinunter den Jungs entgegen.

Je weiter ich den Pass runter fuhr desto näher kam ich wieder an das Donnern und Grollen, welches sich offenbar hinter dem Berg weiter austobte.

Immer kritisch !

Immer kritisch !

Ein Radfahrer kam mir den Berg hoch entgegen. Ich fragte ob er 2 Mopeds gesehen hatte? Eine Abzweigung gab es ja eigentlich nicht.

Er bestätigte mir das er ca. 2 km weiter unten 2 Mopedfahrer beim Schrauben gesehen hatte.

Ich dachte nur so ein Pech! Wen es wohl getroffen hat? Bislang war Wene ja nie von einer fremdbestimmten Panne betroffen. Er hatte ja auch das neueste Moped! (zugegeben wenn man die zugrunde liegende Technik und nicht die Ersatzteile sieht)

Ich fuhr weiter und in einer längeren Geraden sah ich die beiden auf dem rechten Seitenstreifen werkeln.

Immer noch dick in der Wurstpelle (Regenkombi) eingepackt. Sicher dachten Sie bei der Reparatur: "Schnell Reparieren bevor das Gewitter los bricht."

Eine Panne im Trockenen ist ja schon eine lästige Sache, ...
... wenn es dann aber auch noch in Strömen regnet und in der Nähe kein Unterstand ist, wird es richtig besch...eiden.

Stoney mit Platten am Hinterrad.

Stoney mit Platten am Hinterrad.

Schnell war klar das es mal wieder Stoney getroffen hatte.
Wene half ihm das Hinterrad aus einer Kiste raus zu fummeln und gerade waren sie dabei das Hinterrad wieder ein zu bauen.

Panne am Hinterrad ist immer blöde, da zuerst immer das gesammte Geraffel und Gepäck abgesattelt werden muss. Daher auch der Zeitaufwand.

Ich fragte was Los sei und bekam eine Verschwitzte mürrische Antwort mit eindeutiger Geste. " !!! Platten !!! ... und gleich fängt es sicher zu schütten an !"

Zugegeben hätte es mich in der Situation auch angekotzt, vor allen wenn dann noch Bilder gemacht werden. (... aber das gehört zu einer ordentlichen Dokumentation!)

Ich will es nicht breit treten und fasse es lieber in einen dummen Spruch.
... Jaaa klasse wieder ein Hirnaushänger der das Ziel näher bringt ...

Nun es regnete nicht und der Schlauch wurde gekonnt ausgetauscht. Zum Flicken war keine Zeit. Das Aufpumpen war schweißtreibend und wir wechselten uns ab.
Jetzt noch alles Aufsatteln, was wiederum eine ganze Weile dauerte.

... "Nichts vergessen oder liegen gelassen?"
... "Passt!"

Ohne Platten lief der Habicht doch erstaunlich viel schneller den Berg hoch und oben angekommen konnten wir sogar die gegenüberliegenden Berge durch die restlichen Wolkenfetzen sehen.

Suveräne Leistung. Ankunft im Pulk

Suveräne Leistung. Ankunft im Pulk

Hier oben zu nächtigen wäre schon eine tolle Sache gewesen, jedoch war alles Nass und es gab auch kein lauschiges verstecktes Plätzchen.

Blick Richtung Westen

Blick Richtung Westen

Blick Richtung Osten,  ... unsere weitere Richtung

Blick Richtung Osten, ... unsere weitere Richtung

Die warme Teerstraße trocknete bereits ab und wir führen den Pass hinab.

Cortina d' Ampezzo lag uns zu Füßen.
Quasi um den Berg herum etwas nördlicher.

Ich dachte nur unten ist es von Gewitter sicher richtig Nass.

© Flaps !, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit kleinen Veteranen-Mokicks in den Alpen unterwegs. Gardasee, Dolomiten und Großglockner in einem Rutsch! Der Hintern lässt grüßen. Spaß haben & Lachen, aber auch grandiose Landschaft und herausfordernde Pässe sind die Rezeptur für eine tolle Auszeit.
Details:
Aufbruch: 03.07.2017
Dauer: 5 Tage
Heimkehr: 07.07.2017
Reiseziele: Italien
Der Autor
 
Flaps ! berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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Flaps über sich:
... aufsitzen und durchhalten